#18 DIE ÜBERLEBENDEN

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mordlust, unserem True-Crime-Podcast,
in dem wir wahre Verbrechen nacherzÀhlen. Mein Name ist Paulina Kraser.
Und ich bin Laura Wohlers. Wir erzÀhlen uns hier gegenseitig jeweils einen Fall aus
Deutschland, von dem der andere nichts weiß und deswegen bekommt ihr auch unsere ungefilterten
Reaktionen mit. Wir kommentieren unsere FĂ€lle auch, manchmal auch sarkastisch und vor allem
wird hier auch mal gelacht, das ist aber wirklich nie despektierlich gemeint.
In unserer heutigen Folge dreht sich alles um das Thema Überleben.
Vorher aber möchte ich mit dir noch ĂŒber eine Zuhörerfrage sprechen, die du auch gelesen hast,
das weiß ich nĂ€mlich. Laura und ich gucken nĂ€mlich manchmal in unser Instagram-Fach rein
und gucken, was der andere so geantwortet hat. Eigentlich machst nur du das, aber woher weißt
du, dass du das auch angekĂŒndigt hast?
Ich stimme nicht. Weil ich gesehen habe, dass du die Antwort gelesen hast und mir wieder
nicht Bescheid gesagt hast, dass sie geantwortet hat.
Worum geht's?
Um Lea. Die hat uns nÀmlich einen Spiegelartikel geschickt und sie wollte wissen, was wir davon
halten. Und zwar geht es da im Grunde um einseitige True-Crime-Dokus und wie die quasi eine
Paralleljustiz schaffen. Speziell um die Michael-Jackson-Doku, in der zwei Missbrauchsopfer sprechen.
Und du hast ja gerade den ersten Teil gesehen, ne?
Ja, aber an diese Nachricht kann ich mich nicht erinnern, dass ich die gesehen habe. Aber ja,
genau, ich habe den ersten Teil jetzt gesehen und bin total deprimiert und erschrocken und will
nicht weitergucken.
Wirklich? Ist so schlimm?
Ja, also ich wĂŒrde jedem Michael-Jackson-Fan davon abraten, sie anzugucken, auf jeden Fall. Man
ist super verstört danach und ja, keine Ahnung, sieht alles mit anderen Augen. Ich meine, das
gibt es ja schon seit, ich glaube, die ersten Anschuldigungen oder Behauptungen von sexuellem
Missbrauch waren schon 1993. Also das weiß jeder, dass es diese Behauptungen gab und dass
es auch Verfahren gab. Aber irgendwie, keine Ahnung, als Michael-Jackson-Fan hat man das irgendwie
verdrÀngt und weil er ja auch freigesprochen wurde und so weiter. Ja, und wenn man aber
diese Doku dann guckt, dann kann man das irgendwie nicht verdrÀngen, ja.
Und genau darum geht es so ein bisschen in dem Artikel, denn der sagt, dass Leaving Neverland
quasi die perfekte Anklage ist und prangert eben an, dass diese Art der True-Crime-Dokumentation
quasi keinen Widerspruch zulassen und du dann am Ende aus dem Kino rausgehst mit dem GefĂŒhl,
okay, er war es, obwohl es eigentlich noch berechtigte Zweifel daran geben sollte. Und eine Dokumentation
ist in unserem VerstĂ€ndnis, darĂŒber haben wir ja auch schon mal in Folge 13, als wir
uns Making a Murderer gewidmet haben, auch schon mal gesprochen, eigentlich etwas, was beide
Seiten beleuchten sollte. Ja. Und das tut sie eben in diesem Fall hier nicht. Und solche
Dokumentationen sind eben doch auch schon manchmal wichtig, schreibt der Autor, damit man eben
Panzerungen von mÀchtigen Kreisen, wie zum Beispiel der Filmindustrie, wie bei Harvey Weinstein,
aufsprengen kann, um aufzuklĂ€ren. Und in dem Artikel heißt es dann, dass Netflix ja aber in erster
Linie kommerzielle Interessen hat. Und da bezieht er sich auf Making a Murderer. Und das sieht man ja auch
gerade bei der zweiten Staffel. Aber die Idee dahinter war ja eigentlich mal eine andere. Diese beiden
Autorinnen hatten ja irgendwann einfach diese Idee, alles zu begleiten und das spÀter an Netflix
verkauft. Deswegen finde ich, hinkt dieser Vergleich so ein bisschen. Aber bei Michael Jackson finde ich es eben in
diesem Fall so bitter, weil er halt tot ist und weil er nicht die Chance hat, sich dagegen jetzt zu wehren. Und als
ihm damals der Prozess gemacht wurde, da konnte er sich wehren und er wurde freigesprochen. Ich finde es
natĂŒrlich aber gut, dass, wenn es wirklich so ist, das Opfer dann auch irgendwann Gehör bekommen.
Ja, ich glaube, wenn du die
Doku anguckst, dann
verstehst du, oder man
versteht dann ein bisschen mehr, warum
die eventuell so lange gewartet haben,
darĂŒber wirklich eine Doku zu machen.
Weil diese Kinder auch so eine
enge Bindung zu ihm hatten
und ihm auch versprochen haben,
das niemals zu sagen.
Die hatten so eine ganz ambivalente Beziehung
zu ihm. Also das ist das, was
die MÀnner in der Doku erzÀhlen.
Da kommt es so ein bisschen so rĂŒber, als wĂŒrden sie sich das jetzt erst trauen.
Und dass sie ihm auch wirklich nicht in den RĂŒcken fallen wollten, als er noch gelebt hat.
Das kann ja auch sein, das ist ja bei Vergewaltigungsopfern auch ganz oft so, dass sie erst
spĂ€ter sich Ă€ußern können und trauen, weil sie dann auch bestimmte Zeit brauchten, um was zu verarbeiten.
Hier finde ich es nur so problematisch, dass diese Dokumentation die andere Seite halt gar nicht beleuchtet.
Ja.
Lea wollte aber von uns eigentlich wissen,
in welcher Rolle wir uns selbst da sehen.
Aha.
Das ist ja eine interessante Frage.
Ja, also wenn ich
einen Fall recherchiere,
versuche ich auch,
so neutral wie möglich
zu berichten.
Klar will man ja eine spannende
Geschichte erzÀhlen,
aber oft, finde ich,
machen wir es ja auch so, dass wir zeigen,
dass halt eben auch die TĂ€ter
oft Opfer in AnfĂŒhrungszeichen waren oder sind,
wenn wir ihren Hintergrund erzÀhlen
und zeigen, dass oft eben psychische Krankheiten
fĂŒr dieses Verhalten verantwortlich sind.
Wie siehst du das?
Wir beleuchten ja nicht nur eine Seite
und deswegen runtergebrochen
auf unseren Podcast bin ich der Meinung,
dass wir ziemlich weit weg von
Making a Murderer zum Beispiel sind.
zumindest geben wir uns immer grĂ¶ĂŸte MĂŒhe,
auch ein wenig TÀterverstÀndnis aufzubringen
und nicht nur in die eine Richtung zu berichten,
wobei wir natĂŒrlich sagen mĂŒssen,
dass unser MitgefĂŒhl immer bei den Opfern ist.
Ja.
Dann fange ich mal an mit meinem Fall, oder?
Ja.
Okay.
Mein Fall, diese Folge, zeigt,
dass ein Kindheitstraum Wirklichkeit werden kann,
auch wenn alle Zeichen dagegen sprechen.
Wir schreiben das Jahr 1985.
SchengĂŒl ist zwölf Jahre alt,
als sie an diesem Tag in einem Saal
des NĂŒrnberger Amtsgerichts sitzt.
Ihr Vater hat sich mal wieder geschlagen
und wurde deshalb verklagt.
SchengĂŒl muss ihm jetzt helfen.
Das MĂ€dchen soll Dolmetscherin spielen
und die Verteidigungsrede des Vaters vortragen,
weil der bis heute kein richtiges Deutsch spricht,
obwohl die Familie schon vor mehr als zwölf Jahren
nach Deutschland gekommen ist.
Als SchengĂŒl dort mit ihrem Vater
und dessen Anwalt auf der Anklagebank sitzt,
öffnet sich im hinteren Teil des Saals eine TĂŒr
und eine Frau tritt ein.
Sie ist groß und wunderschön,
wie sie da mit ihrem grauen Hosenanzug,
ihren hohen Schuhen und der ledernen Aktentasche
durch den Saal schreitet.
Die Stimmung im Raum Àndert sich merklich
und alle wenden sich ihr zu.
Die Frau, die bei SchengĂŒl und allen anderen
so einen Eindruck schwindet,
ist die AnwÀltin der Gegenseite.
Eine Frau, die SchengĂŒl noch ihr ganzes Leben lang begleiten wird.
Als SchengĂŒl nach der Verhandlung
mit ihrem Vater nach Hause fĂ€hrt, weiß sie,
genau so möchte sie auch mal sein.
Und sie möchte einen grauen Hosenanzug,
genauso wie die AnwÀltin.
Und die schicke lederne Aktentasche,
genauso wie die AnwÀltin.
Diese materiellen Dinge werden fĂŒr SchengĂŒl
Symbole von Macht und Freiheit.
In dieser Frau hat sie ein Vorbild gefunden,
das sie zu Hause vergeblich sucht.
Ihre Mutter nÀmlich ist Analphabetin.
Ihr grĂ¶ĂŸter Wunsch ist es,
dass SchengĂŒl mal eine in ihren Augen
gute tĂŒrkische Hausfrau wird.
Bildung fĂŒr Frauen hat in der Familie keinen Stellenwert.
Und so darf SchengĂŒl nicht auf das Gymnasium,
obwohl ihre Noten dafĂŒr locker gereicht hĂ€tten.
Stattdessen kommt sie auf die Hauptschule
und langweilt sich.
Wie bitte?
Das ist ja ganz furchtbar fĂŒr ein Kind.
Vor allem, wenn es mehr kann.
Ja, die langweilt sich da halt nur jetzt.
In den ersten Jahren
denkt sie noch oft an die AnwÀltin
im grauen Hosenanzug.
Doch irgendwann verschwindet ihr Bild
aus SchengĂŒls GedĂ€chtnis.
Denn fĂŒr SchengĂŒl gibt es immer mehr
Verpflichtungen im Haushalt
und immer weniger Freiheiten.
Als sie in die PubertÀt kommt,
darf sie das Haus so gut wie gar nicht mehr verlassen.
Ihre Mutter hat sich in den Kopf gesetzt,
die JungfrÀulichkeit ihrer Tochter
um jeden Preis zu beschĂŒtzen.
SchengĂŒl darf also keine Freunde treffen,
darf nicht auf Partys.
Sie darf auch nicht zum Sport oder Kaffee trinken,
weil dadurch das JungfernhÀutchen
angeblich beschÀdigt werden könnte.
Durch Kaffee?
Mhm.
Okay.
Wusste ich bisher noch nicht.
Ich auch nicht.
Genau, und wenn SchengĂŒl mal zu spĂ€t
von ihrer Arbeit in einer Stiftefabrik
oder vom Einkaufen kommt,
unterstellt ihre Mutter ihr,
sie habe sich mit MĂ€nnern getroffen.
Als Strafe gibt es regelmĂ€ĂŸig SchlĂ€ge,
am liebsten mit dem Absatz ihrer Stilettos.
Wenn SchengĂŒl vor ihrer Hochzeit
entjungfert werden wĂŒrde,
wÀre das eine Katastrophe
fĂŒr die ganze Familie.
Bei den Hochzeiten in ihrer Großfamilie
aus der TĂŒrkei
wird nach der Hochzeitsnacht
allen Verwandten
das blutige Bettlaken prÀsentiert,
um zu beweisen,
dass die Braut noch
in AnfĂŒhrungszeichen rein war.
Das ist ja ganz furchtbar.
Das ist ja auch total demĂŒtigend.
Das wird dann allen prÀsentiert,
so wie so eine TrophÀe.
Schrecklich, oder?
Ja.
Als SchengĂŒl 17 Jahre alt ist,
erklÀrt ihre Mutter ihr eines Tages,
dass sie heiraten wird.
SchengĂŒl fĂ€llt aus allen Wolken
und sagt,
nein, ich werde nicht heiraten.
Ihre Mutter lÀchelt nur und sagt,
du wirst SchengĂŒl,
so sicher wie morgen frĂŒh die Sonne aufgeht,
wirst du Refix Frau.
Ich habe es ihm und seinem Vater versprochen.
Im August.
Es ist alles schon beschlossen.
Refix ist ein entfernter Verwandter von SchengĂŒl.
Er lebt in Ankara und hat SchengĂŒl vor vier Jahren
zum ersten und einzigen Mal gesehen.
In den tĂŒrkischen Familien aus der Gegend,
aus denen die Eltern von SchengĂŒl stammen,
ist es eine alte Tradition,
Hochzeiten zu arrangieren.
Auch die Ehe ihrer Eltern ist so entstanden.
Als SchengĂŒl ihrem heimlichen Freund Thomas erzĂ€hlt,
dass sie einen Fremden heiraten muss,
sagt er,
du musst ihn doch nicht heiraten.
Ich heirate dich und wir brennen durch.
Doch das geht nicht.
SchengĂŒl weiß genau,
was das fĂŒr sie bedeuten wĂŒrde.
Eine Tochter,
die sich gegen den Willen der Eltern stellt
und ein Leben nach ihren Vorstellungen fĂŒhrt,
ist in den Augen ihrer Eltern
ein gefallenes Wesen,
eine Hure,
eine schlechte Frau,
die die Ehre der gesamten Familie
beschmutzt hat.
SchengĂŒl weiß,
wenn sie das machen wĂŒrde,
wĂŒrde ihre Familie sie aufspĂŒren,
womöglich nach Anatolien verschleppen
und dort verheiraten.
Oder man wĂŒrde gleich
zu noch drastischeren Mitteln greifen.
In ihrer Familie steht Ehre
nĂ€mlich ĂŒber allem anderen,
auch ĂŒber dem deutschen Gesetz.
Und diese Ehre mĂŒsste auf jeden Fall
wiederhergestellt werden,
wenn SchengĂŒl so etwas wagen wĂŒrde.
FĂŒr die Familie und fĂŒr sie selbst.
SchengĂŒl bleibt also nichts anderes ĂŒbrig,
als diesen Mann zu heiraten.
Im FrĂŒhjahr 1992
kommt Refik dann nach NĂŒrnberg.
Zur BegrĂŒĂŸung gibt er SchengĂŒl die Hand
und eine eisige KĂ€lte
durchfließt ihren Körper.
Nein, in diesen Mann
werde ich mich nie verlieben können,
denkt sie.
Doch Refik bleibt.
Ein paar Tage nach dem Kennenlernen
gehen die beiden durch den Park.
FĂŒr SchengĂŒl ist das ein besonderes Erlebnis,
weil sie ja sonst nie raus darf.
Da sagt Refik plötzlich zu ihr,
ich will Sex mit dir.
SchengĂŒl glaubt,
sich verhört zu haben.
In ihrer Familie
und auch in seiner
kommt Sex vor der Hochzeit
nicht in Frage.
SchengĂŒl weist Refik in die Schranken,
sagt ihm,
dass sowas unmöglich sei.
Als ihnen dann nach einigen Minuten
ein Jogger mit einer sehr engen Hose entgegenkommt,
muss SchengĂŒl lachen.
Sie sagt,
schau mal,
wie das wackelt bei dem.
Als der Jogger um die Ecke biegt,
spĂŒrt SchengĂŒl plötzlich einen Schlag.
Refik hat ihr heftig mit der Faust
ins Gesicht geschlagen.
Immer weiter prĂŒgelt er
auf seine zukĂŒnftige Ehefrau ein.
Du findest also andere SchwÀnze geil,
aber mir verweigerst du dich,
zischt er.
SchengĂŒl sagt,
so habe sie das nicht gemeint
und fleht ihn an aufzuhören.
Doch Refik prĂŒgelt,
bis die Polizei kommt.
Die Beamten legen Refik Handschellen an
und fragen SchengĂŒl,
wer ist dieser Mann?
Sie antwortet,
mein Verlobter.
Als SchengĂŒl die Polizisten auch noch bittet,
sie einfach nur nach Hause zu bringen
und ihren Eltern nichts zu sagen,
sind die Beamten fassungslos.
Den wollen sie heiraten?
Sind sie sich da ganz sicher?
fragt der eine.
Wieder einmal,
denkt SchengĂŒl,
ist es,
als lebe sie mitten in Deutschland
auf einer Art Insel,
die fĂŒr andere unsichtbar ist.
Diese Insel heißt Familie
und nur mit der Erlaubnis
ihrer Mutter
oder bald ihres Ehemanns
darf sie diese Insel
fĂŒr einen kurzen Ausflug verlassen.
Die Deutschen können die Insel nicht sehen.
DafĂŒr sorgen diejenigen,
die auf der Insel das Sagen haben.
Nur manchmal,
bei ganz besonderen VorfÀllen,
wird diese Insel
fĂŒr einen kurzen Augenblick
auch fĂŒr die anderen Menschen
in Deutschland sichtbar.
Dann schĂŒtteln sie den Kopf
und verstehen die Welt nicht mehr.
Dies ist einer dieser Augenblicke.
Doch es wird noch schlimmer.
Ein paar NÀchte spÀter
kommt Refik in SchengĂŒls Zimmer
und vergewaltigt sie zum ersten Mal.
Und schon im Juli
ist SchengĂŒl schwanger.
Vor der Hochzeit?
Mhm.
Oh, wei.
Eine Katastrophe,
weil die beiden eben noch
nicht verheiratet sind.
Bei ihrer Hochzeit im August
versteckt SchengĂŒl ihre Schwangerschaft.
Und in der Hochzeitsnacht
schneidet sich Refik in den Finger
und wischt sein Blut
auf dem weißen Bettlaken ab,
um allen GĂ€sten zu beweisen,
dass seine Frau
eine Jungfrau war.
Dass er sie gegen ihren Willen
Wochen zuvor entjungfert,
vergewaltigt
und auch noch geschwÀngert hat,
wird verschwiegen.
Nach diesem Tag
gehört SchengĂŒl nicht mehr
ihrer Mutter,
sondern ihrem Ehemann
und der Albtraum
Ehe beginnt.
In dieser Zeit,
in der sie regelmĂ€ĂŸig
misshandelt wird,
denkt SchengĂŒl oft
an die AnwÀltin
im grauen Hosenanzug zurĂŒck
und trÀumt,
sie selbst wÀre diese Frau
und hÀtte ihr Leben.
So schafft sie es immer wieder
Kraft fĂŒr ihren Alltag zu tanken.
Irgendwann vertraut sich
SchengĂŒl ihrer Mutter an,
erzÀhlt ihr das Refik
sie immer wieder vergewaltigt.
Die Antwort ihrer Mutter darauf?
Wieso muss er dich zwingen?
Es ist deine heilige Pflicht
als Ehefrau, das zu tun.
Du musst ihn glĂŒcklich machen.
Entschuldigung,
ich muss kurz wirken.
WĂ€hrend der Ehe
bricht Refik seiner Frau
mehrmals die Nase,
die Rippen
und sorgt fĂŒr GehirnerschĂŒtterung.
Ein halbes Jahr
nach der Geburt ihrer Tochter
erhebt er auch erstmals
seine Hand gegenĂŒber dem Kind.
Also er schlÀgt das Baby.
Ja, genau.
Refik merkt,
dass er mit der Gewalt
gegen seine Tochter
SchengĂŒl quĂ€len kann
und deshalb werden die SchlÀge
gegen das Kind zur Routine.
Irgendwann traut sie SchengĂŒl
ins Frauenhaus zu fliehen.
Doch nach kurzer Zeit
geht sie zurĂŒck.
Sie weiß,
dass sie dort nicht bleiben kann.
Doch sie hat erkannt,
dass sie etwas Àndern muss,
um dieser Ehe zu entkommen
und dafĂŒr braucht sie Geld.
Also geht SchengĂŒl
mit 21 Jahren
zum ersten Mal
zum Arbeitsamt.
Der Sachbearbeiter
sagt ihr,
dass sie fĂŒr BĂŒrojobs
mindestens die mittlere Reife braucht.
SchengĂŒl hat nur
einen Hauptschulabschluss
und meldet sich deshalb
zur PrĂŒfung an.
Doch diese besteht sie nicht.
Wir können sie nicht aufnehmen,
sagt eine der Damen
der PrĂŒfungskommission
und SchengĂŒl
bricht weinend zusammen.
Sie erklÀrt der Kommission,
dass es hier nicht nur
um eine Ausbildung geht,
sondern darum,
ihr Leben
und das ihrer Tochter
zu retten.
Sie fleht nach der Möglichkeit,
die Ausbildung
trotzdem nicht bestanden,
PrĂŒfung machen zu dĂŒrfen.
Die drei Kommissionsmitglieder
bitten sie kurz vor die TĂŒr
zu gehen,
um sich zu beraten.
Schließlich rufen sie
SchengĂŒl wieder herein
und sagen,
wir wollen Ihnen
eine Chance geben.
Und SchengĂŒl weint vor Freude.
Reife schafft sie nur
zu ĂŒberreden,
die Ausbildung
zur Steuerfachgehilfe zu machen,
weil sie so mehr Geld
haben werden.
Ab diesem Zeitpunkt
lernt SchengĂŒl
um ihr Leben.
Meist nachts
zwischen zwölf und drei Uhr,
weil Reife ihr es sonst verbietet.
Auch die AbschlussprĂŒfung
im Dezember 1996
will er ihr verbieten.
Du gehst da nicht hin,
schreit er.
Und ob ich da hingehe
und wenn ich die PrĂŒfung schaffe,
dann siehst du mich nie wieder.
Obwohl Reife SchengĂŒl
am Tag vor der PrĂŒfung
so heftig verprĂŒgelt,
dass sie sich die rechte Hand
mit der linken halten muss,
um ĂŒberhaupt schreiben zu können,
besteht sie die PrĂŒfung
und fÀngt in einer Steuerkanzlei
an zu arbeiten.
Dort lernt sie,
wie es ist,
wertgeschÀtzt und gelobt zu werden.
Auch mit ihren Kollegen
versteht sie sich sehr gut.
Als sie an einem Abend
nach einer Einweihungsparty,
auf der sie ihr erstes Glas
Sekt trinkt,
nach Hause kommt,
eskaliert die Situation
zwischen ihr und Reife.
Reife rastet so aus,
dass er die gemeinsame Tochter
erstmals vor SchengĂŒls Augen
verprĂŒgelt.
Als SchengĂŒl das sieht,
kippt ein Schalter bei ihr um.
Sie holt sich einen GĂŒrtel
und zieht ihn so heftig
um Reifigs Hals,
bis der bewusstlos
am Boden liegt.
Sie greift zum Telefon
und ruft ihren Bruder an.
Hol mich ab,
sonst ist einer von uns beiden
gleich tot.
Am nÀchsten Tag
geht SchengĂŒl zum Anwalt
und reicht die Scheidung ein.
Ach, Entschuldigung,
er ist aber nicht,
sie hat den jetzt nicht
bis zu Tode gewirkt.
Nein, der war nur bewusstlos quasi.
Okay.
Als die Papiere bei Reifig ankommen,
fÀhrt der zu Schengels Arbeit
und will sie dort konfrontieren.
Als sie vor die TĂŒr
der Kanzlei kommt,
verprĂŒgelt er sie
auf offener Straße
krankenhausreif.
Schengels Chef
kommt dazu geeilt,
hÀlt Reifig von hinten fest,
einen Passant
ruft die Polizei.
Reifig wird festgenommen,
aber am Abend
wieder freigelassen.
Dann fÀhrt er
in die TĂŒrkei.
In den darauffolgenden Tagen
bekommt Schengels Familie
immer wieder Anrufe.
Schengel solle aufpassen,
Reifig wÀre mit einer Waffe
auf dem Weg zurĂŒck
nach Deutschland.
Schengels Mutter
begegnet ihrer Tochter
daraufhin nur mit den Worten
Du hast Schande
ĂŒber uns gebracht.
Am 7. August 1997
ist Schengel gerade
im zweiten Stock
des Hauses ihrer Familie,
als sie von draußen
das Quietschen
von Autoreifen hört.
Sie weiß,
dass jetzt etwas Schreckliches
passieren wird.
Dann hört sie das Knallen
einer TĂŒr
und einen Schuss.
Reifig kommt die Treppe
nach oben
und zielt mit einer Waffe
genau auf sie.
Insgesamt drĂŒckt er
achtmal ab.
Dann rennt er raus
zu seinem Auto
und fÀhrt davon.
Schengel ĂŒberlebt.
Wie durch ein Wunder
hat Reifig sein Ziel
ganze achtmal verfehlt.
Wow.
Es gibt da auch
ein Foto von ihr,
wo sie ihre Tochter
auf dem Arm hat
und so auf die Decke zeigt
und in der sieht man
halt die Einschusslöcher.
Naja,
auf jeden Fall
fÀhrt Reifig
nach der Tat
in die gemeinsame Wohnung,
legt dort Feuer
und schießt sich schließlich
selbst in den Kopf.
und fĂŒr Schengel
ist der Albtraum vorbei.
Mama,
der Papa,
der ist tot,
sagt ihre Tochter
einige Tage
nach der Tat zu ihr.
Ja,
der ist tot.
Nach einer Weile
fĂŒgt die VierjĂ€hrige hinzu,
ich weiß,
dass alle wollten,
dass du stirbst,
aber jetzt ist er gestorben
und das ist richtig so,
denn er war böse.
Das sagt die VierjÀhrige.
Ja,
das sagt die VierjÀhrige.
Auch was fĂŒr ein Witz,
dass die das schon kapiert,
dass der Vater
bei der Elternteile
wohlwissend ausgelöscht hÀtte
und dann das Kind
auch alleine
da zurĂŒckgeblieben wĂ€re.
Ja.
Es ist halt
dieser normale Reflex
wahrscheinlich,
fĂŒr ein Kind
zu sagen,
das ist falsch,
was der Papa da macht,
weil die noch nicht
quasi gelernt hat
oder so sozialisiert worden ist,
dass man halt
diese Ehre
wiederherstellen soll
oder sowas.
Das kriegt das Kind
ja noch gar nicht mit,
sondern das sieht einfach,
was falsch ist
und was nicht falsch ist
und wenn ihr Vater
ihr immer Schmerzen
bereitet hat,
ja,
aber dass sie das
dann auch so ausspricht,
das war dann auch
fĂŒr Schengel
total ĂŒberraschend
und traurig zu sehen,
dass sie das halt
alles so mitbekommen hat.
Nach dem versuchten
Ehrenmord an ihr
nimmt Schengel
ihr Leben in die Hand.
Sie arbeitet Tag und Nacht,
zieht mit ihrer Tochter
in eine grĂ¶ĂŸere Wohnung,
lernt ihren Traummann kennen,
mit dem sie auch
einen Sohn bekommt,
macht eine Therapie
und wird Steuerberaterin.
Eines Tages fÀhrt sie
zur Uni Erlangen,
weil sie prĂŒfen lassen will,
ob sie mit ihrer Qualifikation
ein Jurastudium beginnen dĂŒrfe,
auch ohne Abitur.
Dort erhÀlt sie
die schriftliche Zusage.
Als sie sich wieder
ins Auto setzt,
bekommt sie einen Weinkrampf.
Schengel,
du hast es geschafft,
sagt sie sich unglÀubig.
All die Jahre
hat sie die wunderschöne AnwÀltin
im Kopf gehabt,
die ihr stets Kraft gegeben hat,
aber weit weg erschienen
wie ein Traum.
Heute geht Schengel
selbst im grauen Hosenanzug
zur Arbeit,
kann mittlerweile
sechs lederne Aktentaschen
ihr eigen nennen
und hÀlt ihre Zulassung
zum Jurastudium
in der Hand.
Oh, das zieht gerade in meiner Nase.
Das passiert immer,
wenn ich weinen muss.
Und mit ihrer Familie?
Mit ihrer Familie
hatte sie erst mal
gar keinen Kontakt mehr,
aber mittlerweile
haben sie wieder Kontakt.
Sie hat sich auch
mit ihrer Mutter
ausgesprochen
und ja,
die sind aber zurĂŒck
in die TĂŒrkei gezogen,
die Eltern.
ist fĂŒr Schengel
vielleicht auch besser.
Hat sie sich aktuell
da irgendwie noch mal
zugeĂ€ußert?
Also sie hat ihr Leben
dann irgendwann aufgeschrieben,
das war 2011
und
ihr Buch heißt
Löwinnenherz
und das war auch
die Grundlage
meiner Recherche.
Mit ihrem Buch
möchte sie
jungen Frauen
Mut machen,
die in Àhnlichen
Situationen sind
und beim Lesen
musste ich auch
immer wieder weinen,
weil ich nicht glauben konnte,
dass was fĂŒr ein Unrecht
die eigene Familie
ihr quasi angetan hat
und mit was fĂŒr einer Kraft
sie sich da quasi
rausgekÀmpft hat
und immer so viel
gearbeitet hat
und gelernt hat
und gleichzeitig
noch diese ganzen
HausfrauentÀtigkeiten,
die die da halt
machen musste
und das Kind erzogen
und so weiter
und dann immer noch
diese Gewalt
jeden Tag.
Da war ich total beeindruckt
und ich fand auch
ihren Vergleich
mit der Insel
ziemlich treffend.
Ihre Familie
war quasi ihre Insel,
die fĂŒr uns
nicht sichtbar war
und erst sichtbar wurde,
als eben solche
schrecklichen Dinge passieren,
wie eben die Gewalt
auf offener Straße
oder ja letztendlich
der Ehrenmordanschlag.
Wir schĂŒtteln dann
tatsÀchlich den Kopf
und verstehen die Welt
nicht mehr.
Um vielleicht ein bisschen
VerstÀndnis aufbringen
zu können,
habe ich mich in das Thema
Ehrenmord eingelesen
und mit der Islamkritikerin
Sana Ramadani
gesprochen,
die selbst
in einer muslimischen
Familie aufwuchs,
in der sie Gewalt
und UnterdrĂŒckung
erfahren hat.
Kommen wir also
zu meinem Aha.
Offizielle Statistiken
zu der HĂ€ufigkeit
von Ehrenmorden
gibt es nicht.
Laut einer Untersuchung
der Vereinten Nationen
gibt es weltweit
etwa 5000 jÀhrlich.
Die dunkle Ziffer
liegt natĂŒrlich deutlich höher.
Ehrenmorde
sind ein PhÀnomen
Nordafrikas,
des Nahen und Mittleren Ostens
und Zentralasiens.
SchÀtzungen zufolge
finden weltweit
etwa 90 Prozent
aller Ehrenmorde
in islamischen Familien
statt.
Allerdings gibt es
fĂŒr den Ehrenmord
in der islamischen
Gesetzgebung der Scharia
keine Basis.
Nirgends steht,
du musst eine Frau töten,
die Schande ĂŒber deine
Familie gebracht hat.
Es hÀngt vielmehr
mit bestimmten Traditionen
in den Herkunftsgebieten
der Familien zusammen.
Seitdem immer mehr
Einwanderer aus
tĂŒrkisch-islamischen
Menschenkulturen
nach Deutschland kommen,
gibt es Ehrenmorde
vereinzelt auch hier bei uns.
Im Internet
findet sich die Seite
www.ehrenmord.de
und bei den Betreibern
dieser Seite
handelt es sich
um Privatpersonen
und die haben sich
halt zur Aufgabe gemacht,
alle Ehrenmorde
in Deutschland
zu dokumentieren,
die sie mittels
ihrer Recherche finden.
Da gibt es dann
fĂŒr jeden Fall
eine Seite
mit Kurzbeschreibung
der Tat
und dann links
zu den jeweiligen
Zeitungsberichten.
Und da es sich hier
nicht um eine offizielle
Stelle handelt,
sind die Zahlen
aber ohne GewÀhr.
Aber was denkst du denn,
Paulina,
wie viele FĂ€lle
die Betreiber
fĂŒr 2017 gefunden haben?
Naja, schwierig,
aber wenn man sagt
5000 jÀhrlich weltweit,
20?
2017 wurden in Deutschland
48 Frauen
und drei ungeborene Kinder
durch einen Ehrenmord
getötet.
42 Mordversuche
waren gescheitert.
Und die TĂ€ter
kamen am hÀufigsten
aus der TĂŒrkei,
aus Afghanistan
und Syrien.
Die Zahl
ist zwar sehr hoch,
aber sie zeigt auch,
dass die meisten Menschen
aus tĂŒrkisch-islamischen Kulturen
einen Ehrenmord
nicht als Lösung
fĂŒr ihre Probleme
in Betracht ziehen wĂŒrde.
Sonst hÀtten wir
natĂŒrlich viel mehr.
Wir haben ja sehr viele Leute
aus diesen Kulturen
auch in Deutschland.
Ja, natĂŒrlich nicht,
weil die meisten Menschen
auch Gehirnzellen haben.
Richtig.
Also das waren jetzt
die Hard Facts.
Aber um zu verstehen,
wie es zu so einem
Ehrenmord kommen kann,
muss man die Kultur
in diesen Familien
und ihren Ehrebegriff verstehen.
Und da es mir viel sinnvoller vorkommt,
das von einer Person
erklÀren zu lassen,
die auch aus dieser Kultur
stammt und sie versteht,
habe ich die Autorin
und ehemalige
Femenaktivistin
Sana Ramadani gefragt.
Was ist denn ĂŒberhaupt Ehre
in solchen Familien
und wie unterscheiden?
Und wie unterscheidet er sich
von unserem Ehrebegriff?
Die Ehre in solchen
muslimischen Gemeinschaften
wird ĂŒber die SexualitĂ€t
der Frau definiert.
Die Ehre ist zum Beispiel
gleichzusetzen mit dem
Machtanspruch des Mannes
gegenĂŒber der Frau
und des Clans
ĂŒber das Individuum.
Wie sage ich immer so schön,
die Ehre des Mannes
und der Familie
liegt zwischen den Beinen
der Frauen
in der muslimischen Gesellschaft.
Sane hat mir außerdem erzĂ€hlt,
dass man sich die Ehre
im tĂŒrkischen Namus
nicht verdient,
sondern sie verteidigt.
Und wer sie nicht verteidigt,
der wird ein ehrenloser Mann,
der quasi keine
Existenzberechtigung mehr hat.
Dann habe ich sie noch gefragt,
wann wird denn diese Ehre verletzt,
sodass es dann zu so etwas
wie einem Ehrenmord kommt?
Wenn zum Beispiel eine Frau
selbstbestimmt mit ihrem Körper
handelt, umgeht,
sogar vorehelichen
oder außerehelichen Sex hat,
vielleicht sogar die
JungfrÀulichkeit verliert,
bevor sie verheiratet wird,
dann ist sozusagen die Ehre
der Familie erstmal beschmutzt
und auch die Ehre
des Ehemannes dann auch
verletzt und beschmutzt.
Dann ist die Familie
oder der Ehemann
in der Pflicht,
die Ehre wieder herzustellen.
Da gibt es zum Beispiel
verschiedene Stufen,
wie so eine Ehre
wiederhergestellt werden kann.
Es fĂ€ngt an mit Druck ausĂŒben,
es kommt darauf an,
was in AnfĂŒhrungsstrichen
schlimm ist
oder wie weit
eine Frau schon gegangen ist.
Also von psychischem Druck
ausĂŒben,
dann kann es ĂŒbergehen
auf körperliche Gewalt,
Einsperren,
Zwangsverheiratung
und alles,
was damit zusammenhÀngt.
und wenn die Familie
oder der Ehemann
der Meinung ist,
das hilft alles noch nichts
und die Taten
dieser Frau
sind so schlimm,
dass eine
völlige Wiederherstellung
der Ehre
durch einen Mord
dann geschehen kann,
dann muss
ein Mord
passieren,
in AnfĂŒhrungsstrichen.
Und dann ist dann
entweder der Ehemann
in der Pflicht
oder die Familie
in der Pflicht.
In der Regel
passiert so ein Mord
dann nicht im Affekt,
sondern wird geplant,
oft gemeinsam
mit mehreren Familien
oder Clanmitgliedern.
Die Frau ist dann teilweise
komplett auf sich allein gestellt
und kann sich nicht mal
an ihre eigene Mutter wenden,
weil diese sie
möglicherweise verraten wĂŒrde.
FĂŒr mich ist das unbegreiflich,
wie man da nicht helfen kann
als Mutter.
Deshalb habe ich Sana gefragt,
warum man sich denn
dann nicht mal
auf die eigene Mutter
verlassen kann.
Also normalerweise
kann man das natĂŒrlich
nicht einfach so verstehen,
gerade als Mutter nicht,
weil ich bin
eine Mutter einer Tochter
und ich wĂŒrde
jedem alles antun,
aber meiner Tochter
nie im Leben.
Aber man muss es auch
so verstehen,
die MĂŒtter helfen nicht
in diesen Gemeinschaften
und ab und zu
sind sie sogar
die FederfĂŒhrenden
bei so einem Mord
oder solchen Taten,
weil sie natĂŒrlich
auch dementsprechend
sozialisiert worden sind
von klein auf.
Sie haben dieses System,
das Frauen zur Ware,
zu Bedienteten,
zur Sklaven macht,
so verinnerlicht,
dass sie sogar
an die Richtigkeit
dessen glauben.
Der andere Grund
ist natĂŒrlich,
dass eigentlich
die MĂŒtter
fĂŒr die Aufrechterhaltung
der Ehre
zustÀndig sind.
Das bedeutet,
die MĂŒtter
erziehen die Kinder
und wenn eine Mutter
das MĂ€dchen
nicht zu einer
ehrenhaften Frau
erzogen hat
und dieses MĂ€dchen
dann die Ehre
der Familie
verlÀsst,
dann ist die Mutter
auch damit
mit die Hauptverantwortliche
fĂŒr die
Ehrverletzung.
Was aber nicht
vergessen werden darf,
die MĂ€nner
in diesen Familien
sind nicht weniger
Opfer ihrer Kultur
als die Frauen,
auch wenn sie
seltener persönlich
darunter zu leiden haben
und das erklÀrt uns
Sana so.
Es ist sehr schwierig
in solchen Gemeinschaften
nur von TĂ€tern
und nur Opfern
zu sprechen.
Man muss das so sehen,
alle sind auf gewisse Art
und Weise
sozialisiert worden.
NatĂŒrlich sind
die Nutznießer
dieser Gesellschaft
MĂ€nner
oder die grĂ¶ĂŸeren
Nutznießer MĂ€nner.
Aber das bedeutet nicht,
dass sie unter diesem System
nicht MĂ€nner auch leiden.
Wenn man einfach
von klein auf,
sei es Mann
oder Frau
oder MĂ€dchen
oder Junge
so erzogen worden ist,
dann ist es sehr schwer
von der eigenen Erziehung
sich loszusagen,
von der Community
sich loszusagen
und selbstbestimmt zu leben,
wenn man vielleicht sogar
noch nicht mal
das Leben
außerhalb
dieses Wertesystemes
kennt.
Wir haben ja in Folge 14
schon ĂŒber Gewalt
und Tötungen
in der Partnerschaft
gesprochen
und darĂŒber,
dass mehr als
jeden dritten Tag
ein Mann seine Partnerin
oder Ex-Partnerin
umbringt.
Zu Morden
an seiner eigenen Ehefrau
kommt es also
in allen Kulturen.
Die meisten dieser Morde
werden dann aber
nicht als Ehrenmorde
bezeichnet,
weil sich der Mann
im Nachhinein auch nicht
auf seine Ehre bezieht.
Aber diese MĂ€nner
handeln oft aus Àhnlichen
Motiven wie die Ehrenmörder.
Der Mann fĂŒhlt sich zum Beispiel
in seiner Ehre
oder in seiner MĂ€nnlichkeit
verletzt,
weil die Frau ihm fremdgegangen ist
oder ihn verlassen will
oder bereits verlassen hat.
Ein wichtiger Unterschied
ist aber,
dass sich die Familie
in der Regel nicht
in der Regel nicht gegen die Frau stellt
und sie deshalb viel mehr
Schutz hat.
Und ein weiterer Unterschied
liegt im Unrechtsbewusstsein.
Ein Ehrenmörder ist sich in der Regel
keiner Schuld bewusst.
Die Frage aller Fragen ist also,
wie können wir Ehrenmorde verhindern?
Schengel kritisiert in ihrem Buch,
dass in Deutschland
in den vergangenen 40 Jahren
keine konsequente Migrationspolitik
betrieben wurde.
Ihre Kritik ist erstaunlich aktuell,
wenn man bedenkt,
dass das Buch von 2011 ist.
Sie schreibt,
Schengel hat sich auch einige Gedanken gemacht
und VorschlÀge
fĂŒr eine funktionierende Integrationspolitik.
Sie fordert zum Beispiel
ein Integrationsamt
und einen Integrationsminister,
um die Verantwortung
in einer zentralen Stelle zu bĂŒndeln.
Außerdem ist sie
fĂŒr SonderspĂ€tförderprogramme,
wo Menschen mit Migrationshintergrund
AbschlĂŒsse nachmachen können
und staatliche Sozialleistungen
in Form von Bildungsgutscheinen
ausgegeben werden
und nicht einfach nur Geld,
das die Eltern dann
fĂŒr ihre Zwecke nutzen können,
sondern halt,
dass es ganz gezielt
den Kindern zugefĂŒgt wird.
Vor allem ist ihr eben
die Förderung von Kindern
sehr wichtig.
Sie schreibt,
wir können es uns nicht leisten,
das Potenzial der Menschen
brach liegen zu lassen.
Das ist natĂŒrlich so wahr
aus dem Mund von einer Frau,
in der so viel
immer schon gesteckt hat
und was immer zurĂŒckgehalten wurde.
Ja.
Ich finde das ganz furchtbar,
wenn man jemanden
den Verstand einschrÀnkt.
Und ich finde natĂŒrlich
dieses ganze patriarchalische
Wertesystem
ganz, ganz schlimm.
Und mich macht so ein Fall
dann auch immer so wĂŒtend,
weil das so weit weg ist
von dem,
wie wir erzogen
und sozialisiert wurden.
Ja, und deswegen finde ich auch
diese Metapher
so gut mit der Insel,
weil es ist wirklich so,
dass wir können es ja
ĂŒberhaupt nicht nachvollziehen,
wie jemand
auf die Idee kommen könnte,
dass man umgebracht werden muss,
wenn man zum Beispiel
untreu war
oder Sex vor der Ehe hatte
oder so was.
Ja, das ist so.
Und dann noch
die eigene Familie
und oft ist es so,
dass die jĂŒngsten Geschwister,
die jĂŒngsten BrĂŒder
das dann machen mĂŒssen,
weil die Strafe fĂŒr die
dann am geringsten ist.
Stell dir mal vor,
ein junger Mann,
also vielleicht noch 16, 17,
wird dann von der Familie beauftragt,
die eigene Schwester,
die er vielleicht ĂŒber alles liebt
und er ist vielleicht
nicht der Meinung,
wie die Familie,
dass sie die Ehre
beschmutzt hat
und dann wird er dazu gezwungen
und dann muss er danach
ins GefÀngnis.
Wegen dieser Idee,
dieser Ehre.
Das ist halt so,
das ist so unglaublich
fĂŒr mich.
FĂŒr mich hört sich das auch so an,
als ob die Frauen
tatsÀchlich die einzigen sind,
die in der Lage wÀren,
diese Ehre ĂŒberhaupt
zu beschmutzen.
Inwiefern kann ein Mann
die Ehre der Familie
beschmutzen?
Indem er homosexuell ist
zum Beispiel.
Aber es hat immer was
mit der SexualitÀt zu tun.
Meistens ist es so,
es gibt aber auch
andere Arten von Ehre,
zum Beispiel,
wenn irgendwas finanziell,
wenn etwas finanziell
quasi nicht ehrenhaft gemacht wird.
Das gibt es zum Beispiel auch.
Aber meistens
kommen diese Ehrenmorde,
wie wir sie jetzt kennen
und wie ich den beschrieben habe,
durch diese SexualitÀt,
die die Ehre eigentlich
hÀtte waren sollen sozusagen.
Ich möchte kurz was schildern,
was mich damals
furchtbar verwirrt hatte.
Ich kannte aber nicht
beide MĂŒtter persönlich,
deswegen will ich jetzt
auch hier nichts unterstellen.
Aber ich war in der Schule
mit einem PĂ€rchen
und er war TĂŒrke
und sie war Kurdin.
Und die mussten das
immer geheim halten,
weil ihre Eltern
das quasi ĂŒberhaupt
nicht toleriert hÀtten.
Und dann kam das aber raus,
weil jemand die irgendwann
mal zusammen im Park gesehen hatte
und dann gab es natĂŒrlich
sehr viel Ärger zu Hause
bei beiden Familien.
Und so wie ich das
in Erinnerung hatte,
waren die VĂ€ter sehr sauer darĂŒber
und dann haben sich aber
die MĂŒtter getroffen
und sie erzÀhlte mir das damals,
dass sich die MĂŒtter dann treffen.
Und dann dachte ich,
also fĂŒr mich,
in meinem VerstÀndnis,
war das ein Hoffnungsschimmer,
dass sich jetzt die besonnenen
MĂŒtter zusammentun.
wie können wir hier
unsere MĂ€nner
ein bisschen zurĂŒckhalten?
Wie können wir machen,
dass das funktioniert?
Und dann sagte sie zu mir,
nein, die reden darĂŒber,
wie sie uns voneinander
fernhalten können weiterhin,
aber reden miteinander darĂŒber,
was die VĂ€ter
nicht machen wĂŒrden.
Und das war fĂŒr mich
so absurd,
dass sich diese MĂŒtter
da jetzt hinsetzen
und zusammen
einen Plan aushacken,
wie sie diese beiden Teenager
voneinander fernhalten können
und nicht fĂŒr das GlĂŒck
des jeweiligen Kindes einstehen.
Das ist echt verrĂŒckt.
Und ich kann mich noch heute
ganz genau daran erinnern,
dass ich das ganz, ganz schlimm
fĂŒr meine Schulfreundin fand,
dass ihre eigene Mutter
einfach nicht hinter ihr stand.
Ja, bei Schengel war es ja auch so,
dass ihre Mutter
die ganzen Jahre
nicht zu ihr gehalten hat.
Und fĂŒr sie war es dann
auch so eine richtige Erleichterung,
als die beiden
sich dann endlich mal
ausgesprochen hatten.
In meinem Fall geht es um eine Familie,
deren Namen jeder kennt,
die auf der Straße
aber nicht erkannt werden will,
zumindest nicht nach dem,
was passiert ist,
was ihr gleich hören werdet.
Ihr Vermögen wird im Jahr 2016
auf 7,2 Milliarden Euro geschÀtzt.
Ihnen gehört einer
der einflussreichsten Familienkonzerne,
wozu mittlerweile
400 Firmen gehören.
Aber Reichtum
macht auch angreifbar.
Zumindest im Fall
der Familie Oetker.
Die Tat ist schon vorbereitet.
Alle Vorkehrungen sind getroffen.
Es ist ein guter Plan
und er ist durchdacht.
Dieser Plan wird nicht scheitern,
wie einige seiner
dilettantischen VorgÀnger.
Er wird sie alle tÀuschen.
Alle werden ĂŒber die Illusionen
und ĂŒber die große Zauberkiste erstaunen.
Nur das Opfer,
das fehlt fĂŒr diesen Plan noch.
Bis jetzt.
In einem Wirtschaftsmagazin
Kapital steht ein Artikel
ĂŒber das angebliche Testament
der Familie Oetker.
Alle sieben Kinder
werden dort mit vollem Namen erwÀhnt.
Eines von ihnen studiert
in Freiburg
an der UniversitÀt
Weinstephan.
Das ist nicht weit entfernt
von dem Ort,
wo dieser Plan entsteht.
Und jetzt ist er vollstÀndig.
Ein Mensch wird verschwinden.
Es ist der 14. Dezember 1976.
Richard Oetker verlÀsst als erster
den Vorlesungssaal.
Der 25-JĂ€hrige studiert
Brau- und Agrarwissenschaften
an der Technischen UniversitÀt.
Es ist 18.45 Uhr
und draußen ist es dunkel
und nasskalt.
Richard ist ein großgewachsener
junger Mann
mit vollem braunen Haar.
Auf manchen Bildern,
die in dieser Zeit entstanden sind,
lÀchelt er verschmitzt.
Er hat Humor
und ist ein durch und durch
positiver junger Mann,
der Menschen mag.
Zu Hause wartet gerade
seine Frau Marion auf ihn.
Die beiden haben gerade
erst geheiratet.
Er geht ĂŒber den Uniparkplatz
zu seinem Auto.
SchrÀg neben dem
steht ein VW-Kastenwagen geparkt.
Noch bevor er den SchlĂŒssel
reinstecken kann
und sich auf die Fahrerseite
setzen kann,
wird er von einem Mann
ĂŒberrascht.
Er ist maskiert.
Richard blickt in den Lauf
einer Pistole mit
aufgeschraubtem SchalldÀmpfer.
Der Mann, der ihn bedroht,
nennt ihn Richardchen
und sagt,
das Ding macht nur
Klack.
Richard soll mit
zum Kastenwagen kommen.
Da zeigt
der Maskierte
auf eine
sargÀhnliche
Holzkiste.
Da soll er sich reinlegen.
Was schwierig ist,
denn Richard ist 1,94 Meter groß,
die Kiste aber nur 1,40 Meter lang,
80 Zentimeter hoch
und 70 Zentimeter breit.
Er kann sich nur mit MĂŒhe und Not
wie ein Embryo
zusammenkauernd reinlegen.
Und darin soll er sich
Handschellen anlegen.
Dann klappt die Kiste
ĂŒber ihm zu.
Das ist jetzt
sein GefÀngnis.
Von drinnen hört er,
wie der Maskiertemann
jetzt jemanden anmotzt.
Pass auf,
da kommen noch mehrere.
Aber was das bedeuten soll,
weiß Richard nicht.
Dann beginnt
die 45 Minuten
lange Fahrt.
Nach der ersten
Schockphase
fragt sich Richard,
was mache ich denn jetzt?
Er denkt,
irgendwie und irgendwann
komme ich hier schon
wieder raus.
Und auf diesen Moment
versucht er sich ab jetzt
vorzubereiten,
indem er versucht,
sich alle HintergrundgerÀusche,
alle Details einzuprÀgen.
Dann ertönt eine Stimme
aus der Gegensprechanlage.
Guten Abend,
Herr Oetker.
Von nun an
bin ich fĂŒr Sie zustĂ€ndig.
Dem EntfĂŒhrer
werden sie nicht mehr begegnen.
Diese Person
ist ab jetzt
Oetkers Kontaktperson.
Die einzige,
die er hier
zu Gesicht bekommen wird.
Als der Wagen stoppt,
hört Richard wuseln,
Schritte und mehrere Personen
miteinander diskutieren.
Dann dringt plötzlich
Licht durch einen Spalt
in die Kiste.
Der Deckel hebt sich.
Über ihm steht ein Mann,
getarnt mit einer
Schweinchen-Dickmaske.
Die beiden sind allein
und reden ein bisschen
miteinander.
Die Schweinchen-Dickmaske
erzÀhlt Richard Oetker,
er wÀre ein Student,
der den Drogen verfallen ist
und irgendwie in die Sache
reingeraten wÀre.
Richard kommt die TĂ€ter-Opfer-Bindung
in den Sinn
und hat so die Idee,
irgendwie eine Beziehung
zu dem EntfĂŒhrer aufzubauen.
Der sitzt ihn nÀmlich
und das gefÀllt ihm
nicht so richtig,
weil er diese Distanz
fĂŒr unangemessen
in der Situation hÀlt.
Also bietet er ihm
das Du an.
Ja, Richard,
und jetzt willst du wohl
auch noch meinen Namen wissen,
sagt die Schweinchen-Dickmaske.
NatĂŒrlich ja,
antwortet Richard.
Der EntfĂŒhrer schlĂ€gt vor,
dass Richard ihm einen Namen gibt.
Er denkt an seinen alten Freund,
den sie Checker nannten.
Weil er das hier mit etwas
Positivem verbinden will,
schlÀgt er den Namen vor.
Der EntfĂŒhrer akzeptiert.
Erst jetzt erfÀhrt Richard,
in was fĂŒr einer Folterkonstruktion
er da eigentlich
gefangen gehalten wird.
Checker erklÀrt ihm nÀmlich,
dass die Kiste
mit einer Sprechanlage
ausgestattet ist
und seine Handschellen
an einen Stromkreislauf
angeschlossen sind.
Richard soll sich ja
ruhig verhalten
und keine Ausbruchsversuche
unternehmen.
Ansonsten wĂŒrden
ĂŒber einen selbstgebauten
Akustomaten StromschlÀge
ausgelöst werden.
Danach schließt er
die Holzkiste wieder
und lÀsst Richard
in der Dunkelheit allein.
Checker hat jetzt die Aufgabe,
Richards Frau Marion anzurufen
und stellt die Lösegeldforderungen.
Am 17. Dezember
soll die Familie
21 Millionen D-Mark zahlen.
Die höchste Summe ĂŒbrigens,
die zu diesem Zeitpunkt
jemals in Deutschland
als Lösegeld gezahlt wurde.
Genauere Instruktionen
werden folgen.
Nach dem Telefonat
geht er zur Post
und schickt verschiedene Briefe
auf den Weg.
Sie enthalten die ersten
Anweisungen des Plans.
Die Zahl 21
beschÀftigt die Ermittler.
Also die Familie
hatte dann die Polizei kontaktiert.
Denn 21 lÀsst sich
gut durch drei
oder durch sieben Teilen.
Sind es also drei
oder sieben TĂ€ter?
WĂ€hrend sich Familie
Oetker daran macht,
das Geld zu besorgen,
geht Checker wieder zurĂŒck
zum Kastenwagen
und setzt den in Bewegung.
Die Fahrt endet diesmal
in einer Garage.
Da soll der Wagen bleiben.
WĂ€hrenddessen
durchlebt Richard
in der Kiste
bittere Stunden.
FĂŒr ihn beginnt
nÀmlich jetzt
der Überlebenskampf.
Denn durch das extrem
beengte und gekrĂŒmmte
Liegen
kann er quasi
nicht mehr richtig atmen.
Und die Lunge
gibt dann einen Teil
ihrer Funktion auf
und wird dadurch
stark beschÀdigt.
Es ist eine schlimme Nacht,
aber nichts im Vergleich
zum Morgen.
Denn
als Checker
gegen neun Uhr
das Garagentor öffnet,
streift das
das Blechdach
des Wagens
und löst mit dem
Krach
den Akustomaten
in der Kiste aus.
Richards Körper
wird von heftigen
StromschlÀgen
durchgezogen.
Seine Muskeln
ziehen sich zusammen
und seine Arme
und Beine
schlagen aus.
Aber sein Körper
ist ja fixiert
und deswegen
werden ihm
mehrere Knochen
gebrochen.
Oh Gott.
Was natĂŒrlich,
wie du dir vorstellen kannst,
höllische Schmerzen
verursacht.
Noch dazu kommt,
dass seine Schreie
und die StĂ¶ĂŸe
seines Körpers
gegen die Kiste
die StromschlÀge
noch auf 10 Sekunden
verlÀngern.
Dieses Materium
bringt ihn fast um.
Dann zieht Checker
den
Dann zieht Checker
den Stecker.
Nein.
Dann zieht
Checker
den Stecker.
Dann zieht Checker
den Stecker.
Also der EntfĂŒhrer
zieht dann den Stecker
der Anlage
aus dem Stromnetz.
Dann darf sich
Richard Oetker
das erste Mal
aufrichten.
Was wahrscheinlich
weitere SchÀden
verhindert.
Weil Richards
Zustand jetzt
offensichtlich
lebensbedrohlich ist,
muss der Plan
geÀndert werden.
Also ruft Checker
wieder bei Richards
Frau Marion an.
Weil er sich
bewusst darĂŒber ist,
dass die Polizei
mittlerweile sicherlich
zuhören wird,
arbeitet er mit
einem Stimmenverzerrer
und stopft sich
zusÀtzlich Tampons
in die Wangen.
Die GeldĂŒbergabe
soll nun
vorverlegt werden.
Gleich morgen,
also am 16.
soll Richards Bruder
August das Geld
ĂŒber mehrere Umwege
ĂŒbergeben.
Die Schnitzeljagd
kann also jetzt
beginnen.
Monatelang wurde
durch MĂŒnchen
gestreift und nach
einer perfekten
doppelbödigen
Zauberkiste gesucht.
Und sie wurde
gefunden.
Der MĂŒnchner
Stachos ist der
ideale Platz
fĂŒr die
GeldĂŒbergabe.
Die Unterwelt
dort gleicht
nÀmlich einem
Labyrinth aus
Parkdecks und
Passagen und
Liefereinfahrten
und GĂ€ngen
und vielen TĂŒren.
Am nÀchsten Tag,
zwei Tage nach
der EntfĂŒhrung,
beginnt August
Oetkers Auftrag
vor dem
MĂŒnchner
Sheraton Hotel.
Bepackt mit
30 Kilogramm
schweren Koffern
wartet er
dann auf
ein Signal.
Er soll
sich zum
100 Meter
entfernten
Hotel
Arabella
begeben.
Von dort aus
geht seine
Reise
mit dem
Auto
zum
Bayerischen
Hof
weiter.
In dem
Hotel
bekommt er
dann
eine
Mappe
und
einen
SchlĂŒssel
fĂŒr
ein
Schließfach
ausgehÀndigt.
In der
Mappe
steht,
dass das
passende
Schließfach
am
Aluminiumkoffer
und weitere
Anweisungen.
Auf der
Bahnhofstoilette
soll er jetzt
das Geld
von seinen
Koffern
in den
Aluminiumkoffer
umpacken
und danach
zum
Stachus
fahren.
Dort
fĂŒhrt
sein
Weg
in das
Untergeschoss.
Die
Reklame
einer
Apotheke
neben
einer
Rolltreppe
ist seine
letzte
Station.
In den
Anweisungen
steht,
dass er
sich
direkt
unter
das
A
stellen
soll,
den
Koffer
neben
sich.
Und das
macht er
auch
und
wartet.
Um
14 Uhr
öffnet
sich
plötzlich
die
graue
StrahltĂŒr
hinter
ihm.
Eine
Hand
greift
schnell
nach
dem
Koffer
und
der
Mann
verschwindet
gleich
wieder
hinter
der
TĂŒr
und
die
schnappt
dann
zu.
Mittlerweile
sind
zwar
mehr
als
50
Zivilbeamte
rund
um
den
Stachus
im
Einsatz,
aber
keinem
gelingt es,
die
Verfolgung
aufzunehmen.
Denn die
StahltĂŒr
ist eine
FeuertĂŒr
und lÀsst
sich nur
von
einer Seite
öffnen.
Von
dort aus
bringt
der Mann
den
Geldkoffer
ĂŒber
FluchtgÀnge
und Treppen
zu einem
Ladenhof.
Der
Dieb
fÀhrt
also
wie ein
gewöhnlicher
Lieferant
davon.
Und
jetzt
muss es
ganz
schnell
gehen.
Denn
wenige
Wochen
zuvor
hatte
Checker
einen
kupfermetallfarbenen
Opel
gekauft.
Er
sÀubert
ihn
reinlich,
stellt
das
Auto
in
einem
Wald
ab
und
begibt
sich
dann
wieder
zu
Richard
Oetker.
Der
liegt
immer noch
schwer
verletzt
legen.
Der
konnte
sich
zwar
nicht
mehr
so
richtig
bewegen,
aber
wahrscheinlich
hat er
ihn
jetzt
nicht
getragen.
Also
da war
nur
eine
Person
quasi.
Richard
Oetker
hat
immer
nur
Kontakt
mit
Checker.
Die
Polizei
findet
Richard
Oetker
bei
minus
14
Grad
auf
dem
Beifahrersitz.
47
Stunden
hat
die
EntfĂŒhrung
gedauert.
Als
Oetker
in eine
Klinik
kommt,
beziffern
die
Ärzte
seine
Überlebenswahrscheinlichkeit
auf
Verletzung
und
deswegen
muss
das
andere
warten,
was
schlecht
ist
fĂŒr
die
Heilung
danach
von
den
anderen
Verletzungen.
Aber
wegen
seiner
Lunge
können
sie ihn
nicht
in
Narkose
versetzen
und
mĂŒssen
dann
die
Behandlung
bei
vollem
Bewusstsein
vollziehen.
Oh Gott.
Aber
er
ĂŒberlebt.
Richard
Oetker
musste
aber
bis
1994
also
noch
17
Jahre
nach
der
EntfĂŒhrung
immer
wieder
operiert
werden
und
kann
vier
Jahre
lang
nur
mit
Gehstutzen
laufen.
Mit
der
Rettung
Oetkers
endet
diese
Geschichte
aber
noch
nicht.
Denn
jetzt
mĂŒssen
die
Ermittler
die
EntfĂŒhrungstruppe
finden.
Und
das
wird
deswegen
so
schwer,
weil
es
gar
keine
gibt.
Denn
in
Wahrheit
wurde
alles
von
einem
Mann
ausgeheckt.
Ein
Mann,
der
frĂŒher
als
Hobby
Illusionist
im
Varité
unter
dem
Namen
Mr.
Magico
aufgetreten
ist und
sich fĂŒr
schlauer
als
alle
anderen
hÀlt.
Dem
Opfer
und den
Ermittlern
vorzugaukeln,
es wĂŒrde
sich um
eine
Gruppe
von
EntfĂŒhrern
handeln,
ist Teil
seines
Zaubertricks.
Aber
hatte der
nicht mit
irgendjemandem
geredet?
Genau,
der hat
so getan.
Von
Anfang
an hat
er
in
seinem
Kopf
sich
selbst
mehrere
IdentitÀten
zurechtgelegt,
hatte
auch
sich
SchnurrbÀrte
gekauft
und so
und
um
das
eben
alles
auch
vor
dem
Oetker
so
zu
inszenieren.
VerrĂŒckt.
21
Millionen
D-Mark
forderte
er
deswegen
genau,
weil
das
die
Summe
ist,
die
in
den
ausgesuchten
Koffer
passte.
Den
hatte er
nÀmlich
vorher
ausgemessen.
Das
Geld
wollte er,
um
sich
ein
besseres
Leben
zu
finanzieren.
Er
denkt
erst
zu
höherem
bestimmt,
als
als
Mechaniker
in seiner
Autowerkstatt
zu
arbeiten
und
seinen
Alltag
als
Familienvater
von
zwei
Söhnen
in
einem
Reihenhaus
zu
fristen.
Deswegen
wollte er
diese
finale
Show,
die
ihm zum
MillionÀr
machen
soll,
abliefern.
Und
diesen
Mann
zu
finden
ist
nicht
leicht,
denn
er
gibt
sich
alle
MĂŒhe,
keine
Spuren
zu
hinterlassen.
Den
Kastenwagen
lÀsst
einem
kleinen
jungen
Baum.
Stell dir
vor,
du hÀttest
den
da
gefunden,
das
Geld.
ZufÀllig.
Ja.
Hallo.
Die
Ermittler
haben fast
nichts außer
der
Tonbandaufnahmen,
der
Telefonanrufe
von dem
einen
EntfĂŒhrer,
weil sie
gehen ja
immer noch
von einer
Gruppe
aus.
Erst
ein
knappes
Jahr
nach der
Tat
geht der
erste
richtige
Hinweis
ein.
Eine
Ex-Freundin
erkennt
die
Stimme
auf einer
der
Tonbandaufnahmen,
die
öffentlich
ausgestrahlt
wird.
Hartmut L.,
der Name
ist geÀndert,
heißt ihr
Ex und sie
beschreibt ihn
als technisch
begabt und
hochgradig
intelligent.
Alles,
was er
anpackt,
gelingt
ihm,
sagt sie.
Aber
ihm
ging es
in erster
Linie
immer um
seinen
Geltungsdrang.
Die
Ermittlungen
gegen ihn
fĂŒhren
aber
zunÀchst
ins
Leere.
Oh,
echt?
Das ist
ja verrĂŒckt.
Erst
wieder
ein
Jahr
spÀter
geschieht
dem
Hochintelligenten
ein
FlĂŒchtigkeitsfehler.
Er tauscht
bei seiner
Bank
einen
M-Scheine
um.
Am 30.
Januar
1979
nehmen sie
Hartmut L.
fest.
Nichtsdestotrotz
haben die
Ermittler
abgesehen von
diesem
einen Schein
nicht viel.
Das restliche
Geld fehlt
ja und er
allein wird
diese Tat
ja wohl
auch kaum
begangen
haben,
denken sie.
Und warum
hat er
das gemacht
mit dem
Schein?
Der wusste
doch,
dass sie
sozusagen
markiert
sind.
Ich habe das so
gelesen,
dass er die
Scheine
aufgeteilt hat
in heiße Scheine
und in Ordnung
Scheine,
die er hÀtte
ausgeben können
und da ist ihm
wohl einfach
ein Fehler
unterlaufen,
hat er spÀter
gesagt.
Passiert
den Besten.
Unter
großem
medialen Aufsehen
beginnt am 26.
November
79 der Prozess
gegen den
37-jÀhrigen
Hartmut L.
Er beteuert
wÀhrend des
gesamten
Verfahrens
seine
Unschuld
und dennoch
wird er zu
15 Jahren
Haft
verurteilt.
Die Richter
bescheinigen
ihm eine
rasche
Auffassungsgabe,
hohe
Intelligenz
und ungewöhnliches
Wissen.
In den
Zeitungen wird
von einem
Justizirrtum
geschrieben,
teilweise,
unter anderem
auch deshalb,
weil das
Gericht eben
die
angeblichen
MittÀter
gar nicht
finden konnte.
Der
Spiegel
schreibt,
einer allein
hat Richard
Oetker
nicht
entfĂŒhrt.
Es muss
mindestens
zwei
TĂ€ter
geben.
Auch
Richard
Oetker
sagt in
dem
Prozess
aus.
Über
ihn
schreibt
die
Zeitschrift,
Richard
Oetkers
Aussagen
sind
makellos.
So schwer
er gezeichnet
wurde,
so instÀndig
ist er bemĂŒht,
nichts
Leichtfertiges
zu sagen.
Man kann
sich als Opfer
einer Tat
nicht fairer,
nicht menschlicher
verhalten.
Was
bewundernswert ist,
denn zu Beginn
des Prozesses
reden noch
alle Medien
mit ihm,
also die
wollen
Interviews.
Und als
dann aber
L
auftaucht,
interessiert
sich auf einmal
niemand mehr
fĂŒr seine
Sicht,
sagt er
spÀter.
Und das ist
fĂŒr ihn
halt ganz
schwer
nachzuvollziehen
und sorgt
dann danach
auch fĂŒr ein
distanziertes
VerhÀltnis
zu den
Medien.
Aber das
ist ja ganz
oft so,
dass die
Medien sich
dann mehr
fĂŒr den
TĂ€ter
als fĂŒr
das
Opfer
interessieren.
Kann ja
ein gewisses
Interesse
nachvollziehen,
aber man
muss sich
ja dann
nicht
umdrehen,
beispielsweise
wÀhrend eines
Interviews
und dann
gehen.
Das ist ja
ganz
Interview abgebrochen
haben,
aber es
hörte sich
so an.
Also diese
Situation hat
ihn schon
sehr
irritiert.
Nach Absitzen
seiner
Haftstrafe
kommt L
im Januar
94
wieder frei.
Familie
Oetker
unternimmt
einen Versuch
nach dem
nÀchsten
dann doch
irgendwie
an das
Lösegeld
zu kommen,
aber die
21
Millionen
scheinen
wie vom
Erdboden
verschluckt
und sind
es ja auch
irgendwie.
Und war
der jetzt
wirklich
15
Jahre
gesessen
oder
musste
der
frĂŒher
raus?
Der
ist nur
ganz
minimal
eher
entlassen
worden.
Ich glaube,
es waren
dann 14
eineinhalb
Jahre
oder so.
Finde ich
aber schon
lang.
Finde ich
gut.
Das ist
sehr
lang,
ja.
Vielleicht
hat diese
lange
Haftstrafe
auch was
mit dem
Namen
zu tun,
ja.
Könnte
ich mir
vorstellen.
Aber auch
mit dieser
schrecklichen
Tat.
Ich glaube,
wenn man es
vergleicht,
es ist eine
lange
Haftstrafe.
Ich finde
sie aber
keineswegs
ungerechtfertigt,
weil Richard
Oetker hÀtte
da auch sterben
können in der
Kiste.
Nee,
auch nicht
ungerechtfertigt.
Ich finde
das sehr gut.
Aber
trotzdem,
wir reden
ja so
oft ĂŒber
Strafen
und sehr
oft ist es
ja,
dass wir
das Empfinden
haben,
dass es
sehr wenig
ist.
Und da
ist es
jetzt
höher,
als ich
gedacht
habe.
Ja.
Kurz vor
seiner
Freilassung
fragt
Els Frau,
sag mal
Hartmut,
warst du es
eigentlich?
Ja.
Warum
hast du
mir das
denn
nie
gesagt?
Weil
du
mich
nicht
gefragt
hast.
Und
kurz
darauf
erleidet
die
Frau
dann
einen
Schlaganfall
und
seitdem
ist sie
schwerbehindert
und
L
braucht
jetzt
dringend
Geld
fĂŒr
ihre
Behandlung.
Nur
wie
den
Sack
nach
17
Jahren
wieder
finden.
Weil
dieser
junge
Baum,
wo er
den
Sack
vergraben
hatte,
ist
inzwischen
von
den
anderen
BĂ€umen
gar
nicht
mehr
zu
unterscheiden.
und
L
muss
mehrmals
zur
Landstraße
fahren
und
dort
nach
seiner
Million
zu
suchen.
Seiner
in
AnfĂŒhrungstĂŒlechen.
Mithilfe
einer
Spannschnur
steckt er
sich dann
Suchquadrate
ab
und buddelt
mit einem
Spaten
so lange
in der Erde
rum,
bis er
dann
irgendwann
tatsÀchlich
ein
kleines
StĂŒck
einer
blauen
PapiertĂŒte
entdeckt.
Nur
alles,
was
darin
noch
ĂŒbrig
ist,
ist
ein
verschmodderter
Brei,
denn
ĂŒber die
Jahre
ist
Wasser
in die
PlastiktĂŒte
eingedrungen
und
Maden
haben
sich
dann
durch
die
Scheine
gebohrt.
Scheiße.
Tja,
das geschieht
ihm recht.
Ich wĂŒrde
ja auch so
reagieren,
nur leider
ist es ja
nicht sein
Geld,
sondern das
der Familie
Oetker
eigentlich
und deswegen
haben sie
genauso den
Schaden.
Ja,
aber wenn
das jetzt
noch
da gewesen
wÀre,
hÀtte es
ihr ja
auch
nicht
zurĂŒckgegeben.
Na,
Moment.
Okay.
Ich bin noch
nicht zu Ende.
Also,
man kann nur noch
die HĂ€lfte der
Scheine
gebrauchen.
Und
1997
versucht er
dann in
London
1000
D-Mark-Scheine
umzutauschen.
Was er
aber nicht
weiß,
ist,
dass ihn
ein
V-Mann
direkt
dorthin
gelockt
hat.
Als er
dann in
die
FĂ€nge
von
Scotland
Yard
gerÀt,
hat er
12,4
Millionen
D-Mark
bei sich.
Also,
so viel
war noch
intakt.
Wegen
Betrugs
und
versuchter
GeldwÀsche
wird er
nochmals
in London
zu zwei
Jahren
Haft
verurteilt.
Ein GlĂŒck
fĂŒr
Richard
Oetker
und seine
Familie,
denn ihr
Albtraum
war immer
gewesen,
dass der
EntfĂŒhrer
sich mit
dem
Geld
nach dem
Absitzen
der Strafe
quasi ein
schönes
Leben
und sich
absetzen.
Ich weiß
nicht,
aber
Richard
Oetker
hat
tatsÀchlich
von
Brasilien
gesprochen,
auch in
dem
Interview.
Da sitzt
er dann
mit
Niklas
G.
aus
unserer
Folge
16.
Nein,
der sitzt
in
Haft.
Jetzt
ist
offiziell
klar,
dass
L
der
EntfĂŒhrer
war.
Das
hatte
er
ĂŒber
die
gesamte
Haftstrafe
immer
wieder
abgestritten.
L
muss
aber
nur
die
HĂ€lfte
seiner
Strafe
in
London
absitzen,
bevor
er
einige
Leute
wĂŒnscht.
Hier
verurteilt
ihn das
Landgericht
MĂŒnchen
aber noch
zu einer
weiteren
Haftstrafe
von einem
Jahr,
weil er
an
Eidestadt
versichert
hatte,
dass er
nichts
von dem
Verbleib
des
Geldes
weiß
und weil
er bei
der
versuchten
GeldwÀsche
in London
einen
gefÀlschten
Pass
mit sich
trug.
Hartmut
L
lÀsst
ĂŒber
seine
Tat
ein
Buch
von
einer
Journalistin
schreiben
und rÀumt
damit
dann
noch mal
final
alle
Zweifel
das ist
auch
sein
Charakter.
Er
erhebt
sich
da
auch
ĂŒber
alle
anderen
und
stellt
sich
als
gewieftes
Superhirn
dar,
das kaum
Reue
zeigt.
Und als er
die
Filmrechte
dafĂŒr
verkauft,
entschließt
sich
Oetker
fast 30
Jahre
nach
der
furchtbaren
Tat,
das erste
Mal
ĂŒber
seine
Geschichte
zu
reden
und
springt
dann
ĂŒber
seinen
Schatten.
Denn
wenn er
sich
fĂŒr
einen
Film
öffnen
wĂŒrde,
denkt
er,
dann
wird
Elts
Darstellung
fĂŒr
die
Öffentlichkeit
nicht mehr
so
interessant
sein.
Und so
kommt es
dann
tatsÀchlich
auch.
Oetker
dreht
einen
Zweiteiler
und
Elts
Film
findet
eher
weniger
Beachtung.
Seit
2002
ist
Richard
Oetker
im
Vorstand
des
Opferschutzvereins
Weißer
Ring,
um
das
Augenmerk
eher
auf
die
Opfer
anstatt
auf
die
TĂ€ter
zu
legen.
Heute
ist
er
ein
glĂŒcklicher
Mann
und
in
einem
Interview
mit
der
FAZ
sagt
er,
er sei
seit der
Tat
gelassener
geworden.
Wenn
sie
dem
Tod
bewusst
ins
Auge
geblickt
haben,
relativieren
sie
vieles.
Ich
habe
gelernt,
nicht
aufzugeben.
Die
EntfĂŒhrung
hat mir
viel
Kraft
gegeben.
Wenn
man
mir
vorher
gesagt
hÀtte,
was
ich
alles
hÀtte
durchmachen
mĂŒssen,
hÀtte
ich
mit
Sicherheit
gesagt,
das
schaffe
ich
nicht.
Auf
diese
Thematik
gehen
2
Sitzungen
hatte
Richard
Oetker
bei einem
Therapeuten
gemacht und
hatte
dann aber
gemerkt,
dass er
das
gar
nicht
braucht.
Der
Mensch
kann
so viel
mehr
aushalten,
als man
denkt,
sagt er.
Viele
Jahre
nach
der
EntfĂŒhrung
hatte
er
eine
Wurstbude
betrieben.
Ich
hatte
ja
erwÀhnt,
dass
Oetker
ein
humorvoller
Mann
ist.
Oetker
hatte
ĂŒberlegt,
mit
einem
Freund,
einem
Polizisten,
dort mal
essen
zu
gehen.
Am Ende
hÀtte
er
dann
sagen
wollen,
bezahlt
ist
schon.
Nein,
wie witzig
ist der denn?
Das ist
ja voll
cool.
Zum
GlĂŒck
hat er
das
in AnfĂŒhrungszeichen
so gut
ĂŒberstanden,
psychisch.
Er hat
gesagt,
dass er
dadurch,
dass er
sich
in der
Kiste
schon
immer
auf
ganz
viel
anderes
konzentriert
hat
und
es
danach
den
Polizisten
auch
mehrmals
erzÀhlt
hat,
dass er
denkt,
dass seine
Heilung
dadurch besser
war,
als sie
vielleicht
bei
manchen
anderen
gewesen
wÀre,
weil es
gibt
natĂŒrlich
auch,
und das
ist ja
auch
eine
natĂŒrliche
Reaktion,
Leute,
die
sowas
nicht
ĂŒberwinden
oder
nicht so
gut
ĂŒberwinden.
Also
den Film,
den quasi
jeder
aus dem
Fernsehen
kannte,
war quasi
mit von
ihm
sozusagen.
Wenn das
der ist,
der mit dem
Teufel
tanzt,
dann ist
das der,
wo der
mitgewirkt hat.
Ja,
den habe ich
gesehen,
aber als
Kind halt.
Meine Eltern
haben ihn angeguckt
und ich fand
das so
gruselig,
diese Schweinemaske
damals,
dass ich
halt immer
diesen Fall
im Kopf hatte.
Also ich kann
mich halt an
diese eine Szene
noch erinnern,
wo das Auto
aufgeht und
diese Schweinemaske
da zu sehen ist.
Das ist ja auch
wie in einem
Horrorfilm.
aber auch
wirklich
verwunderlich,
dass er das
alles alleine
hingekriegt hat.
Ich hatte
im Kopf,
dass
mehrere
waren.
Immer noch.
Also hat er
dich auch
tÀuschen können?
Oh yes,
der Mr.
Magico.
Das Gericht
hatte ihm ja auch
tatsÀchlich eine
hohe Intelligenz
bescheinigt.
Also es war
nicht nur so,
dass er sich
nur erhaben
gefĂŒhlt hat,
sondern
der war
schon ein
gewiefter
Kopf.
aber halt
böse
und
durchtrieben.
Wie du auch
schon erkannt hast,
hat Richard Oetker
die EntfĂŒhrung
eigentlich ganz gut
verarbeiten können.
Das sagt er auch
selbst.
Und deswegen war ich
aber umso ĂŒberraschter,
als ich einen Satz
von ihm in einem
Interview gelesen habe.
Das hat mich
aufhorchen lassen,
weil ich etwas
Ă€hnliches selbst mal
in meinem Umfeld
beobachtet habe.
Er spricht in einem
Interview mit der
FAZ darĂŒber,
dass er damals
so gern ĂŒber
sein Schicksal
gesprochen hÀtte,
zumindest
mehr als
ihm angeboten
wurde.
Und er musste
aber feststellen,
dass Freunde
und auch Teile
der Familie
zugehemmt waren
und dass das auch
heute noch so ist.
Und darum geht es
jetzt in meinem
Aha.
Er sagt,
wir Menschen
können mit anderen
Menschen nur schwer
umgehen,
die einem
Schicksalsschlag
ausgesetzt sind.
Wir sind gehemmt.
Einerseits wollen wir
nicht in die
IntimsphÀre des
anderen eindringen
und nach dem
Erlebten fragen.
Einerseits wissen wir
nicht, wie wir
Mitleid bekunden
sollen.
Und das fĂŒhrt
im Extrem dazu,
dass sich Menschen
abwenden.
Wer auf irgendeine
Art Opfer
geworden ist,
steht also oft
isoliert und
alleine da.
Damit mĂŒssen
sie erst mal
zurechtkommen.
TatsÀchlich hatte
ich erst vor kurzem
ĂŒber etwas
Ă€hnliches gelesen,
und zwar als ich
auf dem Profil
von Claudia war.
Claudia ist
eine Zuhörerin
von uns
und ich lese
ihre Sachen sehr gerne,
schreibt nÀmlich
ganz tolle Texte.
Und Claudia hat
Krebs und schreibt
in ihren Posts
eben ĂŒber ihren Weg
und ĂŒber ihren Kampf.
Und in einem
dieser Posts
hatte sie geschrieben,
wie es fĂŒr sie ist,
wenn sich Personen
in bestimmten Situationen
von ihr abwenden
oder nicht so richtig
da sind.
Und das passiert eben
leider auch mal
mit Personen
aus dem engsten Kreis,
weil, und das sage ich
jetzt, meine Meinung
ist da aber sehr radikal,
die halt warum auch
immer nicht in der Lage
sind, ĂŒber ihren
Schatten zu sprengen.
Manchmal hat man
sogar das GefĂŒhl,
dass man die andere
Person irgendwie
auffangen muss,
einfach weil sie
gar nichts zu sagen
weiß, so zumindest
in meinem Umfeld
passiert.
Ich habe mich gefragt,
warum das so ist,
warum Freunde und Bekannte
vor dem Schicksal der Opfer
oder von Betroffenen
so erstarren,
obwohl sie ja eigentlich
da sein sollten.
Und Dr. Leon Windscheid
ist Psychologe
und war so nett,
mir darauf eine Antwort
zu geben.
Das, womit ich den anderen
konfrontiere, ist ziemlich krass.
Man kann sich das ja im Prinzip
so vorstellen, dass ich mit
einer völlig neuen
GefĂŒhlswelt auf meinen
GegenĂŒber treffe, auf meinen
Partner, auf meinen Freund,
auf meine Familie
und die können erstmal
ĂŒberhaupt nicht nachvollziehen,
was ich da durchgemacht habe.
Das heißt, wir haben im
Prinzip eine doppelte
Belastung.
Einerseits bin ich
extrem hilfsbedĂŒrftig,
andererseits bringe ich
die anderen in eine
Situation, mit der sie
selbst komplett
ĂŒberfordert sind.
Diese doppelte
Überforderung, also bei mir
selbst und bei den
Menschen, die mir jetzt
eigentlich die wichtigste
StĂŒtze wĂ€ren, das macht
die Situation so schwierig.
Ganz wichtig, es ist erstmal
eine vollkommen
natĂŒrliche Situation.
Das heißt, es wĂ€re ja
nicht zu erwarten, dass
plötzlich absolute Laien
mit solchen Traumaerfahrungen
gut umgehen können.
Deswegen ist mir da
wichtig, ein bisschen
Leuten, die vielleicht
betroffen sind, die Sorge
zu nehmen, dass das
Umfeld erstmal nicht weiß,
was zu tun ist.
Hier aber jetzt bitte
auf keinen Fall die
Flinte ins Korn schmeißen,
die anderen als
unempathisch, uneinsichtig
abstempeln und sich
abwenden, sondern unbedingt
weiter den Dialog suchen
und versuchen zusammenzuhalten.
Also man muss auch den
anderen Zeit geben, sich
in dieses krasse
GefĂŒhlschaos, in dieses
krasse Problem, was man
mitbringt und was man ja
vollkommen zu Recht
mit einbringen möchte,
hineinzuversetzen.
Ist fĂŒr die Betroffenen
ja aber super frustrierend
und da setzt ja dann eben
auch genau dieses
Alleinsein-GefĂŒhl in der
schlimmsten Situation ein.
Absolut, das kann man sich
auch so vorstellen, dass man
eben ankommt und jetzt gerade
davon ausgeht, dass die
Menschen, die einem nahestehen,
eine maximale Hilfe
entgegenbringen mĂŒssten
und was man dann erfÀhrt, ist
eben eher so eine
ablehnende Haltung,
Ungewissheit,
Unsicherheit, das fĂŒhlt sich
total schlecht an.
Claudia zum Beispiel hat mir
auch gesagt, dass sie
manchmal das GefĂŒhl hat,
dass sie ihr Umfeld
beschĂŒtzen muss, indem sie
bestimmte Dinge einfach
nicht erzÀhlt.
Sie hat mir aber auch
geschrieben, dass sie der
Meinung ist, dass man hier
nie einen Schuldigen
suchen sollte.
Die Person, die es
betrifft, muss halt auch
kooperieren, indem sie
spricht, aber das Umfeld
muss eben auch mit Liebe und
VerstÀndnis darauf reagieren.
Und ich habe mal von einer
Frau gelesen, die eine
schlimme Diagnose bekommen
hatte und der Meinung war,
dass die Leute ihre Angst in
ihr wiedergespiegelt haben,
also dass sie quasi in ihr
gesehen haben, wie schnell
das Leben eigentlich
vorbeigehen kann.
Und ich habe mich gefragt,
ob auch das ein Grund
sein kann, warum man sich von
Personen mit SchicksalsschlÀgen
abwendet.
Und das hat Dr.
Leon Winscheid gesagt.
Wir Menschen sind Meister
darin, unangenehme Gedanken
von uns zu schieben.
Alles, was uns nicht passt,
alles, was uns auf den
ersten Blick nicht glĂŒcklich
macht, damit wollen wir
grundsÀtzlich erstmal nichts
zu tun haben.
Und das ist besonders
tragisch, wenn man jetzt auf
Menschen trifft, die von
einer schrecklichen
Krankheit heimgesucht
wurden, die uns selber auch
betreffen könnte.
Denn dann wirkt genau
das, also genau diese
Abwehrreaktion unseres
Systems, sich von so etwas
fernhalten zu wollen.
dass das zwischenmenschlich
ganz schrecklich sein kann
und vor allem bei den
Betroffenen ja eine doppelte
BĂŒrde entstehen lĂ€sst, weil
sie einerseits mit der
Krankheit klarkommen mĂŒssen
und andererseits mit dem
Umfeld, das sich abweisend,
das sich falsch verhÀlt,
das sich verÀngstigt verhÀlt.
Das ist dann die schreckliche
Melange, die bei solchen
Todeskrankheiten oft
entsteht.
Meinung?
Was ich schon mal erlebt
habe in meinem Umfeld
war, dass
dass man, wenn man selber nicht
betroffen ist, aber eine
eine Person in dem nahen
Umfeld, dass man echt erst mal
darauf klarkommen muss
sozusagen.
Und ich habe in dem Moment auch
erst mit einer Art Ablehnung
sozusagen darauf reagiert
und musste mich erst daran
gewöhnen.
Und dann aber hat irgendwann so
ein Schalter umgeklickt und
dann war das komplett anders.
Dann konnte ich helfen und
quasi ganz da sein und alles
machen, wie ich das auch wollte.
Aber tatsÀchlich war das am
Anfang anders.
Und deswegen denke ich auch, wenn
mir irgendwas Schlimmes mal
passiert oder wenn ich mal
erkrankt werde, dass ich
versuche, dann VerstÀndnis zu
zeigen fĂŒr meine, fĂŒr mein
Umfeld, wenn sie mir nicht
direkt meine, also ihre ganze
Aufmerksamkeit, Hilfe und so
weiter entgegenbringen können,
weil ich das selber schon mal
erlebt habe.
Also ich sehe das dann wie
Claudia, dass beide sich halt,
beide Seiten, ja, sich
anstrengen mĂŒssen sozusagen.
Bin da gedanklich schon bei dir.
Ich erwarte ja immer die Welt.
Ja, das weiß ich.
Und ich weiß einfach auch, wie
es ist, in so einer Situation
gelÀhmt zu sein als
Betroffener.
Und deswegen habe ich das
GefĂŒhl, dass der Ball schon
eher bei den Personen liegt, die
sich noch bewegen können.
Ja.
Und die dann eben auch auf den
Betroffenen zugehen sollten, weil
sie eigentlich eher dazu in der
Lage sein mĂŒssten.
Das ist aber nur meine Meinung.
Mir geht es auch gar nicht darum,
dass sie immer genau wissen, was zu
tun ist, sondern einfach, dass sie
reden.
Und ich glaube, da hört das bei
vielen schon auf, traurigerweise,
weil sie einfach den Umgang
scheuen.
Ja, das ist halt, das ist schade, weil
natĂŒrlich weiß keiner, wie man in
solchen Extremsituationen
sich verhalten sollte.
Was ich dann immer denke, ist,
einfach fĂŒr die Person da sein,
versuchen zu spĂŒren, was die
Person braucht.
Und wenn ich jetzt das GefĂŒhl
habe, die Person will nicht
darĂŒber reden, dann bin ich aber
da und dann kann man zum Beispiel
was anderes machen oder ablenken
oder ja, aber quasi dann gar nicht
nicht mehr sich melden und sich
abwenden.
Also das finde ich wirklich, das
kann ich nicht verstehen.
Ich will die Person dann auch nicht
wiederhaben, wenn es mir besser geht.
Nee.
eine mir sehr nahestehende Person hat
totales Problem mit KrankenhÀusern und
konnte so quasi
nicht in den letzten Stunden
eines Freundes von ihm da sein,
weil er das einfach nicht ĂŒbers Herz
gebracht hat.
Und ich habe mit ihm darĂŒber
oft und viel schon geredet,
weil ich das eigentlich ziemlich
blöd fand von der Person.
Und ich habe das aber irgendwann
auch verstanden.
Er hat gesagt, es geht einfach
nicht.
Es kommt natĂŒrlich auch immer
irgendwo her, ja.
Aber es ist schade.
Einfach.
Ja.
Dr. Leon Windscheid ist ĂŒbrigens nur
zwei Jahre Àlter als wir, aber
immerhin schon Doktor und hat
schon mal bei Wer wird MillionÀr
eine Million gewonnen.
Quatsch.
Ja.
Das hat ja einiges erreicht.
Laura, was glaubst du, wo sind
wir in zwei Jahren?
Ohne Doktortitel und ohne
Millionen.
Mit 50 Podcastfolgen aber dafĂŒr
oder so.
Das ist auch was.
Ja.
Man darf sich auch ĂŒber die
kleinen Dinge freuen.
Wir haben das Interview ĂŒbrigens
gekĂŒrzt und eine ausfĂŒhrlichere
Version davon stellen wir euch
dann auf unsere Instagram-Seite
unter der Q&A-Bubble.
Yes.
Wie schon erwÀhnt, Richard
Oetker sagt ja in seinem
Vortrag, wenn er vorher gewusst
hÀtte, was in den nÀchsten 47
Stunden auf ihn zukommt, dann
hĂ€tte er gesagt, er wĂŒrde das
nicht schaffen.
Aber Menschen halten halt eben
viel mehr aus, als wir denken.
Und es gibt eine tolle, aber auch
wirklich heftige amerikanische
Dokumentationsserie und die
heißt
I Survived.
Ein paar Folgen davon kann man
sich auf YouTube ansehen.
Ganz minimalistisch umgesetzt,
also es besteht quasi nur aus
so einer Interview-Situation
von Überlebenden.
Und die erzÀhlen dann, wie es
fĂŒr sie war, mit dem Tod
konfrontiert zu sein und was
ihnen Kraft gegeben hat, lebend aus
dieser Situation rauszukommen und
was danach passiert ist.
Und dadurch, dass man so wenig mit
Effekten auskommt, ist es unheimlich
nah und man fĂŒhlt sich direkt in
diese Situation reinversetzt.
so erging es mir zumindest, als ich das
gesehen habe.
Ein Fall, der bei I Survived auch
behandelt wurde, der war so
unfassbar, dass Laura und ich
gefĂŒhlt eine Stunde lang schreiend
im Kreis hÀtten laufen können, weil
wir nicht fassen konnten, wie jemand
aus so einer Situation lebend wieder
herausgekommen ist.
Das war auch ein Fall, den ich, glaube
ich, jedem aus meinem Bekanntenkreis
erzÀhlt habe.
Ich weiß noch, als ich damals in der
Bahn saß, als ich mir My Favorite
Murder angehört habe, wo die den
Fall auch behandelt haben.
Und ich hatte dir sofort geschrieben,
dass du den anhören musst, weil es
das unfassbarste ist, was ich jemals
gehört habe.
Und ich saß die ganze Bahnfahrt mit
weit aufgerissenen Augen, wie der
Özil-Smiley, auf meinem Platz und bin
erstarrt.
Ja.
So, und wir wollen euch nicht weiter auf
die Folter spannen und erzÀhlen, jetzt
auch, worum es geht.
Und zwar ist es der Fall von Mary
Vincent.
Im September 1978 will die 15-jÀhrige
Mary per Anhalter nach Hause
fahren.
Sie ist schon den ganzen Tag auf den
Beinen und sehr mĂŒde.
Mit zwei anderen Teenagern steht sie am
Straßenrand in Berkeley,
Kalifornien.
Da hÀlt ein Àlterer Mann in einem
Van an und sagt zu Mary, dass er sie
gerne mitnehmen kann, aber dass er nur
einen Platz hÀtte.
Die beiden anderen warnen Mary und
sagen ihr, sie soll da nicht einsteigen,
weil man ja auch sieht, dass da viel
mehr Platz in dem Van ist als nur fĂŒr
eine Person.
Die beiden anderen waren MĂ€nner, also
mÀnnliche Teenies.
Aber Mary will einfach nur heim.
Es steigt also ein und schlÀft
irgendwann ein.
Als der Mann anhÀlt, um sich zu
erleichtern, steigt auch Mary aus, um
ihre Schuhe zu binden.
Plötzlich wird ihr schwarz vor Augen.
Der Mann hat ihr mit einem Hammer auf
den Hinterkopf geschlagen.
Als Mary wieder zu sich kommt, liegt sie
auf der RĂŒckbank des Autos, nackt und
gefesselt und ĂŒber ihr der Mann, der
sie immer wieder vergewaltigt.
Sie fleht, lass mich frei.
Als er am nÀchsten Morgen von ihr
ablÀsst, zieht er sie aus dem Van und
sagt, du möchtest frei sein?
Ich lass dich frei.
Doch dann nimmt er einen Beil aus
seinem Kofferraum und verletzt sie
damit so stark, dass Mary reglos zu
Boden fÀllt und unglaublich viel Blut
verliert.
Der Mann glaubt, dass Mary tot ist und
wirft sie einen Abhang hinunter.
In dem Graben wacht Mary irgendwann
wieder auf.
Sie ist tierisch mĂŒde, doch sie hört
eine Stimme in sich, die sagt, du
darfst jetzt nicht schlafen, du musst
das ĂŒberleben, damit dieser Mann
gefasst werden kann.
In diesem Moment entwickelt Mary eine
Kraft, die sie sich bis heute nicht
erklÀren kann.
Sie presst ihre offenen Wunden in die
nasse Erde, um sich eine Art Bandage
daraus zu machen, um das Blut zu
stillen.
Dann schleppt sie sich ganz langsam den
Hang nach oben.
DafĂŒr braucht sie einen ganzen Tag.
Und sie hat dafĂŒr so lange gebraucht,
muss man dazu sagen, weil sie sich da
hochschleppen musste, ohne Arme.
Ja.
Die hatte sie nicht mehr.
Und als sie oben angekommen ist, lÀuft
sie immer noch nackt und schwer verletzt
und blutend die dunkle Landstraße
entlang.
Irgendwann hÀlt ein Auto an und Mary kann
gerettet werden.
Als ich diese Geschichte das erste Mal
gehört habe, habe ich gedacht, das kann
nicht sein.
Ich hatte mich da am Graben, an den Boden
zum Sterben hingelegt und niemals, nie, nie,
nie hÀtte ich das geschafft, ohne Arme
da hochzuklettern.
Nach dem, was mir da passiert ist auch
noch.
Und deswegen hatten wir uns ĂŒberlegt, wie kann
man sowas ĂŒberleben und wieso entwickelt
man solche KrÀfte?
Man hört da ja öfter mal von, dass man
sowas entwickelt bei so lebensbedrohlichen
Situationen.
Das Problem ist aber, dass diese KrÀfte
kaum wissenschaftlich erforscht sind, denn
das wĂŒrde bedeuten, dass man jemanden in dem
glauben lassen mĂŒsste, dass er in
Lebensgefahr ist.
Ah, okay.
Wovon man gehört hat, sind von MĂŒttern, die,
um ihr Kind zu retten, plötzlich ein
Auto angehoben haben oder jemand, der
irgendein wildes Tier gekÀmpft hat und
ĂŒberlebt hat.
Und dass man im Angesicht des Todes
plötzlich ĂŒber sich hinauswĂ€chst.
Und die Forscher gehen davon aus, dass
in solchen Situationen die Menschen
unter anderem ihre volle Muskelkraft
einsetzen.
Weil die benutzen wir nÀmlich sonst nie
voll, weil es eben viel zu viel Energie
abverlangen wĂŒrde und das Hirn uns quasi
in die Schranken beißt und unseren
Körper.
Und in diesen Situationen, wo es dann
wirklich um Leben oder Sterben geht,
wird diese Schranke dann ĂŒberwunden.
Klar, Mary hat totale physische
KrÀfte entwickelt, aber dass sie
auch psychisch in der Lage war,
das durchzustehen, finde ich auch so
ĂŒberwĂ€ltigend.
Ja, dass sie diese Stimme im Kopf
hatte, die ihr das quasi gesagt hat,
dass sie, um den quasi zu
zu fassen und um
Gerechtigkeit wiederherzustellen
sozusagen,
diese, ja, diese mentale Kraft da
aufgebaut hat.
Ja, das kann man sich nicht
vorstellen, dass man auch so gehandelt
hÀtte irgendwie.
Man weiß es nicht.
Ich glaube, das wÀre tatsÀchlich das
Einzige, was mich noch angetrieben
hÀtte, dieses
mag mein Leben vorbei sein,
aber du Schwein kommst damit nicht
davon.
Noch im Krankenbett gibt Mary eine
detaillierte Beschreibung ihres
Peinigers ab und Lauren Singleton,
so sein Name, wird gefasst.
Weil er Mary aber nicht getötet hat,
bekommt er nur 14 Jahre Haft.
Bei seiner Verhandlung sitzt Mary mit
zwei Armprothesen im Zeugenstand.
Sie sagt gegen ihn aus und als er
danach an ihr vorbeigeht,
flĂŒstert er, ich werde den Job
zu Ende bringen und wenn es das
Letzte ist, was ich tue.
Das ist so
furchtbar.
Dass er sich das noch traut.
Was ist mit dem los?
Wenn ich den schon, wenn ich an den
denken muss, der ist so ekelhaft,
wie der aussieht, ne?
Ja.
So ein Schwein.
Auf jeden Fall wird er schon nach
acht Jahren entlassen.
Das ist so ein Witz.
Und wie sich jeder denken kann, ist
Lauren Singleton danach kein
vorbildlicher BĂŒrger geworden.
Er hat eine Frau brutal umgebracht
und wurde dann glĂŒcklicherweise
wieder erwischt.
Und wieder kommt Mary zu seiner
Verhandlung und erzÀhlt von ihrem
Leid und davon, wie die Tat ihr
Leben verÀndert hat.
Nach kurzer Verhandlung bekommt
Singleton die Todesstrafe.
Heute ist Mary eine verheiratete
Frau und Mutter zweier Söhne.
Sie hat die Mary Vincent Foundation
gegrĂŒndet und hilft anderen Opfern
wieder zurĂŒck ins Leben zu finden.
Denn auch fĂŒr Mary war es ein steiniger
Weg.
Sie litt an Depressionen, an Magersucht
und an posttraumatischer
Belastungsstörung.
Sie hatte außerdem immer wieder
schreckliche AlbtrÀume.
Aufgrund dieser Probleme konnte Mary
lange Zeit nicht arbeiten und deshalb
ihre medizinische Versorgung, die sie
aufgrund ihrer zwei StĂŒmpfe braucht,
nicht mehr selber zahlen.
Erst nachdem Singleton erneut verhaftet
und zur Todesstrafe verurteilt wurde,
schafft es Mary, sich zurĂŒckzukĂ€mpfen.
Ja, viele Opfer reagieren ja auf solche
Erlebnisse mit einem Trauma.
In meinem Fall war es nun nicht so.
War es bei dir eigentlich so, Jan?
Schengel hat irgendwann gemerkt,
dass sie eine Therapie braucht
und dann hat sie sich die auch geholt
und es hat ihr auch sehr geholfen.
Ein Trauma ist im Grunde genommen,
wenn man aus einer Situation mit einer
Verletzung da rauskommt,
ob jetzt seelisch oder physisch.
Und ob man von einer Situation
traumatisiert wird, hÀngt eben von
verschiedenen Faktoren ab,
wie zum Beispiel, wie hat man die Situation
selbst in dem Moment empfunden?
Hatte man wÀhrenddessen Hoffnungen?
Konnte man die Situation irgendwie kontrollieren?
Oder auch war man alleine?
Weil zu zweit kann man das besser verarbeiten,
weil der andere den anderen dann auffangen kann.
Und in welcher AusprÀgung das Trauma dann werden kann,
hÀngt von einigen Dingen ab.
Zum Beispiel von der sozialen UnterstĂŒtzung,
von der ich ja eben in meinem Aha auch gesprochen habe,
die man dann eben nach den Ereignissen bekommt.
Oder von den LebensumstÀnden nach der Situation.
Stress zum Beispiel wirklich ganz negativ
auf die Verarbeitung aus.
Wie traumatisch das Erlebnis an sich war,
ist auch ein wichtiger Punkt.
Also je jĂŒnger das Opfer zum Beispiel ist
oder je lÀnger die Situation angedauert hat
oder je öfter etwas passiert ist,
wie zum Beispiel beim Mobbing,
wirkt sich dann eben auch auf die Verarbeitung aus.
Also als Beispiel habe ich gelesen,
wird man einmal gemobbt,
wird man einmal irgendwie blöd an den Pranger gestellt,
ist man in der Lage,
meistens das relativ gut zu verarbeiten,
aber passiert das immer wieder,
wird es halt eben problematisch.
Traumatisierung von Naturkatastrophen oder UnfÀllen
sind in der Regel ĂŒbrigens besser zu verarbeiten,
als welche, die von Menschenhand zugefĂŒgt werden.
War das Opfer schon mal traumatisiert,
wirkt sich das schlecht auf den Heilungsprozess aus.
Und je intelligenter ein Opfer ist
oder ein Betroffener,
desto wahrscheinlicher ist es,
dass er oder sie das Trauma besser verarbeiten kann.
Je niedriger der soziale Status hingegen,
desto ungĂŒnstiger die Chance auf BewĂ€ltigung.
Das Thema der Folge war ja Überleben und wir haben heute ĂŒber eine Frau gesprochen,
die ihren eigenen Ehrenmord ĂŒberlebt hat,
ĂŒber einen jungen Mann, der lebend aus einer EntfĂŒhrung rausgekommen ist
und wir haben darĂŒber gesprochen,
welche KrÀfte wir im Todeskampf entwickeln und wie wir solche Erfahrungen verarbeiten können.
Kommen wir zur nÀchsten Zuhörerpost.
Vielleicht machen wir da sogar eine Rubrik draus.
Uns hat eine Zuhörerin geschrieben, dass der Berliner Rundfunk 91.4 eine Aktion gemacht hat.
Und zwar ist das da so, man hört einen bestimmten Titel und dann ruft man an und wenn man durchkommt,
dann bekommt man 1000 Euro zur VerfĂŒgung fĂŒr eine gemeinnĂŒtzige Organisation seiner Wahl.
Die man dann spendet.
Ja, genau.
Diesmal hatte Christina gewonnen und sie ist Seelsorgerin in der JVA Tegel
und wollte Geld fĂŒr neue LehrbĂŒcher fĂŒr die HĂ€ftlinge.
Die wollen sich ja auch weiterbilden und sich auf ein Leben nach der Haft vorbereiten.
Und eigentlich sind die Regeln ganz klar und einfach,
aber weil Christina eben auch sich um Schwerkriminelle kĂŒmmert und das auch so gesagt hat,
gab es danach eine Riesenaufruhe.
Und das hat es vorher bei dieser Spendenaktion noch nie gegeben.
Und dann hatte uns nÀmlich die Zuhörerin, ich habe ihren Namen vergessen,
geschickt, dass der Sender darĂŒber abstimmen lĂ€sst auf Facebook,
ob die Spende an die HĂ€ftlinge gehen soll oder nicht.
Weil so ein Heiko zum Beispiel geschrieben hat,
1000 Euro Spende fĂŒr Knackis geht gar nicht.
So ein Heiko.
Ja, und wie ist jetzt diese Abstimmung ausgegangen? Weißt du das?
Erstmal, wie findest du das?
Ich finde das ĂŒberhaupt nicht gut.
Warum sollte man da Unterschiede machen?
Ich glaube, unsere Zuhörer wissen auch, dass wir fĂŒr die Resozialisierung sind und dass wir das gut finden,
dass das das Ziel bei uns ist.
Und da ist auch eine Freizeitgestaltung fĂŒr die HĂ€ftlinge gut.
Und wenn es da LehrbĂŒcher, hast du gesagt?
Ja.
Wenn die sich weiterbilden können, dann sollten sie das machen und da sollte man auch spenden dĂŒrfen.
Und ich finde das irgendwie extrem, dass der Sender, Radiosender, da jetzt drĂŒber abstimmen lĂ€sst und sich sozusagen,
das hÀtten die nicht machen sollen, finde ich.
Ich fand es auch nicht gut.
Also ich habe mich super darĂŒber aufgeregt.
Ich wollte auch am liebsten 100 Mal fĂŒr Ja abstimmen.
Weil alle, die sagen, die haben das nicht verdient.
Was glauben die denn, was die machen, wenn sie wieder draußen sind und keine Chancen auf eine Resozialisierung haben?
Also das finde ich einfach auch viel zu kurz gedacht immer.
Es gab natĂŒrlich Leute, die gesagt haben, wir haben auch ganz viele andere Baustellen.
Ja, ist ja auch so.
Aber das ist eben auch eine Baustelle.
Auf jeden Fall habe ich mich dann mit dem Programmchef in Verbindung gesetzt.
Und der hatte dann gesagt, dass sie einfach die Stimmung der Hörer abbilden wollten,
weil sowas halt wirklich vorher noch gar nicht passiert ist.
Und jetzt ist es zum GlĂŒck fĂŒr die HĂ€ftlinge gut aufgegangen.
Bei 66 Prozent wollten, dass die BĂŒcher an die JVA gespendet werden.
Was ich ehrlich gesagt ein bisschen ĂŒberraschend fand, dass doch so viele dagegen gestimmt haben.
Aber ja, ich fand das auf jeden Fall gut.
Ich verstehe auch so ein bisschen den Gedanken dahinter.
Ich hÀtte es trotzdem nicht zur Abstimmung gegeben.
Nee, vor allem, er sagt, er möchte das Stimmungsbild wiedergeben.
Aber das hĂ€tten die ja machen können, indem die darĂŒber, haben die ja auch darĂŒber berichtet,
dass es so einen Tumult gab und dass Leute geschrieben haben.
Und das ist auch richtig, das als Radiosender dann zu kommunizieren, dass es so ist.
Aber sie abstimmen zu lassen, ist ja was ganz anderes.
Denen das in die Hand zu geben, das finde ich halt nicht in Ordnung.
Ich hĂ€tte es halt fĂŒr Christina auch blöd gefunden.
Weil sie wollte das halt eben diesem Zwecke zugutekommen lassen.
Und sie hÀtte gewonnen.
Ich habe dann auch gefragt, was sie gemacht hÀtten, wenn das Abstimmungsergebnis jetzt anders ausgefallen wÀre.
Dann meinte er ja, dann hÀtten sie es wahrscheinlich auch durchgezogen, je nachdem, wie man das dann rechtlich hÀtte machen können.
Aber die Abstimmung war jetzt nicht einfach nur so.
Sie hÀtten dann auch danach gehandelt.
Aber sie haben sich die ganze Zeit immer mit Christina in Verbindung gesetzt.
Das heißt, sie wusste das.
Und sie hat das auch an ihre HĂ€ftlinge weitergetragen.
Und er meinte, die haben das auch verstanden und hatte von Christina gehört, dass die jetzt wiederum im Gegenzug Kekse backen und Marmelade einkochen oder so.
Weil sowas machen die manchmal und die verkaufen das dann irgendwo.
Und das wollen sie dann wohl einer gemeinnĂŒtzigen Organisation zufĂŒhren, damit es quasi so ein Austausch ist.
Also das ist ja jetzt nett, dass sie das machen, aber mĂŒssten die ja eigentlich theoretisch nicht.
Also warum mĂŒssten die jetzt als Gegenzug die HĂ€ftlinge jetzt Geld sammeln?
Nee, ja, das mĂŒssen sie nicht.
Aber ich finde es schon gut.
Also ich finde es generell gut, wenn HĂ€ftlinge was fĂŒr beispielsweise OpferschutzverbĂ€nde tun oder so.
Das finde ich generell eine gute Sache.
Egal, ich finde es gut, dass der Sender uns gegenĂŒber so offen war.
Meinetwegen hĂ€tten sie es nicht zur Abstimmung geben mĂŒssen.
Aber die Aktion generell ist eine total gute Sache.
Und im Endeffekt kommt es jetzt ja sogar auch bei den HĂ€ftlingen an.
Und damit ist er jetzt nun wirklich jedem geholfen.
Was Kleines fĂŒr den Schluss habe ich aber noch zu erzĂ€hlen.
Und zwar hatte Paulina uns ja in Folge 16 den Witz vom schielenden Richter erzÀhlt.
Ihr erinnert euch bestimmt.
Und da hat sie ja auch erzÀhlt, dass sie eigentlich keine Witze erzÀhlt,
weil sie sich die nicht richtig merken kann oder die Pointe an der falschen Stelle erzÀhlt.
TatsÀchlich habe ich vorher auch noch nie einen Witz von ihr gehört.
Aber jetzt weiß ich auch, dass das gut so ist.
Denn
Was kommt jetzt?
Denn als Paulina und ich letztens ein Shooting hatten, ging es darum, dass wir besonders laut lachen sollten.
Und da meinte unser Fotograf zu uns, erzÀhl doch mal einen Witz.
Und Paulina fing dann an mit dem Witz vom Richter.
Drei Angeklagte...
Es ist so unmöglich, dass du das hier erzÀhlst.
Sie sagt, drei Angeklagte sitzen vor einem Richter.
Fragt der Richter den ersten Angeklagten.
Wie heißen Sie?
Sagt der zweite, Hans MĂŒller.
Sagt der Richter, sie habe ich doch gar nicht gefragt.
Sagt der dritte, ich habe doch auch gar nichts gesagt.
Unser Fotograf lacht erst mal aus Höflichkeit, obwohl dieser Witz ja so gar keinen Sinn macht.
Und dann ist Paulina aufgefallen, dass sie das wichtigste Detail, nÀmlich, dass der Richter schielte, vergessen hatte.
Aber dann mussten wir richtig lachen und dann war ja quasi das Ziel auch erreicht.
Möchte da noch anmerken, dass du ein ganz grĂŒbelndes Gesicht gemacht hast, weil du, glaube ich, erst der Auffassung warst, dass du den Witz nicht verstanden hast.
Das fand ich irgendwie witzig.
Was glaubst du eigentlich, was ein Krankenwagentransport kostet?
Wie kommen sie denn jetzt da drauf?
Ich habe gestern die Rechnung fĂŒr meinen Abtransport von meinem kochenden Wasserunfall bekommen.
Okay, soll ich raten?
Ja.
So ein Abtransport ist bestimmt sauteuer.
Aber warte mal ganz kurz, das zahlt doch die Krankenversicherung, oder?
Ja, habe ich jetzt so geregelt.
Ich weiß auch nicht, warum diese Rechnung zu mir kam.
Aber ich habe erst mal einen Herzinfarkt bekommen, als ich das gesehen habe.
Deswegen.
800 Euro.
Ja, 600.
Boah, ja.
Krass.
Nur fĂŒr so eine blöde Autofahrt.
Ja, mit dem Taxi 20 Euro.
Jetzt hÀtte ich auch ein Taxi sitzen können.
Zum Schluss sagen wir jetzt nochmal Danke fĂŒr alle euren lieben Nachrichten und den FallvorschlĂ€gen.
Und dass ihr uns auf Sachen aufmerksam macht.
DarĂŒber freuen wir uns immer sehr.
Ihr werdet ĂŒbrigens bald noch mehr Möglichkeit haben, euch einzubringen.
Da freuen wir uns schon sehr drauf.
SpÀtestens in der nÀchsten Folge wissen wir dann mehr.
Abschließen.
TschĂŒss.
TschĂŒss.
Das war ein Podcast von Funk.