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Willkommen bei MordLust, einem Podcast ĂŒber Wareverbrechen produziert von der Partner-in-Crime in Zusammenarbeit mit Studio Bummens.
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Mein Name ist Paulina Kraser.
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In jeder Folge hört ihr hier einen Kriminalfall aus Deutschland.
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dabei schauen wir auch auf juristische psychologische und gesellschaftliche Aspekte und sprechen mit Menschen mit Expertise, Beteiligten oder Betroffenen.
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True Crime heiĂt eben auch dass hinter jedem Fall echte Menschen und ihre Schicksale stehen.
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das solltet ihr beim hören nicht vergessen.
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Wir berĂŒcksichtigen das auch bei unserer Arbeit Und wenn ihr merkt, dass euch bestimmte Themen nicht gut tun, dann passt lieber auf euch auf und skipt die Folge.
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Weil wir bei all der Schwere zwischendurch aber auch mal Luft brauchen sind ja auch manchmal kleine Abschweifungen erlaubt â das ist aber nicht despektierlich gemeint!
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Der Fall von dem ich euch heute erzĂ€hle handelt von einer Frau, die seltsame ErinnerungslĂŒcken hat und die ein Verdacht beschleicht, dass irgendetwas in dieser Zeit mit ihr passiert ist.
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Vorher will ich euch aber kurz was fragen.
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Stellt euch vor, ihr seht mich und Fussel im Park?
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Fusse ist unangeleint ja weil er ein Freiheitsliebender köterisch isst.
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Er rennt dann schwanzwedelnd auf eine schwangere Frau zu die sieht den Köterich kriegt Panik wir weglaufen und stĂŒrzt.
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Davon trĂ€gt sie dann Prellungsschmerzen an der linken Hand Und einen Bruch am Knochenvorsprung des linken Oberarms und Fussell natĂŒrlich.
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Und klar, ich hĂ€tte ihn jetzt nicht unangeneinander rumlaufen lassen dĂŒrfen, darĂŒber mĂŒssen wir nicht sprechen.
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aber sind der Köterich und ich dann auch verantwortlich fĂŒr ihre Verletzungen?
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Ăberlegt mal was wĂŒrdet ihr da fair finden?
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Ich erzĂ€hle euch das weil genau so ein Fall gerade vor dem Oberlandesgericht NĂŒrnberg entschieden wurde.
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eigentlich handelt es sich bei dem richtigen Aggressor sag' ich jetzt um einen Chihuahua.
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Der ist auch nochmal locker fĂŒnf Kilo leichter als Fuscell vor dem erst ins tanzlichen Landgericht Ansbach, verlor die verletzte Schwangere weitestgehend.
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Der Hundebesitzer musste grundsĂ€tzlich haften weil er sein Hund nicht angeleint hatte klar und weil er als Halter fĂŒr das Verhalten seines Tiers verantwortlich ist.
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aber das Gericht war der Meinung dass auch die Frau selbst eine Mitschuld an den Vorfall trÀgt.
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Und wenn das so ist, also wenn jemand durch sein eigenes Verhalten zu einem Schaden beitrĂ€gt dann kann der Anspruch auf Schadensersatz entsprechend gekĂŒrzt werden.
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Hier wurde entschieden dass die Frau zu achtzig Prozent selbst fĂŒr den Schaden verantwortlich ist.
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Entsprechend bekamen sie nur noch einen kleinen Teil des Schadenserseits nÀmlich dreihundert vierzehn Euro.
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Im Berufungsverfahren wurde es aber anders bewertet.
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Dieses Gericht sprach der KlĂ€gerin nĂ€mlich ohne Anrechnung eines Mitverschuldens, ein Schmerzensgeld in Höhe von tausendfĂŒnfhundert Euro zu mit der BegrĂŒndung dass ein Mitverschilden in Betracht kommen kann.
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Aber nur wenn man beispielsweise jetzt aus dem Fenster springt vor Angst also die Flucht unverhĂ€ltnismĂ€Ăig wĂ€re weil so'n kleiner Hund ja jetzt auch keinen groĂen Schaden anrichten kann.
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aber die FlĂŒcht hier sei nicht unverhaltnismĂ€ssig gewesen weil die Frau nur ein paar Meter vom Weg abgewichen war.
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Ich meine, so ein Hunde bis von einem kleinen Hund kann auch wehtun.
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Uns interessiert eure Meinung dazu.
00:03:13
Schreibt uns da mal gerne eine Nachricht auf unserer Instagram-Seite.
00:03:16
Mordlust der Podcast!
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Ich kann glaube ich froh sein das Fusse generell nicht auf fremde Menschen zu lÀuft.
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Dazu ist seine soziale Batterie zu schnell leer aber ich und die kleine Pupshupe gehen trotzdem lieber mit Leine.
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So, jetzt widmen wir uns aber unserem Fall in dem es um ein Verbrechen geht das viele Opfer betrifft nur dass die lange Zeit gar nichts davon wissen weil Behörden entschieden haben zu schweigen.
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Einige Namen haben wir geÀndert und die entsprechende Trigger-Warnung findet ihr wie immer in der Folgenbeschreibung.
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Als Aurora In einer Nacht im Mai Die Augen aufmacht ist ihr schlecht.
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Es ist dunkel um sie herum.
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Die thirty-fĂŒnfjĂ€hrige schlĂ€gt die Decke zurĂŒck, steht auf und eilt mit leisen Schritten ĂŒber den Flur.
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Aurora ist zweijĂ€hriger Sohn und ihre zehnjĂ€hrige Tochter â mit denen sie allein in einer DoppelhaushĂ€lfte in der NĂ€he von GĂŒtersloh wohnt â schlafen dem an in ihren Zimmern.
00:04:11
Sie will sie nicht wecken!
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Aurora knips das Licht im Badezimmer an und stellt sich vor den Spiegel.
00:04:17
Darin sieht sie sich â ihre schlanke Figur, ihr Gesicht, ihre braunen Haare.
00:04:21
Sie schaut mĂŒde aus ihrem Schlafanzug.
00:04:24
Plötzlich merkt sie, dass er heiĂ wird... sehr heiĂ, wie in Wellen breitet sich die Hitze in ihrem Körper aus.
00:04:31
FĂŒr Aurora fĂŒhlt es sich so an als wĂŒrde sie innerlich verbrennen.
00:04:35
Sie stĂŒtzt sich noch ab und geht in die Knie â da wird alles schwarz vor Augen!
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Als Aurora wieder aufwacht brennt das Deckenlicht ĂŒber ihr.
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der Untergrund ist hart.
00:04:44
Ihr wird sofort klar, sie liegt auf dem Badezimmerboden.
00:04:47
Sie muss nach der seltsamen Hitzewelle das Bewusstsein verloren habenâŠ.
00:04:51
Das weiĂ sie nicht.
00:04:53
Ihre Kinder haben aber wohl nichts davon
00:04:56
Sie rappelt sich auf und legt sich wieder in ihr Bett.
00:04:58
Morgen muss sie immerhin wieder frĂŒh raus, doch die Gedanken darĂŒber was eben passiert ist lassen sie noch lange besorgt wach liegen â denn es ist eine beunruhigende Entwicklung dessen, was sie schon eine ganze Weile
00:05:10
In den vergangenen Wochen hatte Aurora mehrere seltsame SchwÀcheanfÀlle.
00:05:14
Auf dem Weg zur Arbeit wurde er ein paar Mal plötzlich schwindelig und musste wieder umkehren.
00:05:19
Sie war deswegen auch schon bei ihrem Hausarzt, aber der hat sie beruhigt.
00:05:22
Der Schwindel und die Ăbelkeit seien wahrscheinlich nur die Begleiterscheinungen einer Infektion, hat er gesagt.
00:05:28
Aurora hat sich deshalb nicht viel dabei gedacht und gehofft, dass sie einfach von alleine weggehen.
00:05:33
Als Pragmatikerin steigert sie sich nicht an solche Dinge rein â vor allem weil sie als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern darauf angewiesen ist, das sie sechs Tage in der Woche funktioniert.
00:05:43
Aber jetzt, nach diesem Unmachtsanfall kommt sie doch ins GrĂŒbeln.
00:05:47
Nicht dass es doch etwas Ernstes ist!
00:05:50
Aurora ruft sich ja halber noch am Vormittag ihren Hausarzt an und erzÀhlt was in der letzten Nacht passiert ist.
00:05:56
Der meint das sie jetzt doch mal ins Krankenhaus gehen sollte und warum sich Aurora diesmal dazu breitschlagen lÀsst hat sie uns persönlich erzÀhlt.
00:06:03
Aufgrund dessen, als ich alleine im Haus war mit den Kindern habe ich halt schon so gedacht oh Gott wenn das jetzt nochmal passiert Und du dann wirklich aufschlÀgst mit dem Kopf oder du liegst hier stundenlang, weil die Kinder nachts schlafen.
00:06:15
So wird dich keiner
00:06:17
Vor einem Jahr haben sich Aurora's Partner und sie getrennt und er ist aus der gemeinsamen DoppelhaushÀlfte ausgezogen.
00:06:23
Seitdem kĂŒmmert sich Aurora allein um die Kinder.
00:06:25
Morgens bringt sie sie weg, verdammt zum Salon wo sie als Friseurin und Kosmetikerin arbeitet.
00:06:30
Nachmittags unternehmen die drei meistens noch etwas â Aurora versucht so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern zu verbringen!
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auch wenn sie nach der Arbeit schon immer total kaputt ist.
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Denn um den Lebensstandard zu halten, den ihre Kinder gewohnt sind arbeitet sie seit der Trennung deutlich mehr Stunden.
00:06:46
ein Krankenhausaufenthalt passt da gerade gar nicht in ihr Leben rein.
00:06:49
Aurora weiĂ aber auch dass das wohl das vernĂŒnftigste wĂ€re.
00:06:54
Zwei Wochen spÀter, im Juni-Zw.A.
00:06:56
bringt sie ihre Kinder zu deren Vater und fĂ€hrt zum stĂ€dtischen Krankenhaus in GĂŒtersloh.
00:07:01
Dort wird ein MRT von ihrem Kopf gemacht und den Ărzt anderen fĂ€llt eine Stelle auf dem Scan auf.
00:07:06
Es könnte sich dabei um etwas Ernstes handeln, sagen Sie â einen Anzeichen fĂŒr einen Schlaganfall oder Epilepsie oder sogar HĂŒrntumor!
00:07:14
FĂŒr eine richtige Diagnostik ist das Krankenhaus aber nicht gut genug ausgestattet, sagen die Ărztinnen.
00:07:19
Doch es gibt eine Klinik nur zwanzig Minuten entfernt, die eine renommierte neurologische Station hat â das evangelische Klinikum Betel in Bielefeld.
00:07:28
Aurora wird noch am selben Tag verlegt.
00:07:31
Besorgt oder nervös ist sie nicht!
00:07:33
SchicksalsschlÀge sind ihr nicht fremd.
00:07:35
Erst vor ein paar Monaten hat sie ihre Mutter verloren.
00:07:37
Sie weiĂ also dass das Leben manchmal PrĂŒfungen fĂŒr sie bereithĂ€ltâŠ.
00:07:41
Doch was sie dort im Klinikum erwartet, darauf ist sie nicht vorbereitet.
00:07:46
Im evangelischen Klinikum Betel angekommen bekommt Aurora ein Einzelzimmer in der Neurologie.
00:07:51
Am Nachmittag ist direkt ihre erste Untersuchung geplant â eine Hirnwasserentnahme.
00:07:56
Bekleidet mit einem Krankenhauskittel wird ihr das Hirnwasser mit einer groĂen Nadel ĂŒber das RĂŒckenmark entnommen, wĂ€hrend sie bei Bewusstsein ist.
00:08:03
Dabei hat sie schreckliche Schmerzen aber sie beiĂt die ZĂ€hne zusammen.
00:08:06
Es hilft ja nichts!
00:08:08
Danach darf Aurora erst mal nicht mehr aufstehenâŠ.
00:08:10
Das könnte sie aber auch gar nicht.
00:08:12
so erschöpft ist, sie.
00:08:13
Sie schafft es gerade so ihren Kopf zu heben um ein Schluck Wasser zu trinken.
00:08:17
Sie erfĂ€hrt noch an dem Abend das ihr Hirnwasser klar war was die Ărztinnen als gutes Zeichen verbuchen.
00:08:22
Dann schlÀft sie bald ein.
00:08:24
Plötzlich reiĂt ein lautes GerĂ€usch Aurora wieder aus ihrem Schlaf.
00:08:28
Jemand ist eben lautstark ins Zimmer gestĂŒrzt.
00:08:31
Sie schaut benommen auf die Uhr.
00:08:32
Es ist kurz vor Mitternacht.
00:08:34
Es ist ein Arzt der jetzt auf ihr Bett zukommt.
00:08:37
Ich kann mich halt richtig gut daran erinnern, weil ich tief und fest geschlafen habe.
00:08:40
Und er ins Zimmer wirklich reingestĂŒrmt ist.
00:08:44
Ich mich tierisch erschrocken habe und eigentlich kurz davor war dem zu sagen dass es unmöglich finde das man so ins Patientenzimmer kommt um so eine Uhrzeit.
00:08:54
Er sagte dann er mĂŒsste einen Zugang legen.
00:08:55
Ich brĂ€uchte halt FlĂŒssigkeit und das war fĂŒr mich an der Stelle dann auch plausibel, weil man mir ja auch im Vorfeld gesagt hat ich benötige viel FlĂŒssigkeiten nach so einer Untersuchung.
00:09:05
Aurora Àrgert es ein bisschen, dass er den Zugang unbedingt so spÀt legen muss.
00:09:09
HĂ€tte er ihr nicht schon frĂŒher FlĂŒssigkeit zufĂŒhren können?
00:09:12
Sie hÀtte lieber weiter geschlafen!
00:09:14
Da denkt sie aber wahrscheinlich ist dieser Arzt schon ewig auf den Beinen und hat unglaublich viel zu tun.
00:09:19
Sie hat schon öfter von den brutalen Doppelschichten gehört die Ărztinnen in KrankenhĂ€usern schieben.
00:09:25
WĂ€hrend er versucht den Zugangs zu legen beobachtet Aurora ihn.
00:09:28
Es ist ein jĂŒngerer Assistenzarzt, der ihr von der Visite frĂŒher am Tag bekannt vorkommt.
00:09:32
Er hat einen drei Tage Baht und etwas lÀngere Haare.
00:09:35
An seinem Kittel ist ein Namen Schild auf dem Philipp G steht.
00:09:39
Ein bisschen ungeflegt wirkt er, denkt Aurora.
00:09:42
Also er hat den Eindruck gemacht als hĂ€tte er es sehr eilig gehabt sehr nervös, war auch so ein bisschen verschwitzt und hat auch zwei bis drei AnlĂ€ufe gebraucht mir den Zugang ĂŒberhaupt zu legen.
00:09:54
Und das war fĂŒr mich so dass ich wirklich gedacht habe meine GĂŒte der es so ĂŒberarbeitet... Ich weiĂ nicht ob er das jetzt hier noch hinkriegt mir den zugang vernĂŒnftig zu legen und dann hat er sich aber letztendlich fĂŒr die in die armen Beuge entschieden und hat es da nochmal versucht.
00:10:15
Als sie aufwacht, ist es dunkel.
00:10:17
Das Handy zeigt fĂŒr ihr morgens an und sie ist allein!
00:10:19
Sie hat schreckliche Glieder- und Kopfschmerzen â und ihr ist so kalt dass er sich anfĂŒhlt als wĂŒrde sie gleich erfrieren.
00:10:26
Als sie in sich herab sieht, ist der Zugang nicht mehr in ihrem Arm, er liegt auf dem Boden.
00:10:30
Auf ihrem Kittel ist ein bisschen Blut wahrscheinlich vom Zugang.
00:10:33
MĂŒselig hebt Aurora den Arm und drĂŒckt den Knopf, der ĂŒber ihr hĂ€ngt damit jemand nach ihr schaut.
00:10:39
Die zwei Pflegerinnen, die sich ihre Symptome anhören vermuten, dass sie sich eine Infektion im Krankenhaus zugezogen hat.
00:10:45
Sie verbinden Aurora's Arm und legen eine Wolldecke ĂŒber sie â und lassen sie wieder allein!
00:10:50
Am nÀchsten Morgen besucht Auroras Vater sie.
00:10:52
Als sie versucht sich zum ersten Mal aufrecht hinzusetzen, fÀllt ihr das ungewohnt schwer.
00:10:57
Gleichzeitig merkt sie, dass sich auf Höhe ihres SteiĂbeins irgendetwas in ihren RĂŒcken bohrt.
00:11:03
Aurora greift hinter sich ins Bett und hÀlt etwas kleines Hartes in der Hand.
00:11:07
Es ist ein MedizinflÀschchen.
00:11:09
Durchsichtig, der Deckel aus Metall.
00:11:11
in dem FlĂ€schchchen befindet sich eine milchig-weiĂe FlĂŒssigkeit.
00:11:15
Auf dem Etikett steht â popofohl klares Einprozent!
00:11:19
Aurora's Vater zĂŒckt sein Handy und fotografiert es.
00:11:23
Typisch italienisch besorgter Vater denkt Aurora sich.
00:11:26
FĂŒr sie ist das in dem Moment einfach nur ein Medikament, dass irgendjemand vom Personal hier hat liegen lassen.
00:11:32
Kurz darauf kommt eine Pflegerin ins Zimmer.
00:11:34
Aurora ĂŒberreicht ihr das FlĂ€uschchen?
00:11:36
Hier, das lag in meinem Bett.
00:11:38
Die Pflegerin schaut sie irritiert an und fragt, wo haben Sie das her?
00:11:42
So als hÀtte Aurora ihr das nicht vor genau einer Sekunde gesagt.
00:11:46
Also wiederholt sie!
00:11:47
Das lag in meinen Bett.
00:11:48
Ich habe mich aufgesetzt dann hatte ich es hinter meinem RĂŒcken liegen.
00:11:52
die Schwester nimmt ihr schweigend das FlÀschchen ab und verlÀsst das Zimmer.
00:11:56
Nachdem Aurora's Vater seinen Besuch beendet hat, ist sie allein mit ihren Gedanken.
00:12:00
Es besorgt sie etwas das sie heute Morgen schon wieder neue Symptome hatte.
00:12:04
Ăbelkeit und Schwindel ja aber dass sie jetzt auch noch solche Schmerzen hat und ihr kaltes ist es neu.
00:12:09
Ihr Körper scheint aktuell wirklich auĂer Rand und Band zu sein.
00:12:13
Zu gern wĂŒrde sie endlich wissen, was mit ihr los ist.
00:12:15
Doch die nÀchsten Tage im Krankenhaus bieten keine AufklÀrung.
00:12:18
Immer wieder neue Tests immer wieder Ă€hnliche Fragen von anderen Ărztinnen.
00:12:23
So wenn der Assistenzarzt Philipp kommt dann freut sich Aurora.
00:12:27
Manchmal kommt er auch einfach nur zum Quatschen.
00:12:28
Dann lehnt er sich an die Fensterbank neben Aurora's Bett und fragt sie ĂŒber ihr Leben und ihre Kinder aus.
00:12:34
FĂŒr sie ist das damals eine nette Abwechslung hat sie uns erzĂ€hlt.
00:12:38
Ein sehr junger sympathischer Arzt, der auch gut mit den Patienten umgehen konnte und auch so ein bisschen ungewöhnlich war das er halt schon sehr kumpelhaft rĂŒberkommen wollte.
00:12:52
Das kennt man ja eigentlich von den Ărzten nicht ne?
00:12:54
Ich habe einfach nur gedacht es ist ja ein sehr sympathische Arzt der dann wenn er Zeit hat einfach mal kommt und nochmal mit den Patienten so spricht So ein bisschen das Persönliche sucht und auch gesagt hat, ja ist bestimmt nicht einfach mit den Kindern alleinerziehend usw.
00:13:08
Also er hat einem so'n bisschen das GefĂŒhl gegeben ich interessiere mich fĂŒr den Patienten so.
00:13:13
Nach fast vier Wochen im Klinikum Bete ist man in der Neurologie noch immer zu keinem richtigen Ergebnis gekommen.
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TatsÀchlich sind aurora Symptome aber am Laufe der Zeit verschwunden.
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SchwÀche AnfÀlle hatte sie nicht mehr Und diese eigenartige Liderschmerzen kamen auch nicht wieder.
00:13:28
Sie wird entlassen damit sie sich erst mal wieder um ihre Kinder kĂŒmmern kann.
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Die haben in den letzten Wochen bei verschiedenen Verwandten und ihrem Vater Aurora Sex gewohnt.
00:13:37
Und wollen bestimmt auch endlich mal wieder nach Hause.
00:13:39
Aurora verspricht dem Oberarzt, dass sie wiederkommen wird um noch einmal ein paar Tests zu machen.
00:13:44
Die folgenden sechs Wochen genieĂt sie ihren Sommer.
00:13:46
Sie fÀhrt mit ihren Kindern baden grillt mit der Familie und Freundinnen und stellt im Garten einen Pool auf.
00:13:52
gesundheitlich geht es ihr in der Zeit gut.
00:13:54
das schlimmste scheint vorbei zu sein.
00:13:57
Anfang September, zwei Tausendneunzehn betritt Aurora erneut das evangelische Klinikum Betel.
00:14:03
Sie ist hier damit man nochmal ein zweites MRT von der seltsamen Stelle ihres Gehirns machen kann.
00:14:08
Wieder ist sie relativ sorglos â genau wie letztes Mal fĂŒhlt sie sich hier in guten HĂ€nden!
00:14:13
Als sie das vor je betritt, zieht sie direkt ein vertrautes Gesicht.
00:14:16
Der Mann stoppt plötzlich und kommt auf sie zuâŠ.
00:14:19
Ach du schon wieder hier?
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Es ist der Assistenzarzt Philipp vom letzten mal.
00:14:24
Aurora wundert sich ein bisschen darĂŒber, dass er sie gleich erkennt.
00:14:27
Er muss in der Zwischenzeit doch unzÀhlige Patientinnen gehabt haben.
00:14:31
Aber irgendwie passt es auch zu ihm â er mit seiner herzlichen Art!
00:14:34
Dann sehen wir uns ja nachher noch, sagt er und geht.
00:14:38
In dem Zimmer das Aurora diesmal beziehen soll, liegt schon jemand.
00:14:41
Eine Frau Mitte vierzig ist Apothekerin.
00:14:44
Gegen Abend kurz vor dem Schlafengehen als Aurora ihren Pyjama trÀgt kommt sie mit ihr ins GesprÀch.
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die beiden finden sich sympathisch.
00:14:51
WĂ€hrend die beiden plaudern, geht plötzlich die TĂŒr auf und der Assistenzarzt Philipp platzt herein.
00:14:56
Er geht auf Aurora's Bett zu und erklĂ€rt sie mĂŒsse einen Zugang bekommen weil sie morgen ins MRT kommt.
00:15:02
Das kann doch nicht wahr sein.
00:15:03
denkt sie Schon wieder?
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macht er das so spÀt?
00:15:05
Diesmal kann sich ein Kommentar nicht verknifen.
00:15:08
Sie haben immer sehr unangenehme Uhrzeiten fĂŒr solche Dinge.
00:15:12
Die Bettnachbarin will wissen ob auch sie morgen endlich in den MRT komme, sie warte nÀmlich schon lÀnger darauf.
00:15:17
Der Assistenzarzt antwortet, sie bekommen auch gleich einen Zugangs.
00:15:21
Aurora hat uns erzÀhlt, dass der Arzt dann ihren Arm desinfiziert und die Nade angesetzt hat.
00:15:27
Nur dann kann ich mich nur daran erinnern das geradeaus also quasi zwischen mir zwischen meinem Bett und dem Bett meiner Bett Nachbarin war an der Wand gegenĂŒber ein Schrank Und dieser Schrank hat sich einfach komplett gedreht.
00:15:42
Also das ganze Zimmer hat sich quasi einmal gedreet und dann habe Ich nur zu ihm also ich hab nur noch geschafft zu sagen was haben sie mir gegeben?
00:15:49
es dreht sich alles Und dann war ich auch schon weg.
00:15:52
Es ist der nÀchste Morgen, als Aurora aufwacht.
00:15:54
Als sie langsam zu sich kommt versucht sie sich zu erinnern wie sie gestern eingeschlafen ist aber irgendwie fehlt ihr ein StĂŒck.
00:16:01
Wie der Arzt abends das Zimmer verlassen hat weiĂ die zum Beispiel gar nicht mehr.
00:16:05
Die Apothekerin sitzt schon auf der Kante ihres Bettes und sieht dabei irgendwie fertig aus findet Aurora Was war denn gestern Abend?
00:16:13
Er hat mir den Zugang gelegt Aber ich habe keine Erinnerung mehr sagt Aurora in ihre Richtung.
00:16:18
Und dann sagte sie, ja du hast dein Bewusstsein verloren und ich habe ihn auch direkt gefragt was mit dir ist.
00:16:23
aber er sagt du wĂŒrdest so auf Nadeln reagieren.
00:16:26
Dann ist er zu mir rĂŒbergekommen und hat mir den Zugang gelegt und ich weiĂ ab da gar nichts mehr.
00:16:32
In dem Moment ist bei mir eigentlich wirklich der Groschen gefallen wo ich gedacht habe alle Alarmglocken waren an Aurora muss an den letzten Krankenhausaufenthalt denken, dass der Assistenzarzt auch so spÀt reinkam um ihr einen Zugang zu legen.
00:16:48
Und dann lag ja dieses FlÀschchen in ihrem Bett.
00:16:50
Aurora hat auf einmal ein ganz komisches GefĂŒhl.
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Dann habe ich ihr das halt erzĂ€hlt und hab mich gesagt weiĂt du irgendwie ist es komisch ne?
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Ich war vor ein paar Wochen schon mal hier und dann habe ich dir das halt erzÀhlt.
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und dann hab ich auch gesagt ich habe im Wetthalten PropofohlflÀschen gefunden.
00:17:05
und dann sagt sie sofort wie Propofol weiĂt Du was das isst?
00:17:10
Ja, Laura und ich und bestimmt auch viele die hier zuhören wissen sehr genau was das ist.
00:17:15
Abgesehen von unserer Freundschaft und Arbeit verbindet Laura und mich auch eine gesundheitliche Vorgeschichte durch die wir immer wieder Eingriffe oder UPs hatten, die mit Propofol eingeleitet wurden.
00:17:25
Und jetzt so an sich sind Laura und Ich groĂe Fans weiĂ ich diese paar Sekunden bevor man dann wegdriftet, so gut anfĂŒhlen und wenn man dann noch irgendwie eine nette Ărztin hat oder ne nette Pflegerin die erzĂ€hlt einem dann noch was Schönes.
00:17:39
Oder sie sagen dann denken Sie jetzt an etwas Schönes?
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Und irgendwie ich weiĂ auch nicht wir lieben das!
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Und ihr hört damit schon Propofol ist ein Narkosemittel dass schnell wirkt und auch ne kurze Halbwertzeit hat.
00:17:48
also es wird schnell wieder abgebaut.
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Das kann bei verschiedenen Eingriffen benutzt werden.
00:17:52
Also ich hatte das auch schon mal bei einer Magenspiegelung.
00:17:55
aber das wurde auch benutzt um diese Dierung bei meiner groĂen OP einzuleiten die ich da in meinem Arm hatte.
00:18:01
Wie das wirkt, hÀngt immer so ein bisschen auch von der Dosierung ab.
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Bei höherer Dosierung wirkt es halt betĂ€ubend bis zur Bewusstlosigkeit natĂŒrlich.
00:18:08
Damit können aber natĂŒrlich auch Nebenwirkungen einherkommen.
00:18:10
also mir ist zum Beispiel danach immer wahnsinnig kalt.
00:18:13
nach meiner Arm-OP bin ich aufgewacht da hatte ich so eine Art Laubleser unter der Decke der halt warme Luft an mich ran gepustet hat.
00:18:21
Ich kann mich daran gar nicht mehr erinnern aber offenbar habe ich mich im DĂ€mmer zustand sehr darĂŒber beschwert dass es so kalt war.
00:18:26
Und das kommt halt wegen des Blutdruckabfalls.
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Auch eine Nebenwirkung davon können Kopf- und Liederschmerzen sein, man kann aber auch MuskelkrÀmpfe bekommen.
00:18:34
Atemdepression ist ein Ding also verlangsamte oder aussetzende Atmung bei meiner letzten Portion.
00:18:39
Das war keine richtige OP.
00:18:41
Da hatte die Behandelnde Ărztin meine Begleitung dazu angehalten mich im Aufwachraum regelmĂ€Ăig am FuĂ anzustupsen und so bisschen zu Ă€rgern.
00:18:49
Sie sagte damit sie Frau Graser daran erinnern dass sie atmen soll.
00:18:54
Und deswegen, weil das passieren kann, wird Propofol bei hoher Dosierung natĂŒrlich auch immer gut ĂŒberwacht.
00:18:59
Bei so OPs dann ja auch mit einem AnÀsthesisten oder einer AnÀesthesistin.
00:19:03
Bei wem das nicht so war und deswegen hat Propofolle auch irgendwie eine traurige BerĂŒhmtheit erlangt ist Michael Jackson.
00:19:09
der hatte zwei Tausendneuen vor seiner Comeback-Tour enorme Schlafprobleme und bat seinen Arzt dann ihm Milch zu geben.
00:19:16
Das war sein Spitzname fĂŒr Propofohl was er regelmĂ€Ăig bekommen hat.
00:19:20
Der Arzt spritzte ihn dann eine Kombination aus Lidokain Das ist ein Mittel gegen HerzrĂŒckmusterung und Propofol.
00:19:27
Und Michael Jackson hörte kurz darauf auf zu atmen, starb dann spĂ€ter im Krankenhaus in Los Angeles... ...und tatsĂ€chlich war die Todesursache, die Propofoll-Wirkung ohne Ăberwachung!
00:19:39
Ihr seht es an dem Fall Michael Jackson und aber vielleicht auch ein bisschen an meiner Begeisterung, die ich fĂŒr Propofol aufbringen kann.
00:19:46
Das Zeug hat ein psychisches AbhÀngigkeitspotenzial.
00:19:49
ja das ist natĂŒrlich besonders problematisch bei Personen die Zugang dazu haben also im Krankenhausbereich zum Beispiel.
00:19:55
diese mögliche AbhÀngigkeit die durch Propofool entsteht ist aber nicht das einzige Problematische an dem Medikament.
00:20:03
Aurora's Bettnachbarin, die Apothekerin erklÀrt ihr jetzt das Propofol nÀmlich auch als Vergewaltigungsdroge eingesetzt wird.
00:20:10
Aurora beschleicht in dem Moment eine ganz schlimme Ahnung, irgendetwas stimmt hier nicht.
00:20:16
Zweimal kommt der selbe Arzt rein und zweimal kann sie sich nicht erinnern wie sie eingeschlafen ist.
00:20:21
was wenn der Arzt sie narkotisiert hat um irgendwelche Fotos von ihr zu machen um sie dann auf irgendwelchen Pornoseiten hochzuladen.
00:20:28
Aurora und ihre Bettnachbarin sind beide schwer beunruhigt, sich ĂŒber eine Sache einig.
00:20:33
Sie mĂŒssen jetzt mit jemandem vom Krankenhaus darĂŒber
00:20:37
Nicht viel spÀter kommt die leitende Pflegekraft ins Zimmer.
00:20:41
Als sie beiden Frauen ihr damals davon erzÀhlt haben hat sie sie unglaublich angeschaut, hat Aurora uns erzÀhlt.
00:20:56
Es dauert nicht lange, da betritt dann auch der Oberarzt mit dem Namen Beuge den Raum.
00:21:01
Aurora erzĂ€hlt ihm noch mal alles im Detail von dem Assistenzarzt Philippe, der zweimal spĂ€ter reinkam vom GedĂ€chtnislĂŒcken und vom Propofolflaschieren das sie bei ihrem ersten Besuch fand.
00:21:12
Er war wirklich geschockt hat mir auch gesagt nein Sie haben vollkommen recht dass es hier nicht der gewohnte wie sagt man das denn?
00:21:18
Die gewohnte Arbeitsweise, so dass es sehr besorgniserregend was sie da erzĂ€hlen und ich werde sofort mit dem Chefarzt darĂŒber sprechen.
00:21:26
Dann verlÀsst der Oberarzt Beuge den Raum.
00:21:29
Aurora hat das GefĂŒhl einen begrĂŒndeten Verdacht zu haben.
00:21:33
Aurora nutzt die Zeit in der Sieh- und Ihre Bettnachbarin allein sind um ihre Familie am Telefon zu informieren was passiert ist.
00:21:39
Etwa eine dreiviertel Stunde vergeht.
00:21:41
dann kommt er Oberarzbeuge wieder ins Zimmer.
00:21:44
Nach ihm betritt eine weitere Person den Raum.
00:21:47
Es ist aber nicht etwa der Chefarzt, wie Aurora es erwartet hat.
00:21:50
Es ist der Assistenzarzt Philipp Gehe.
00:21:53
Aurora kann nicht fassen dass das gerade passiert!
00:21:56
Wie kann der Oberarzt ernsthaft jetzt den Mann mitbringen?
00:21:59
Der offenbar sie und eine weitere Frau narkotisiert hat.
00:22:03
Aurora ist regelrecht entsetzt ĂŒber das Vorgehen Und dann sagte der Herr Oberarzt direkt, ja wir haben jetzt noch mal intern gesprochen und nochmal geguckt und geprĂŒft.
00:22:13
Aber es hatte so alles seine Richtigkeit.
00:22:15
sie haben ihr Bewusstsein wahrscheinlich verloren weil die Temperatur der Kochsalzlösung nicht ganz passend war.
00:22:20
das tut uns an der Stelle leid.
00:22:22
Ich habe nur gedacht so was ist ein Scherz.
00:22:25
also ich hab in dem Moment wirklich gedacht die wollen dich jetzt richtig verarschen auf gut Deutsch gesagt.
00:22:32
Dann wurde er dann schon gleich so ja so ein bisschen patsig halt.
00:22:36
Die ErklĂ€rung soll also sein, die Kochseitslösungen zum SpĂŒlen der ZugĂ€nge habe nicht die richtige Temperatur gehabt.
00:22:43
ZugĂ€nge werden halt immer mal wieder durchgespĂŒlt damit sie offen bleiben.
00:22:46
so verhindert man dass sie verstopfen oder das Luft hinein kommt.
00:22:49
auĂerdem verringert dass sich die Chance Bakterien festsetzen.
00:22:53
ist jetzt die Lösung.
00:22:53
aber zb viel zu kalt können manche Menschen darauf tatsÀchlich sehr empfindlich reagieren und es ist auch möglich dass man so dann kurz das Bewusstsein verliert.
00:23:02
Aber sollte das bei ihr so gewesen sein, merkt Aurora an.
00:23:06
Dann hÀtte er sie doch nicht einfach auf dem Bett liegen gelassen und wÀre dann zur Bettnachbarin
00:23:11
So hatte die das aber berichtet!
00:23:14
Die ErklĂ€rung des Oberarztes Beuge macht Aurora plötzlich richtig wĂŒtend.
00:23:18
Will man sich hier fĂŒr dumm verkaufen?
00:23:20
Sie hatte dem Oberarz ja auch schon vom ersten Mal erzÀhlt, als Philipp G. spÀt in ihrem Zimmer war und von den PropofolflÀschchen.
00:23:27
Und eben schien der Oberarzen noch ernsthaft besorgt darĂŒber â jetzt spielt das anscheinend keine Rolle mehr!
00:23:33
Sie fragt ihn gerade heraus was sich in der Zwischenzeit bitte geÀndert hat.
00:23:37
Ob der Chefarzt ihm etwa aufgetragen habe, den beiden diese Geschichte aufzutischen, fragt sie.
00:23:43
Dann schaltet sich Philipp G. ein und erklÀrt zunÀchst, dass sie offenbar generell so auf Spritzen reagiere behauptet dann aber wenig spÀter das Sie gar nicht ohnmÀchtig gewesen sei sondern dass die beiden noch miteinander gesprochen hÀtten als er das Zimmer verlassen habe.
00:23:57
Also ihr hört es da ging in dem Moment ganz viel durcheinander an ErklÀrung.
00:24:01
So hat es uns auch Aurora erzÀhlt Ein Gestammel.
00:24:06
Also da hatte ich ... Ich hatte keinen Menschen vor mir stehen, der irgendwie so eine AutoritĂ€tsperson, die mir wirklich Frage und Antworten vernĂŒnftig von sich gibt, sondern es war ein Gestammeln Es war ein nervöses Auftreten.
00:24:19
Es war schnelles Reden.
00:24:21
Jeder, der jetzt auch nichts von mitgekriegt hĂ€tte, hĂ€tte gemerkt dass dieser Arzt sich gerade komplett in Ausreden verstrickt und das die ganze Version ĂŒberhaupt gar nicht zueinander passt.
00:24:33
Auch der Bettnachbarin, der Apothekerin wird das alles zu bunt.
00:24:37
Nein sie habe doch gesehen dass Aurora bewusstlos war und dann habe er ihr auch noch einen Zugang gelegt und auf Sie können sich danach an nichts mehr erinnern!
00:24:46
Sie hören doch auch, dass er sich gerade in Ausreden verstreckt", sagt Aurora zum Oberarzt.
00:24:51
Aber der hat offenbar genug denn Aurora und ihre Bettnachtbarinnen bekommen keine weiteren ErklĂ€rung â auch nicht fĂŒr die Symptome, die sie hatten nachdem sie wieder aufgewacht waren und dafĂŒr, dass ihre Erinnerungen abgerissen
00:25:03
In dem Moment habe ich den Oberarzt John darauf hingewiesen, spĂ€testens jetzt wo man sie als Patientin darĂŒber in Kenntnis setzt sind Sie ja in der Pflicht etwas zu unternehmen.
00:25:13
Ich sagte das wird auf jeden Fall noch ein Nachspiel haben und er fragte nur was ich denn machen wollen wĂŒrde und dann mich gesagt dazu werde ich Ihnen nichts sagen.
00:25:21
Also da war es eher so ein bisschen unfreundlich.
00:25:23
also es war schon wie ein StreitgesprÀch was an dieser Stelle stattgefunden hat Und dann haben die halt das Zimmer verlassen und es kam auch irgendwie kein Angebot.
00:25:31
Es kam halt wirklich gar nichts.
00:25:34
Aurora's Bettnachbarin ist in dem Moment alles zu viel, sie sagt sie will sich nicht mit dem Krankenhaus anlegen.
00:25:40
Aurora hingegen beschlieĂt sich nicht so schnell abfrĂŒhstĂŒcken zu lassen.
00:25:43
Sie ruft ihren Vater an er soll sie abholen.
00:25:46
eine Pflegerin bittet sie ihre Entlassungspapiere fertigzumachen.
00:25:49
Kein Moment wird sie noch lÀnger hier bleiben.
00:25:52
Als ihr das Krankenhaus verlĂ€sst, ist sie wĂŒtend und entschlossen.
00:25:55
Doch schon bald mischen sich noch andere GefĂŒhle darunter.
00:25:59
Aber als ich dann meinen Koffer gepackt hatte mit meinem Vater nach Hause gefahren bin... ...und ich dann zuhause war Kann ich nicht leugnen, dass dann auch erstmal wirklich die Emotion hochgekommen ist und ich wirklich erst mal geweint habe?
00:26:12
Weil ich gedacht hab das darf einfach nicht wahr sein.
00:26:15
Das kann nicht sein!
00:26:17
Wie geht es jetzt weiter?
00:26:18
Wo krieg ich jetzt die nÀchste Diagnose her?
00:26:20
wie gehe ich jetzt damit um?
00:26:22
Zeige ich den Menschen jetzt an zeige ich das Krankenhaus jetzt an?
00:26:25
geht man zur Polizei?
00:26:27
Aurora fĂŒhlt sich völlig hilflos, auch weil ihr jetzt bewusst wird dass sie die renommierte Neurologie verlassen hat ohne final zu wissen was wirklich mit ihr los ist.
00:26:35
Sie hat schreckliche Angst das sie jetzt kein Krankenhaus mehr findet das ihr weiter helfen kann.
00:26:40
An dem Tag spricht sie noch lange mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern ĂŒber Betel.
00:26:44
Sie kommen gemeinsam zum Entschluss.
00:26:47
Am nÀchsten Morgen geht Aurora zu ihrem GynÀkologen, um sich untersuchen zu lassen.
00:26:54
Sie tut das weil es zum Ablauf einer Anzeige gehört nicht, weil sie wirklich damit rechnet dass sich körperliche Spuren finden lassen.
00:27:01
Im Behandlungszimmer schildert sie dem Arzt was in der Nacht passiert ist.
00:27:04
Er hat aufmerksam zu und nimmt ihr dann ihre Sorge In ihrem Fall sei keine Untersuchung nötig.
00:27:11
Eigentlich brauchen wir keine Vaginaluntersuchungen machen Denn das ist dazu eine Vergewaltigung oder so Geschlechtsverkehr gekommen ist es absolut nicht möglich, dafĂŒr ist in einem Krankenhaus das Zeitfenster viel zu schmal.
00:27:24
Aurora vertraut auf den Experten und verlÀsst die Praxis wieder ohne Abstrich.
00:27:28
SpÀter am Tag fÀhrt sie zur Polizeidienststelle nach Bielefeldt und steigt aus ihrem Auto.
00:27:33
Obwohl sie weiĂ dass sie jetzt das Richtige tun wird, wird ihr plötzlich mulmig zumute... Also ich habe mich wirklich gefĂŒhlt wie so ein Sandkorn, so eine kleine Person wie ich geht jetzt und unternimmt da einen riesen Schritt.
00:27:46
Und ich habe mich wirklich alleine gefĂŒhlt, ich war unsicher.
00:27:51
Ich hatte auch Angst vor dieser Situation weil ich ja nichts Konkretes benennen konnte und weil man mir vom Krankenhaus das GefĂŒhl gegeben hat dass ich sie nicht alle hĂ€tte, dass alles in Ordnung war so ungefĂ€hr.
00:28:04
Aber der Kommissar, dem sie alles schildert, wirkt einfĂŒhlsam, ernsthaft interessiert, stellt Nachfragen und ist sehr freundlich zu Aurora.
00:28:12
Er bestĂ€tigt sie auch in ihrem GefĂŒhl, dass man mit ihr im Krankenhaus nicht richtig umgegangen ist.
00:28:17
Allerdings versetzt er ihr auch einen DĂ€mpfer â er sagt das die Dienststelle gerade an einem anderen groĂen Fall sitzt und es dauern könnte bis sie wieder von ihnen hört.
00:28:26
Als Aurora die Polizeistelle verlĂ€sst hat sie das GefĂŒhl jetzt nicht mehr viel machen zu können.
00:28:31
Sie denkt, das wird jetzt schon alle sein geregelten Gang gehen!
00:28:34
Trotzdem stellt sie sich ein paar Tage spÀter bei einer AnwÀltin vor.
00:28:37
Die beiden einigen sich darauf, dass die Anwaltin Aurora vertreten wird sollte aus der Anzeige irgendwas werden.
00:28:44
In den Wochen danach konzentriert sich Aurora endlich wieder auf sich â auf ihre Familie und ihre Gesundheit!
00:28:49
Denn eine Diagnose steht ja immer noch aus.
00:28:52
In einem anderen Krankenhaus erkennen die Ărztinnen wenig spĂ€ter.
00:28:55
Aurora hatte einen stummen Schlaganfall.
00:28:58
Der hat ihre UnmachtsanfÀlle.
00:29:02
Ein Stummerschlag-Anfall ist so was wie eine kleine Durchblutungsstörung im Gehirn, die jetzt keine typischen Schlaganfallsymptome verursacht.
00:29:09
Deswegen merken auch viele Menschen sowas gar nicht.
00:29:12
FĂŒr sich allein kann das dann auch unauffĂ€llig bleiben.
00:29:15
So ein stiller Schlaganvall zeigt aber dass die GefĂ€Ăe im Gehören belastet sind und dadurch steigt dann auch das Risiko fĂŒr einen spĂ€teren echten Schlagan Fall.
00:29:23
Bei Aurora sind sich die Neurologinnen aber sicher, dass sie keine dauerhaften SchÀden davon tragen wird.
00:29:28
Aurora is ĂŒberglĂŒcklich endlich zu wissen, was mit ihr los ist und damit auch nicht mehr ins Krankenhaus zu mĂŒssen.
00:29:35
Jetzt kann sie ihr Leben normal weiterleben â und das tut sie!
00:29:38
In den nÀchsten Monaten lernt Aurora jemanden kennen, sie verliebt sich und zieht gemeinsam mit ihrem neuen Partner und den Kindern weg von ihrer Heimat, die sie vorher nie verlassen hat.
00:29:47
Sie beginnt einen neuen Job, den sie liebt.
00:29:49
Sie ist jetzt Schulbegleiterin fĂŒr Kinder mit Behinderung.
00:29:52
Aurora genieĂt die Distanz zu allem, was war â der Trennung vom Ex, dem Tod ihrer Mutter, der Krankheit.
00:29:59
Vor allem von Betel erzÀhlt sie nicht gern.
00:30:02
Sie versucht das, was dort passiert ist zu verdrĂ€ngen â fast so als hĂ€tte es in ihrem neuen schönen Leben keinen Platz!
00:30:09
Und Aurora hofft vielleicht hört sie ja nie wieder etwas davon.
00:30:12
und so vergeht Monat um Monat und das Jahr zwei tausend neunzehn endet.
00:30:16
Es kommt der Winter dann der FrĂŒhling zweitausend zwanzig aber so still wird es nicht bleiben.
00:30:23
WĂ€hrend Aurora ihr neues Leben an einem neuen Ort lebt, sitzt ein Beamter der Polizei am Tag im MĂ€rz von dem Dienstrechner in Bielefeld.
00:30:32
Auroras Anzeige ist zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Monate her.
00:30:36
Der Polizeibeamte öffnet die Datenbank und tippt den Namen Philipp G. auf die Suchzeile.
00:30:41
Auf dem Bildschirm erscheint ein Treffer â das steht, dass er als Medizinstudent in Kempten war.
00:30:47
hat die Staatsanwaltschaft Krefeld gegen Philipp G ermittelt wegen sexueller Nötigung.
00:30:52
Eine schwangere Patientin warf ihm vor, sie durch eine Infusion betĂ€ubt und anschlieĂend Missbrauch zu haben.
00:30:58
Die Ermittlungen wurden aus Mangel an Beweisen eingestellt.
00:31:01
Dass jetzt drei Jahre spÀter ein Àhnlicher Vorwurf gegen ihn erhoben wurde, stimmt den Beamten stutzig.
00:31:06
Damit wird spĂ€ter der Antrag auf einen Durchsuchungsbeschluss begrĂŒndet.
00:31:11
Im April durchsuchen Polizistinnen Philip G. Spindt im Krankenhaus und seine Wohnung, und dort finden sie einiges was Sie einsacken und mitnehmen â Drogen, Medikamente darunter auch Propofol und eine Festplatte.
00:31:24
Ăber die nĂ€chsten Wochen und Monate wird nun ganz genau ausgewertet was Philip G darauf festgehalten hat.
00:31:31
Am Zweizwanzigsten September-Zwz sitzt Aurora gerade auf dem Beifahrersitz als ihr Partner den Wagen auf die Autobahn lenkt.
00:31:38
Ihr Handy klingelt!
00:31:39
Es ist eine unbekannte Nummer.
00:31:41
Aurora geht ran und hat den Polizisten am Telefon, bei dem sie damals ihre Anzeige aufgegeben hat.
00:31:46
Er wolle sie informieren, sagt er zu ihr, dass die Ermittlungen einiges ergeben hÀtten.
00:31:50
Begutzaum fragt er ob Aurora gerade alleine ist und ob sie im Moment sitze.
00:31:55
Aurora weiĂ nicht was sie jetzt erwarten wird.
00:31:58
Es sei einiges an Bildmaterial von ihr gefunden worden, fÀhrt der Kommissar fort.
00:32:02
Er wollte Aurora vorwahren damit sie das nicht morgen aus der Presse erfÀhrt Denn Philipp Gehe wurde vor kurzem verhaftet.
00:32:08
Die Polizei Bielefeld hat einen Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet.
00:32:13
Der Vorwurf Körperverletzung aufgrund nicht indizierter Medikamentenvergabe Ja ich war geschockt, Bildmateriale ne?
00:32:20
Was fÀngt man da mit an?
00:32:20
also was heiĂt das Bildmatterial?
00:32:22
wurden Bilder von mir gemacht?
00:32:24
Was wurden fĂŒr Bilder gemacht?
00:32:26
Wo kann man die Bilder sehen, sind sie jetzt im Internet, im Darknet unterwegs.
00:32:31
Das hat mich schon schwer
00:32:33
In dem Moment ist es als hÀtte sich ein Schleier gehoben.
00:32:36
Es gibt Aurora zwar endlich Klarheit aber darunter ist auch etwas zum Vorschein gekommen das Sie eigentlich nicht sehen wollte.
00:32:44
Der grausame Verdacht, den sie die ganze Zeit mit sich herumgetragen hat, hat sich bestÀtigt.
00:32:48
Philipp Gehm hat ihre Kontrolle ausgeschaltet und sie in einen Zustand gebracht, indem sie ihren eigenen Körper nicht mehr schĂŒtzen konnte.
00:32:56
WĂ€hrend sie wehrlos war, hat er offenbar Fotos von ihr gemacht â jemand der eigentlich Verantwortung tragen sollte.
00:33:02
Nachdem sie aufgelegt hat, schreibt Aurora in die Chatgruppe, die sie mit ihren beiden Schwestern hat.
00:33:07
Sie fragt ob sie morgen eine Zeitung kaufen können?
00:33:10
Sie muss wissen was da in der lokalen Presse steht!
00:33:13
Als Aurora an diesem Abend ins Bett fÀllt, fÀllt es ihr schwer einzuschlafen.
00:33:17
Sie muss die ganze Zeit daran denken was da wohl in der Zeitung stehen wird.
00:33:22
Am nÀchsten Morgen schicken Aurora Schwestern ihre mehrere Fotos zu darauf die Texte aus Regionalzeitungen.
00:33:28
Aurora beginnt zu lesen.
00:33:30
innerlich glaubt sie auf das was da steht eigentlich vorbereitet zu sein doch als sie ĂŒber die Zeilen fliegt wird er plötzlich klar Was passiert ist ist viel schlimmer als alles was sie sich vorgestellt hatte.
00:33:42
Ihre Augen treffen auf die Worte Videomaterial und Vergewaltigung.
00:33:46
Da steht, es gab eine Patientin, die zweimal im Klinikum Betel war, die beide Male vergewaltigt und dabei gefilmt wurde â genau wie ihre Bettnachbarin.
00:33:56
Schreiben sie da etwa von ihr?
00:33:58
Von Vergewaltung hatte der Polizist nicht gesprochen genauso wenig von Videos, die von ihr gemacht wurden.
00:34:03
AuĂerdem hatte der GynĂ€kologe doch gesagt das ist ausgeschlossen sei dass ihr sowas im Krankenhaus passiert sein könnte!
00:34:10
Aurora fĂŒhlt sich in dem Moment völlig betrogen.
00:34:13
Er fÀhrt sie gerade ernsthaft aus einem schlecht abfotografierten Artikel, dass Sie und Ihre Bettnachbarin von Philipp G. vergewaltigt wurden?
00:34:21
Das war fĂŒr Sie ein totaler Schock hat sie uns erzĂ€hlt!
00:34:24
Also da ist eigentlich alles erstmal so zusammengebrochen wie so'n Kartenhaus.
00:34:27
Erst mal der Schock, so zu erfahren das einem sowas passiert ist... Dann der Ekel, der da entstanden ist weil du ja dein Körper bis dato immer nur irgendwem gegeben hast, dem du es geben wolltest.
00:34:42
Das heiĂt mit meinem EinverstĂ€ndnis und dann das erste Mal im Leben so etwas auf dich zukommt, so eine Nachricht wo jemand sich an deinem Körper bedient hat ohne dass du davon wusstest, ohne dass zu deine Zustimmung dafĂŒr gegeben hast.
00:34:57
Und dann aber parallel auch so ein Wut, dass ich es nicht wert bin, dass man mich anruft.
00:35:07
Als sie zumindest wieder einigermaĂen klare Gedanken fassen kann, ruft Aurora die AnwĂ€ltin an.
00:35:12
Bei der sie schon einmal vor einem Jahr war.
00:35:15
Ihr Name ist Stefanie Höcke.
00:35:17
Sie erinnert sich noch heute genauer an Auroras Worte damals.
00:35:21
Dass der Haftbefehl dann die Presse gespielt worden sei und dementsprechend wĂŒrde sie das wahrscheinlich morgen lesen.
00:35:26
Und das war eben das was auch wahnsinnig heftig war fĂŒr sie.
00:35:30
Stephanie Höcke ist RechtsanwĂ€ltin fĂŒr Strafrecht und Fachanwaltin fĂŒr Familienrecht.
00:35:35
Sie vertritt hĂ€ufig Frauen, die als NebenklĂ€gerin auftreten oft in Verfahren wegen Sexualdelikten â so wie demnĂ€chst wohl auch Aurora.
00:35:43
Höcke is zu dem Zeitpunkt bereits informiert aus Presse und von der Polizei.
00:35:47
Sie bittet Aurora in die Kanzlei zu kommen.
00:35:49
Zwei Kommissarinnen wollen dort darĂŒber mit ihr sprechen was genau passiert ist.
00:35:57
Er wartet im Auto, wĂ€hrend sie wenig spĂ€ter eine BĂŒrogemeinschaft in einer Einfamilienhaussiedlung betritt.
00:36:02
Stefanie Höcke bittet sie in einen kleinen Konferenzraum â damit es steht ein Tisch mit vier StĂŒhlen â darauf liegen Stapel von Akten.
00:36:09
An einer Wand steht ein BĂŒcherregal am Tisch zum schon die beiden Polizistinnen.
00:36:14
Höcke und Aurora setzen sich ihnen
00:36:23
gar nicht herzlich und auch nicht so, dass sie mir das GefĂŒhl gegeben haben.
00:36:28
Wir sagen ihnen jetzt gleich was, was wirklich nicht schön ist.
00:36:30
Wir haben tiefstes MitgefĂŒhl sondern es war halt so ein... wir tun hier gerade unsere Pflicht.
00:36:35
ich habe mich ĂŒberhaupt nicht wohl
00:36:38
Die Polizistinnen erklĂ€ren Aurora nochmal das Videoaufnahmen von ihr gemacht wurden Und dass Sie sie darĂŒber aufklĂ€ren mĂŒssen was darauf zu sehen ist.
00:36:45
erinnert sich Stefanie Höcke?
00:36:47
Das war sehr umso.
00:36:49
Riggerus will ich mal sagen, wie man hier sagte so wir haben jetzt Videos.
00:36:52
Also du kannst dir die Videos angucken, du kannst Videosequenzen dir angucken.
00:36:56
Du kannst dir dann Fotos davon angucken einzelne Ausschnitte aus dem Video oder wir können dir sagen was und Detail passiert
00:37:04
Aurora weiĂ in dem Moment dass sie auf gar keinen Fall die Videoaufnahmen sehen will.
00:37:08
Sie ist sich sicher das sie die Bilder wohl nie vergessen und ihr Leben lang Flashbacks davon bekommen wĂŒrde.
00:37:14
Deshalb entscheidet Aurora dass sie nur von den Beamten hören will was auf den Videos zu sehen ist.
00:37:19
Die eine Polizistin öffnet eine Akte.
00:37:21
Sie sagt, Aurora wurde am achtundzwanzigsten siebten zwei Tausendneunzehn und am zweiten neunten zweitausend neunzehnt vergewaltigt also in beiden NÀchten, in denen Philipp Gehe spÀt hereinkam und ihr einen Zugang gelegt hat.
00:37:32
damit hat aurora ist nun schwarz auf weiĂ.
00:37:34
die beiden UnmachtsanfÀlle im Krankenhaus hatten nichts mit ihrem stummen Schlaganfall zu tun.
00:37:40
dann beginnt die Polizisten ein Videoprotokoll vorzulesen.
00:37:43
man hat mir halt vorgelesen dass es halt um eine schwerwiegende Vergewaltigung ging oder geht schwerwiegend im Sinne von, es ist auf eine absolut ganz schlimme Art und Weise passiert.
00:37:56
Und die Sprache war auch von einer oralen Vergewaltigung also nicht nur vaginal sondern auch oral und teilweise dass der sehr vorbereitet gewesen ist und MundstĂŒcke verwendet hat das er nicht verhĂŒtet hat.
00:38:13
Aurora hört von einer widerlichen Handlung nach der anderen.
00:38:17
Die eigentlichen Videoaufnahmen sind gar nicht mehr nötig, denn Aurora sieht in diesem Moment die abstoĂenen Bilder vor ihrem inneren Auge.
00:38:25
Und das war halt etwas wo ich in dem Moment gedacht habe.
00:38:28
Ich wusste nicht ob ich aufstehe und rausgehe Ob mein Körper gelehmt ist?
00:38:32
Ob ich anfange zu brechen?
00:38:33
Ob sich nur weinen muss.
00:38:36
Also was ich verspĂŒrt hab war natĂŒrlich ein riesengroĂer Ekel.
00:38:41
Aurora fĂŒhlt alles und nichts zugleich.
00:38:44
Das GesprĂ€ch ist an der Stelle fĂŒr sie vorbei, Sie kann sich nicht mehr konzentrieren, nichts mehr denken.
00:38:50
Nachdem sie sich so weit gefasst hat dass sie wieder ihre Beine benutzen können verlĂ€sst ihr den Raum das BĂŒro setzt sich zu ihrem Partner ins Auto und will einfach nur weg.
00:38:59
auf dem Weg nach Hause denkt sie noch an NiedertrÀchtigkeit?
00:39:02
ist es wirklich kaum noch zu ĂŒberbieten?
00:39:04
Das soll DER Assistenzarzt getan haben, der an ihrem Fensterbrett gelehnt und sie freundlich ĂŒber ihr Leben ausgefragt hat?
00:39:11
Wie sehr man sich doch in Menschen tÀuschen kann.
00:39:14
Aber selbst Menschen die Philipp G. weit besser kannten als Aurora bekamen offenbar nur das zu sehen was er ihnen zeigen wollte.
00:39:22
Die, die ihn ĂŒber Jahre erlebt haben beschreiben ihn als sympathisch, freundliche und auch angenehm im Umgang.
00:39:28
WÀhrend seines Medizinstudiums, das er nach dem Abitur zunÀchst in Marburg beginnt und dann spÀter an Rostock fortsetzt, lebt er in verschiedenen Leges.
00:39:36
Dort gilt da als jemand der gerne feiert und fĂŒr unterwegs ist.
00:39:38
Er engagiert sich politisch, besucht Demonstrationen und bewegt sich in linken studentischen Kreisen.
00:39:44
Gleichzeitig fÀllt einigen auf dass er trotz seiner Offenheit kaum persönliches von Sachpreis gibt.
00:39:49
ĂŒber seine Familie spricht er kaum nur dass seine Eltern sich frĂŒh getrennt haben.
00:39:54
Neben dem Studium spielt er Bass in einer Indie-Band und arbeitet auf zehntausend elf Zeitweise als Fahrer fĂŒr internationale Musikerin und Musiker.
00:40:03
Er scheint das laute und trugereiche Umfeld zu mögen, verbringt viel Zeit auf Festivals oder mit Freundinnen und Freunden in der Musikszene.
00:40:11
Sein praktisches Jahr absolviert Philipp G. unter anderem im Hospital zum Heiligen Geist im Campen.
00:40:17
Dort kommt es im August, dann zu dem ersten schwerwiegenden Vorwurf, den der Polizist spÀter nach Europas Anzeige in seine Akte sieht.
00:40:26
Eine schwangere Patientin berichtet, dass er ihr etwas gespritzt habe, worauf sie sofort das Bewusstsein verlor.
00:40:32
Sie schildert, dass sie im Anschluss des GefĂŒhl hatte, jemand berĂŒhre ihren Körper und dass sie ein Geschlechtsteil in ihrem Gesicht spĂŒrte.
00:40:40
Die Klinik informiert daraufhin die Polizei, die auch DNA am Gesicht der Patienten sichert Und diese DNA, die stammt auch nachgewiesener Weise von Philipp Gehe.
00:40:49
Allerdings kann das nicht als eindeutiger Beweis fĂŒr eine Straftat gewertet werden weil man am Ende nicht sagen kann ob die DNA ĂŒber das Geschlechtsteil dahin gekommen ist oder vielleicht ĂŒber seine Finger.
00:40:58
Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren im Oktober.
00:41:04
Inzwischen geht man davon aus, dass auch diese Patientin Opfer geworden sein könnte.
00:41:09
Nach dem Studium zieht Philipp G. um und arbeitet zunÀchst in Camden-Weiter.
00:41:13
Im Februar of two thousand eighteen beginnt er eine Stelle als Assistenzarzt im evangelischen Klinikum Betel in Bielefeld.
00:41:19
Dort lebt er dann in der MĂ€nnerwG, tut in seiner Freizeit mit einem VW-Bus durch Deutschland und besucht Festivals.
00:41:25
Auch unter seinen Kolleginnen und Kollegen gilt er als freundlich hilfsbereit und beliebt.
00:41:30
Mit seiner Ex-Freundin schreibt er in dieser Zeit darĂŒber, wie sehr ihm die Arbeit in der Klinik belaste und ĂŒberfordere.
00:41:36
Er mĂŒsse verrĂŒcktesidieren, die sonst nachts auf der Station herumlaufen, schreibt aber auch dass er seinen ganz persönlichen Umgang mit dem Krankenhaus Stress gefunden habe.
00:41:46
Zitat Ich habe mir die Umgebung quasi so geschaffen das ich sie aushalten kann.
00:41:52
Und jetzt wo klar ist was Philipp G. Aurora angetan hat bekommt dieser Satz eine grausame neue Bedeutung.
00:41:59
Drei Tage nach dem unangenehmen Treffen mit den zwei Polizistinnen trifft sich Aurora wieder mit ihrer AnwĂ€ltin Stephanie Höcke in deren BĂŒro, in der Kanzlei.
00:42:08
Höcke will Aurora schon mal darauf vorbereiten was sie jetzt alles erwartet wenn ein Verfahren gegen Philipp G eröffnet wird.
00:42:14
Die RechtsanwĂ€ltIn erklĂ€rt ihr Ersitze selbst in U-Haft das heiĂt dass innerhalb von sechs Monaten das Verfahren eröffnete werden muss.
00:42:21
Sie erklÀrt dass Aurora sich schon einmal mental darauf vorbereitet solle Dass sie ihre Aussage in Anwesenheit von Philipp G machen muss.
00:42:28
Nach gerade mal fĂŒnf Minuten geht dann plötzlich die BĂŒrotĂŒr auf, erinnert sich Stefanie Höcke.
00:42:33
Und dann war es echt so schrÀg und wir sitzen da grad voneinander.
00:42:36
wie geht's jetzt weiter?
00:42:38
Und just in dem Moment kommt mein Kollege rein hÀlt mir so das Handy hin.
00:42:42
Höcke schaut auf den Bildschirm.
00:42:44
mehr als ein O bringt sie nicht raus nachdem sie gelesen hat was dort steht.
00:42:48
Sie dreht Aurora das Handy zu und die liest Philipp G. hat an Untersuchungshaft Suizid begangen.
00:42:54
Hinterlassen hat er vierundzwanzig handgeschriebene Abschiedsbriefe an Menschen aus seinem Umfeld.
00:42:59
Dann hat er sich selbst stranguliert.
00:43:02
Ich weiĂ noch, Ihre erste Reaktion war nur, boah wie feige so ein Arschloch!
00:43:06
Jetzt stellt er sich nicht mal zu diesem
00:43:09
Auch wenn das die ersten Worte im Effekt sind, die Aurora hervorbringt ist sie nicht wirklich wĂŒtend merkt sie.
00:43:15
Was sie tatsĂ€chlich in dem Moment gefĂŒllt hat, hat sie uns erzĂ€hlt.
00:43:20
Geht es darum, was mir passiert ist?
00:43:22
Und ja dieser Mensch hat das getan.
00:43:24
Aber ob er jetzt im GefĂ€ngnis sitzt oder ob er sich das Leben genommen hat nĂ€mlich also dass er gar nicht mehr lebt da Ă€ndert sich fĂŒr mich
00:43:32
FĂŒr die Staatsanwaltschaft und ihre AnwĂ€ltin Stefanie Höcke jedoch Ă€ndert sie damit alles.
00:43:37
Höcke erklĂ€rt Aurora, dass das eben Besprochene nun nicht mehr gilt weil ein Verfahren endet sobald der mutmaĂliche TĂ€ter oder die TĂ€terin tot ist.
00:43:46
Denn gegen Tote kann ich ermittelt werden.
00:43:49
Wie es nun weitergeht, könne sie im Moment nicht sagen.
00:43:51
Sie mĂŒsse sich erst sortieren â dann verabschieden die beiden Frauen sich aufs Erste.
00:43:56
In den Wochen danach laufen die Worte der beiden Polizistinnen in Dauerschleife durch Aurora's Kopf.
00:44:01
Jedes Mal begleitet von Wellen von Ekel.
00:44:03
Sie bemerkt sie sich etwas in ihr verschiebt.
00:44:06
Plötzlich hÀlt sie die NÀhe ihres Partners kaum noch aus!
00:44:09
Ihr Verstand weià dass das etwas ganz anderes ist als was ihr unter BetÀubung angetan wurde doch ihr Körper reagiert als könnte er nicht unterscheiden und macht einfach
00:44:19
Gleichzeitig wird sie Àngstlicher.
00:44:20
FĂŒr Aurora fĂŒhlt es sich so an, als ob die Version von ihr, die sonst zu selbstbewusst auftrat und klar ihre Meinung sagte irgendwie verschwunden ist.
00:44:29
Jetzt meidet sie MĂ€nner sogar kurze GesprĂ€che machen ihr Angst und sie schickt lieber ihren Partner vor â sogar beim Einkaufen wenn sie wissen will wo was steht!
00:44:37
Am schlimmsten reagiert Aurora auf eine Art MÀnner nÀmlich die, die so richtig nett und sympathisch sind.
00:44:44
Sobald jemand superfreundlich ist, zieht sich in Aurora alles zusammen und sie will am liebsten vor der Person fliehen.
00:44:50
Was es an dieser Stelle fĂŒr mich so auch sehr schlimm gemacht hat, das Vertrauen ist unheimlich kaputt gegangen weil dieser Mensch war ja unheimlig sympathisch und unheimlichen nett und er hatte eine Position... Es war jetzt nicht ein Nachbar oder keine Ahnung, um Busfahrer oder was?
00:45:08
Es war eine Person die dir helfen sollte!
00:45:12
Und das hat Philipp Gehe offenbar ausgenutzt.
00:45:14
Und möglicherweise waren Aurora und ihre Bettnachbarin nicht seine einzigen Opfer, denn vonseiten der Polizei heiĂt es in diesen Tagen im September, zwanzig Frauen die möglicherweise befĂŒrchten ebenfalls Opfer von Philipp Geh geworden zu sein können sich an die Bielefelder Polizei wenden.
00:45:31
Es könnte also noch weitere Opfer geben.
00:45:33
Ob das wirklich der Fall ist ist bisher nicht bekannt.
00:45:35
Aurora hatte eine schlimme Vorahnung, denn immerhin hat er sie im September den Anzeige bestellt.
00:45:42
Und weil so lange nichts geschah, hatte Philipp G noch acht Monate Zeit auf der Station sein Unwesen zu treiben.
00:45:48
Am ersten Oktober, etwa eine Woche nach dem Suizid von Philipp G in U-Haft sieht sich auch der Chefarzt Thomas Gollwell gezwungen genau dazu Stellung zu beziehen.
00:45:59
In einem Interview mit der neuen WestfĂ€lischen sagt er auf die Frage, ob man Philip G. nicht eher hĂ€tte stoppen können â Zitat diese VorwĂŒrfe macht sich jeder von uns.
00:46:08
Ich glaube, jeder hier im Haus wĂŒnscht sich, er hĂ€tte den entscheidenden Hinweis geben können, der diese monströsen Taten verhindert oder zumindest beendet hĂ€tte.
00:46:16
Philip G sei nach auĂen ein Teamplayer gewesen, beliebter Kollege, der andere manipuliert hat und die AblĂ€ufe im Krankenhaus kannte.
00:46:23
Dem Team werde mittlerweile vermittelt, dass Zitat da ein krimineller TÀter gehandelt hat dessen Werk man nicht hat verhindern können.
00:46:32
Stefanie Höcke meint es gab sehr wohl Hinweise die einen Eingreifen erfordert hÀtten.
00:46:37
Ja, das war schon einfach einmal das PropofolflÀschchen was sie ja beim ersten Aufenthalt im Juni im Bett gefunden hatte.
00:46:44
Das hat sich der Schwester weitergegeben und dann ganz klar dass die dieses GesprÀch mit dem Oberarzt hatte.
00:46:52
Und man ihr da gesagt hat, dass es eben eine falsch temperierte Kochsalzlösung gewesen sei, die im Endeffekt verursachte, dass sie sofort unmÀchtig geworden sei... Da war er ja schon wohl sehr komisch!
00:47:06
Aber noch etwas anderes lĂ€sst Höhe gestĂŒtzig werden.
00:47:09
In dem Interview behauptet der Chefarzt, dass Aurora und ihre Bettnachbarin nach den VorwĂŒrfen labortechnisch untersucht wurden und der BetĂ€ubungsmittelbestand der Klinik ĂŒberprĂŒft wurde.
00:47:19
Weder Aurora noch Höhe haben je zuvor was davon
00:47:23
Und da haben wir dann gesagt, da mĂŒssen wir das weiter ĂŒberprĂŒfen.
00:47:40
Da mĂŒssen die Ermittlungsbehörden auch drauf schauen.
00:47:42
Denn zu dem Zeitpunkt war fĂŒr mich dann zumindest ja auch klar der Oberarzt wird den Chefarzt informiert haben und man versuchte das einfach nur zu bagatellisieren nichts anderes.
00:47:54
Im Interview des Chefarztes erkennt Höke vor allem einen Zweck.
00:47:57
FĂŒr sie wirkt es, wie der Versuch frĂŒh eine eigene Version der Ereignisse zu setzen nach der das Krankenhaus durchweg korrekt gehandelt habe.
00:48:06
Ihre EinschÀtzung nach soll damit verhindert werden dass jemand eine Mitverantwortung beim Klinikum sieht.
00:48:11
Da sie diese Verantwortung jedoch durchaus erkennt erstattet die Anzeige gegen Mitarbeitende des Klinikums Betel.
00:48:18
Also dann war es so, dass wir dann eben relativ zĂŒgig Strafanzeige gegen den Chefarzt Oberarzt und das Dinekome startet haben.
00:48:28
Weil wir gesagt haben da mĂŒssen weiter ermittelt
00:48:30
Nach ihrer Anzeige hat Höke ein GesprÀch mit der zustÀndigen Staatsanwaltschaft Bielefeld.
00:48:35
Dabei hört sie was eine StaatsanwĂ€ltin zu ihrer Straf-Anzeige sagt â und in Inhalt dessen kann sie kaum glauben.
00:48:44
Was das denn jetzt solle, warum ich dann da diese Strafanzeige erstattet habe.
00:48:49
Ich soll doch einfach versuchen mit Betelschmerzensgeld auszuhandeln und dass wÀre man doch in einer guten Position und dann wird die Sache erledigt.
00:48:56
In der Stelle wurde es schon deutlich, dass ganz klar versucht wurde so schnell wie möglich ein Akkendeckel auf das Verfahren zu bringen.
00:49:06
Im Oktober zwanzig bekommt Höke nun auch die Ermittlungsakte ĂŒber Philipp G auf, die sie eine Weile gewartet hat.
00:49:12
Nun kann sie sich endlich ein Bild davon machen was alles ĂŒber die Taten von Philipp G herausgefunden wurde.
00:49:17
Sie geht davon aus mehr hilfreiche Details zu finden aber was sie dann dort liest entsetzt sie regelrecht.
00:49:24
In der Akte steht dass es Monate gedauert hat die beschlagnahmende Festplatte von Philipp Geh zu entschlĂŒsseln.
00:49:31
Als ist der Polizei gelangen fanden sie darauf eine Tabelle.
00:49:34
Diese Tabelle enthÀlt Namen und Daten, manchmal Telefonnummern oder andere Vermerke.
00:49:39
Auch Auroras Name ist darauf zu finden neben den beiden Daten an denen Philipp Gesi vergewaltigt hat.
00:49:46
Insgesamt sind es Achtzig EintrĂ€ge â also Achtzig Frauennamen.
00:49:50
In der Speite zu den Namen ist entweder ein Plus- oder ein Minusvermerkt.
00:49:54
Wie Höcke in der Akte sehen kann vermuten die Ermittlenden dass das eine Unterscheidung zwischen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr und Vergewaltigungen unter Narkose sein
00:50:03
Zu manchen EintrÀgen gibt es Videomaterial, in dem Frauen vergewaltigt werden die nicht bei Bewusstsein sind.
00:50:09
Höcke wird klar, Aurora und ihre Bettnachbarin waren nicht die einzigen Opfer von Phyllogie im Betel â im Gegenteil, es gibt etliche!
00:50:17
Laut der Akte hat er neunundzwanzig der gelisteten Frauen im evangelischen Klinikum Betel betÀubt.
00:50:24
Ja, und das ist ja ein PhÀnomen von dem wir in letzter Zeit immer hÀufiger gehört haben.
00:50:29
NĂ€mlich von der chemischen Unterwerfung vor allem im Zusammenhang mit Giselle Pelicot ĂŒber die wir im Podcast hier auch schon gesprochen haben.
00:50:36
Wie die AnwÀltin von Aurora Stefanie Höke nun anhand der Akte sieht war die erste Anzeige nicht der einzige Moment, in dem Philipp Geh hÀtte aufliegen können indem er sich aber nicht hat abbringen lassen.
00:50:48
HĂŒrke findet heraus, dass die neunundzwanzig Frauen, die G. im Klinikum Betel vergewaltigt haben soll in einem Zeitraum zwischen zwei Tausend Achtzehn und Zwei Tausends Zwanzig Fallen also voraurohrer- und nachaurohra.
00:51:01
Sie hatte ihn ja zwarteinundneunzehn angezeigt.
00:51:03
wenn in einem Krankenhaus an dem ein Assistenzarzt von zwei Patienten bereits beschuldigt wurde sie unrechtmĂ€Ăig betĂ€ubt zu haben danach jener Arzt weiterhin reinweise Frauen auf der Station narkotisiert und vergewaltet Dann kann da was nicht stimmen.
00:51:18
Angeblich soll es keine weiteren Meldungen zu Philipp G. gegeben haben?
00:51:23
Als Stefanie Höcke sich die Namen der Frauen ansieht, sorgt sie sich.
00:51:26
Denn manchen von ihnen steht das, was Aurora bereits hinter sich gebracht hat erst noch bevor â so wie Melanie.
00:51:34
Melanie hat ihren Klinikaufenthalt in Betel im Dezember-Zw.A.
00:51:38
Sie ist hierbei unter extremen Kopfschmerzen leidet und manchmal doppelt sieht.
00:51:42
Auch sie wird nachts durch den Assistenzarzt Philipp Geh geweckt.
00:51:45
Er berĂŒhrt mit seiner Hand ihre Wange, streichelt ihren Arm und blickt ihr dabei genau ins Gesicht.
00:51:50
Er sagt zu ihr er wolle nur mal nach ihr sehen, ihr etwas gegen die Schmerzen geben.
00:51:54
Melanie sagt ein Schmerzmittel wÀre gut.
00:51:57
danach erinnert sich an nichts mehr.
00:52:00
Ein paar Tage spÀter liegt Melanie in einem Doppelzimmer.
00:52:03
In der Nacht wacht sie auf weil plötzlich das Licht angeht.
00:52:06
Ein Arzt steht im Zimmer und hat die Deckenlampe eingeschaltet.
00:52:10
Ihre Bettnachbarin beschwert sich noch, ob man sie nicht schlafen lassen könne.
00:52:13
Der Arzt sagt die ZugĂ€nge mĂŒssen gespĂŒlt werden.
00:52:16
Sie könnten verstopfen.
00:52:17
Melanie fragt noch ob das mitten in der Nacht sein mĂŒsse.
00:52:20
Dann verliert sie das Bewusstsein.
00:52:22
Als sie wieder aufwacht stehen zwei Pflegerinnen neben ihrem Bett.
00:52:25
Melanie zittert hat Gliederschmerzen und erinnert sich an einen Albtraum.
00:52:29
Darin sieht sie ein Mann im Arztkittel bei ihrer Bettnachtbarin.
00:52:33
dann bemerkt ihr ihren Blick und kommt zu ihr herĂŒber.
00:52:36
Mehr weiĂ sie nicht mehr.
00:52:37
Sie erzĂ€hlt den Pflegerin davon und fragt, warum ein Arzt nachts ZugĂ€nge spĂŒlt.
00:52:42
Die beiden Frauen reagieren skeptisch â nachts kommen niemand ohne Anordnung ins Zimmer und Ărztinnen wĂŒrden keine ZugĂ€nge spielen.
00:52:50
Melanie und ihre Bettnachbarin widersprechen.
00:52:52
Es sei der Assistenzarzt Philipp Geh gewesen sie hÀtten es beide gesehen.
00:52:56
Eine Pflegerin vermutet schlieĂlich eine Krankenhausdepression und empfiehlt frische Luft.
00:53:01
Dann verlassen sie das Zimmer.
00:53:03
Den ganzen Tag wirkt Melanie's Bett-Nachbarin aufgelöst und weint, ohne zu wissen warum.
00:53:09
Als Melody nach Hause kommt, geht ihr gewohnte Alltag weiter â aber irgendetwas ist anders.
00:53:13
In dieser Zeit ist sie auch wegen ihrer gescheiterten Ehe in Therapie.
00:53:17
Ihr Therapeut vermutet bei ihr eine Art unterbewusste Traumatisierung.
00:53:21
Woher die kommt, wissen beide noch nicht.
00:53:25
Wenige Wochen spĂ€ter im FrĂŒhling, im Winter bekommt Melanie auch noch seltsame Schmerzen im Unterleib.
00:53:30
Sie muss stĂ€ndig Wasser lassen â sogar beim Autofahren muss sie plötzlich am Wegrand anhalten und sich erleichtern!
00:53:36
AuĂerdem schafft sie es kaum eine Nacht durchzuschlafen.
00:53:40
Aber GynÀkologinnen können die Ursache nicht finden.
00:53:44
Melanie weiĂ einfach nicht was mit ihr nicht stimmt.
00:53:47
Als er aus den Medien von dem Assistenzarzt erfÀhrt der Frauen sediert und vergewaltigt hat denkt sie noch wenn ich unter den Opfern gewesen wÀre⊠Dann hÀtte man mehr Bescheid gesagt.
00:53:57
Das auch Melanie's Name auf der Liste steht weià sie selbst in dem Moment nicht, aber Stefanie Höcke weià es.
00:54:04
und was die der Akte noch entnehmen kann â die Frauen wurden nicht darĂŒber informiert dass sie Opfer wurden.
00:54:10
Demnach können Sie auch nicht befragt werden was mit ihnen passiert ist und was sie vielleicht mitbekommen haben.
00:54:15
Als Stefanie höcke das liest denkt sie, das können die doch nicht machen!
00:54:20
Jede Frau wurde von ihm gefilmt.
00:54:22
Teilweise gab es mehrere Videosequenzen und da hat jede betroffene Person das Recht ja darauf, erst mal die Information zu bekommen.
00:54:32
Eine Straftat zu deinem Nachteil ist erfolgt.
00:54:35
Das hat ja die Staatsanwaltschaft Bielefeld ganz klar versucht dass das gar nicht publik wird.
00:54:40
Die Staatsanwalt schafft informiert die Frauen also nicht aktiv.
00:54:43
nur wenn sie sich von selbst melden werden Sie darĂŒber informiert ob sie zu den Opfern zĂ€hlen.
00:54:48
Stefanie Höcke sieht darin ein klares Fehlverhalten, denn laut Strafprozessordnung muss jede betroffene Person informiert werden.
00:54:56
Als Stefania Höcke die Staatsanwaltschaft damit konfrontiert wird ihr erklĂ€rt dass man dadurch die Opfer schĂŒtzen wolle.
00:55:02
eine konsultierte Traumatherapeutin habe davon abgeraten.
00:55:06
Höcke kommt das seltsam vor erstens weil ihr diese Informationen im laufe ihrer Karriere hĂ€tte begegnet sein mĂŒssen und zweitens weil sie in der Akte dazu nichts finden kann.
00:55:16
Also es gibt ja zu jedem GesprĂ€ch, was gefĂŒhrt wird werden Aktenvermerke im Endeffekt niedergeschrieben und es gab keinen einzigen Akten-Vermerk zu dieser besagten Traumotherapeutin.
00:55:28
Es konnte auch kein Name genannt werden und das halte ich wirklich fĂŒr eine glatte LĂŒge.
00:55:33
Stefanie Höcke hat uns also erzĂ€hlt, dass die Staatsanwaltschaft ihr damals gesagt hat das es besser sei die GeschĂ€digten nicht aktiv darĂŒber zu informieren weil die Opfer bei der Tat ja bewusstlos waren.
00:55:43
Demnach hÀtten sie ja von der tat nichts mitbekommen.
00:55:47
somit könnte man ihnen diese information auch ersparen.
00:55:51
Also ich weiĂ nicht wie ihr das seht.
00:55:52
wir machen die tage dazu auf unserer instagram Seite modulus der podcast.
00:55:56
mal eine umfrage dazu.
00:55:58
Ich wĂŒrde sagen, egal was man mir wann angetan hat ich will das wissen.
00:56:03
Und ich finde auch ich hÀtte das Recht dazu.
00:56:05
also Bewusstlosigkeit hebt ja nicht das recht auf zu wissen was jemand mit meinem Körper gemacht hat und ich will auch nicht dass jemand anderes entscheidet was besser fĂŒr mich ist.
00:56:16
so abgesehen davon dass das moralisch schon einfach nichts zu vertreten ist Opfer nicht darĂŒber zu informieren was ihnen an getan wurde wollten wir von der Traumapsychologin wissen ob Das ĂŒberhaupt Fakt, das stimmt.
00:56:27
Also dass Menschen die bei einer Tat nicht bei Bewusstsein waren sie auch nicht erleben und dementsprechend keinen Schaden davon tragen.
00:56:35
Wir haben fĂŒr diese Folge mit einer Traumapsychologe gesprochen Die uns erklĂ€rt hat, dass solche Taten beim Körper sehr wohl Spuren hinterlassen.
00:56:43
Auch wenn das Bewusst sein ausgeschaltet ist wĂŒrde man fragmentarisch Dinge wahrnehmen.
00:56:48
Der Körper wird ja bewegt, da wird was dran gemacht.
00:56:51
Das Gehirn versuche dann die BruchstĂŒcke zusammenzufĂŒgen wenn es sich auch nur fragmentarisch erinnern kann.
00:56:57
Es arbeitet also daran Erinnerungen an das traumatische Erlebnis hochzuholen Was dann in unerwarteten Momenten oder bei Triggern passieren kann Unwissenheit schĂŒtze nicht, sie vertiefe die Traumatisierung.
00:57:10
Deswegen sei es essentiell dass Menschen erfahren was ihnen angetan wurde damit sie ĂŒberhaupt die Möglichkeit haben das Erlebte mithilfe einer Therapie aufzuarbeiten.
00:57:20
Es war wichtig um die Opfer zu validieren und ihnen die Kontrolle ĂŒber sich selbst zurĂŒckzugeben sagt die Expertin.
00:57:27
Und abgesehen davon möchte ich jetzt noch mal hinzufĂŒgen Wer sagt denn?
00:57:32
dass die Frauen wirklich die ganze Zeit sediert waren.
00:57:35
Wenn selbst ich, falls ihr euch erinnert aus einer Vollnarkose in einem OP-Seil mit einem AnĂ€sthesisten aufwachen kann und das ist mir auch schon mal fĂŒr ein paar Sekunden bei ner Magenspiegelung passiert dann kann das ja wohl auch bei den Vergewaltigungen passiert sein.
00:57:50
Und wÀre mein operierender Arzt damals nicht gleich zu mir gekommen und hÀtte mir dann gesagt, dass ich wÀhrend der OP wach geworden bin?
00:57:56
Ich weià nicht wie ich das erlebte, denn damals eingeordnet hÀtte Weil man ist ja auch nicht so richtig wach.
00:58:03
Aber der Arzt hat selbst bei mir gesagt, kommen sie nochmal wieder wenn es ihnen damit nicht gut geht weil so ein Ereignis kann traumatisierend sein.
00:58:09
Jetzt stellt euch mal vor den Frauen passiert das wÀhrend dann Körper auf denen liegt und die vergewaltigt.
00:58:15
Wie gesagt, wenn man da mal kurz zu bewusst sein kommt.
00:58:17
Dann ist das kein klares Wachsein.
00:58:19
der Verstand kann dass vielleicht auch nicht richtig einordnen und man redet sich dann im Nachhinein ein, dass es ein Traum war.
00:58:24
aber man erlebt das ja anders als einen Traum Und Fuba sagt Ja Auch Der Körper Merkt Sich Das Im November.
00:58:38
Eine Information sticht heraus.
00:58:41
In Philipp Gehs Leiche wurden die Bakterien Mycoplasma Huminis und Mycopasma genitalium gefunden, das sind Bakterianen, die sexuell ĂŒbertragbar sind und unbehandelt können sie zum Ausbruch von Geschlechtskrankheiten wie HanrurenentzĂŒndung oder GebĂ€rmutterheitsentzindung fĂŒhren und in der Folge auch zur Unfruchtbarkeit.
00:59:00
FĂŒr Höke ist klar aller spĂ€testens jetzt mĂŒssen die Opfer informiert werden damit sie sich testen und behandeln lassen können falls sie infiziert worden.
00:59:08
Bei Aurora ist das glĂŒcklicherweise nicht der Fall.
00:59:11
Seit Wochen bereits wissen Polizei und Staatsanwaltschaft, wer die Opfer sind, deren Vergewaltigungen teils bereits zwei Jahre zurĂŒckliegen â aber auch diese Information fĂŒhrt nicht dazu, dass die Staatsanweitschaft Bielefeld die Opfe informiert.
00:59:24
Und dann erreicht Höke im Mai, in dem Jahr muss es noch eine schlechte Nachricht werden.
00:59:28
Die Staatsanwaltschaft stellt das Ermittlungsverfahren gegen Chefarzt den Oberarzt und die Klinikleitung ein.
00:59:34
Die Chance der Frauen zu erfahren, was passiert ist, ist damit vorbei.
00:59:38
Und die Chance, dass mutmaĂliche Mitverantwortliche verurteilt werden auch.
00:59:42
Stefanie Höcke und Aurora können das kaum fassen.
00:59:45
Also da hat Bielefeld einfach... ...die haben recht grob oberflÀchlich ermittelt weil man eben dieses Verfahren einfach nicht wollte.
00:59:52
Man wollte die Frau nicht informieren.
00:59:54
Da bleibe ich auch dabei.
00:59:55
Betel ist ein Riesenarbeitgeber, gerade fĂŒr Bielefeld auch.
00:59:59
Die haben ĂŒber dreieinhalb Tausend BeschĂ€ftigte.
01:00:02
Das wollte man nicht, dass dieses, ich nenn's mal Vorzeige-Krankenhaus so schlecht in den Medien
01:00:08
Im FrĂŒhjahr und im Sommer des Jahrhunderts wissen fast alle Frauen auf der Liste noch immer nicht was ihnen wĂ€hrend ihres Aufenthalts im Betel angetan wurde.
01:00:16
Die Staatsanwaltschaft gibt öffentlich nicht mal Preis wie viele es sind â sie verweist auf das postmortale Persönlichkeitsrecht des TĂ€ters!
01:00:24
Zu diesem Zeitpunkt liegt die letzte aus den Akten bekannte Vergewaltigung durch Philipp Gehe bereits ĂŒber zwei Jahre zurĂŒck.
01:00:31
Aurora versucht in dieser Zeit, mit ihrer Angststörung umzugehen.
01:00:35
Melanie lebt weiter mit Schmerzen im Unterleib ohne zu wissen woher sie kommen.
01:00:40
Der Chefarzt und Leiter der Neurologie Thomas Gollwell, der im Jahr zuvor im Interview gesagt hat das Werk von Philipp G. hÀtte man nicht verhindern können wird im Juni- Twenty-oneinundzwanzig Professor an der Medizinischen FakultÀt der UniversitÀt Bielefeld.
01:00:54
Das ist nur ein Monat nachdem das Ermittlungsverfahren eingestellt worden ist.
01:00:58
Stephanie Höcke legt Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens ein.
01:01:01
doch auch dass Oberlandesgericht haben bestÀtigt die Haltung der Staatsanwaltschaft Bielefield.
01:01:06
auĂerdem mĂŒssten die Frauen nicht informiert werden.
01:01:09
Hinweise auf eine Mitverantwortung von Chefarzt, Oberarzt oder Klinikleitung sehe man ebenfalls nicht.
01:01:16
In dieser Zeit gibt es immer mehr Medienberichte ĂŒber Betel.
01:01:19
Aurora bekommt Presseanfragen und entscheidet sich irgendwann.
01:01:22
sie will dass mehr Leute erfahren was passiert ist.
01:01:25
also ĂŒberwindet Sie sich und gibt dem RBB Magazinkontraste ein Interview darĂŒber was sie erlebt hat.
01:01:32
Ich habe diese Anzeige gemacht und das war schon schwerer Schritt.
01:01:36
Aber du fĂ€ngst natĂŒrlich als Opfer an, in eine Kampfstellung zu gehen.
01:01:40
Zumindest wenn du jetzt zum Charakter stark bist wie ich.
01:01:44
Du musst darĂŒber sprechen weil ... Du bist es der Menschheit schuldig!
01:01:47
Du bist den Frauen schuldigt!
01:01:49
Widerstand formiert sich.
01:01:50
Manche fordern den Justizminister des Landes NRW in Briefen auf die Frauen zu informieren.
01:01:56
Auch im Landtag werden Stimmen laut.
01:01:58
Und dann passiert etwas, mit dem niemand
01:02:01
Das Justizministerium NRW schaltet sich ein und ĂŒbergibt die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr den Fall Betel an die Staatsanwaltschaft Duisburg.
01:02:08
Die BegrĂŒndung â die Entscheidung, die Frauen nicht zu informieren war von Anfang an falsch, sagt Peter Wiesenbach damals Justizminister in Nordrhein-Westfalen dazu.
01:02:17
Die Staatsanwaltschaft Duisburg eröffnet wieder ein Ermittlungsverfahren gegen den Chefarzt, Oberarzt und die Klinikleitung.
01:02:24
Im Dezember des Jahrhunderts, also fĂŒnfzehn Monate nachdem die Namen der Frauen der StaatsanwĂ€rtschaft Bielefeld bekannt waren entscheidet nun die Staatsanweitschaft Duisburger alle Frauen sollen informiert werden einerseits wegen der Geschlechtskrankheiten andererseits um sie dieses Mal zu vernehmen Denn es soll festgestellt werden, inwieweit Leitende des Klinikums hĂ€tten einschreiten können und so weitere Opfer hĂ€tten verhindert werden können.
01:02:48
Im Januar twenty-zweiundzwanzig klingelt es bei Melanie an der TĂŒr.
01:02:52
Eine von zwei Polizistinnen fragt sie ob sie die Melanie sei, die im Dezember two-tausend neunzehn im Klinikum Betel gelegen hat.
01:03:00
Das reicht schon damit Melanie weiĂ warum die zwei Beamten da sind.
01:03:04
Drinnen sprechen Sie noch von einer Akte auf der ihr Name steht und um den Vorwurf der Vergewaltigung.
01:03:09
Genaueres erfÀhrt Melanie an dem Tag nicht.
01:03:12
In der Presse liest Melanie spĂ€ter von einer AnwĂ€ltin, die sich öffentlich dafĂŒr einsetzt, dass alle Betroffenen informiert werden.
01:03:19
Sie nimmt also Kontakt zu Stefanie Höke auf.
01:03:22
Kurz darauf vertritt Höke Melanie und auch ihre Bettnachbarin â die ebenfalls von Philipp Gehm es braucht wurde.
01:03:28
Am Telefon ist das Höke, die Melanie erstmals von den möglichen Geschlechtskrankheiten erzÀhlt.
01:03:33
Die Polizistinnen hatten das nicht erwÀhnt.
01:03:36
Melanie lÀsst sich daraufhin auf die bei Philipp G. nachgewiesenen Erregertesten.
01:03:40
Die Kosten von ninety-fĂŒnf Euro muss sie selbst tragen, der Test ist positiv.
01:03:45
Sie bekommt starke Antibiotika.
01:03:47
Ihr Arzt erklĂ€rt ihr aber dass ich die EntzĂŒndung möglicherweise bereits ausgebreitet hat und im schlimmsten Fall sogar eine Entfernung der GebĂ€rmutter nötig sein könnte.
01:03:56
Erst im Mai erfÀhrt Melanie, dass Philipp Geh sie mehrfach oral und vaginal vergewaltigt hat.
01:04:01
Ăber fĂŒnfzig Videos hat er davon gemacht.
01:04:05
Melanie will sie nicht sehen.
01:04:07
Höke rÀt auch anderen Mandantenen davon ab.
01:04:10
Zwei der Frauen entscheiden sich aber die Videos anzusehen â es sind oft kurze Clips, die Sie zu Gesicht bekommen.
01:04:16
Teilt sind sie mit der Hand teils mit einem Stativ aufgenommen manchmal drei, manchmal auch fĂŒnfzehn Sekunden lang.
01:04:23
Eine sieht auf den Aufnahmen selbst, wie sie oral vergewaltigt wird.
01:04:27
SpĂ€ter erzĂ€hlt sie, dass sie noch heute Probleme mit dem Hals und immer wieder WĂŒrgereiz hat und das sich die Bilder dermaĂen bei ihr eingebrannt haben, dass Sie sie noch immer stĂ€ndig vor Augen hat.
01:04:38
Höcke stellt zwei Anzeigen im Namen von Melanie und vier anderen Frauen Eine gegen die Polizei Bielefeld.
01:04:45
Ihr wirft sie vor, dass die Akte solange unbearbeitet geblieben ist und eine Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft Biele Feld.
01:04:51
Ihr wird sie vor das die Frauen nicht informiert wurden und dadurch ihre Geschlechtskrankheiten so lange unbehandelt gebliebt sind.
01:04:57
Körperverletzung im Amt durch Unterlassen.
01:05:00
TatsÀchlich folgt darauf ein Ermittlungsverfahren sowohl gegen die Polizei als auch gegen die Staatsanwaltschaft.
01:05:07
Mit der Ermittlung des Staatsanwaltschafts Duisburg gegen die Mitarbeitenden der Klinik werden in dem Jahr- und Zwanzig erstmals alle Frauen vernommen, die Opfer von Philipp G. geworden sind â auch jene, die sich nicht eigenstĂ€ndig mit einem Verdacht bei der Polizei gemeldet haben.
01:05:22
Stefanie Höcke vertritt inzwischen mehrere von ihnen.
01:05:25
Dadurch kommt jetzt raus, die Aussage des Chefarztes Gollweld â das ist vor und nach Auroras Anzeige im September, es gab keine Anhaltspunkte fĂŒr Philipp Gehs Verbrechen, den man hĂ€tte nachgehen können?
01:05:37
Stimmt so nicht!
01:05:38
In Medienberichten heiĂt es, dass schon im Februar, ein Vater einer Betroffenen gemeldet haben soll, dass mit seiner Tochter etwas Nichtstimme behandelt wurde.
01:05:50
Im Juli hat Aurora die Propofolflasche an eine Pflegerin gegeben.
01:05:55
Ebenfalls im Sommer soll eine Krankenpflegerinnen dem Oberarzt Beuge gemeldet haben, dass sie im Zugang einer Patientin Reste einer milchigen FlĂŒssigkeit gefunden habe.
01:06:05
Die Patientin sagte der Pflegarin, dass Philipp Gehe am Abend zuvor bei ihr gewesen sei.
01:06:10
Im August habe eines der Opfer den Chefarzt Gollwell gefragt was Philipp Geh ihr am Abend gespritzt.
01:06:19
Nichts soll die Antwort des Chefarztes darauf gewesen sein.
01:06:23
Im September, also zwei Monate nach Aurora's Anzeige sollen sich zwei Opfer beklagt haben, dass Philipp G ihn nachts etwas gespritzt habe und auch danach soll es noch mehrere solcher Beschwerden und Mitteilungen gegenĂŒber dem Krankenhaus gegeben haben â so zum Beispiel auch die von Melanie und ihrer Bettnachbarin im Januar, die etwas zu dem spĂ€ten Besuch von Philipp G gesagt haben.
01:06:45
Sollten alle diese Schilderungen verschiedene Opfer stimmen, dann muss das Krankenhauspersonal sehr wohl Hinweise bekommen haben die hĂ€tten ausreichen mĂŒssen um einzugreifen.
01:06:54
Und dann hĂ€tte Philipp G nicht noch acht weitere Monate im Dienst bleiben dĂŒrfen bei denen er Vergewaltigung begangen hat.
01:07:01
Im Februar in der Ermittlung der Staatsanwaltschaft Duisburg gibt es einen weiteren Durchbruch.
01:07:08
Das Westfalenblatt liegt ein internes Protokoll des Klinikum Betel.
01:07:12
Nachdem noch eine Patientin im Januar-Zw.A.
01:07:15
einer Ărztin gemeldet haben soll, dass sie nach einer Spritze von Philipp G das Bewusstsein verloren habe, soll der Chefarzt Gollwell Philipp Geh verboten haben ZugĂ€nge zu legen.
01:07:26
In dem Protokoll ist eine Art KrisengesprĂ€ch festgehalten bei dem wir Chefarst ein Oberarzt und eine OberĂ€rztin anwesen waren â und Philipp Gehe wurde zur Rede gestellt haben.
01:07:35
Philipp Gehi wird in dem Zug verboten, Propofol zu benutzen und ZugÀnge.
01:07:39
Stefanie Höcke hat dazu eine sehr klare Meinung.
01:07:56
Philip G. darf damals also keine ZugĂ€nge mehr legen und kein Propofol mehr benutzen, aber er darf weiter auf der Neurologie arbeiten â drei Monate lang in denen er trotzdem betĂ€ubt.
01:08:07
Kurz nach der letzten Vergewaltigung im April, durch Sucht die Polizei dann seinen Spind.
01:08:13
Erst jetzt wird er freigestellt und kĂŒndigt daraufhin selbst.
01:08:16
Im Oktober, gibt die Staatsanwaltschaft Duisburg bekannt dass die bestĂ€tigte Opferzahl der Frauen inzwischen auf zweiunddreiĂig gestiegen ist.
01:08:25
Erst jetzt wird auch der Ehemann einer der Frauen darĂŒber informiert, dass seine Frau, die inzwischen verstorben ist, den Opfer von Philipp G. geworden ist.
01:08:34
Im Juli-JubilĂ€uze zeigte die Zahl dann auf vierundreiĂig Frauen.
01:08:38
Es vergeht wieder sehr viel Zeit bis Stefanie Höcke endlich mal wieder Neuigkeiten auf ihrem Tisch hat.
01:08:44
Inzwischen ist es der erste September-ZweiĂenzwanzig also genau sechs Jahre nach dem Aurora zum zweiten Mal mit ihrem Koffer als evangelische Klinikum Betel betreten.
01:08:53
An diesem Tag wird bekannt, es wird Anklage erhoben gegen den Chefarzt Gollwell.
01:08:59
Der ja auch damals das Interview gegeben hat in dem er gesagt hat ist habe auĂer Aurora's keine Hinweise gegeben die ein Eingreifen gefordert hĂ€tten.
01:09:06
Es wurde Anklager erhoben gegen den Oberarzt Beuge der ja bei Aurora im Zimmer war und gesagt hat eine falsch temperierte Kochseitslösung habe ihre Ohnmacht ausgelöst und gegen den Pflegedienstleiter.
01:09:18
dass die Ermittlung gegen die Klinikleitung eingestellt wurde und stattdessen gegen den Pflegedienstleiter ermittelt wurde, erfÀhrt Höcke erst da.
01:09:25
Angeklagt sind also jetzt drei MÀnner wegen tateinheitlicher fahrlÀssiger Körperverletzung durch Unterlassen.
01:09:31
In wie vielen FĂ€llen?
01:09:32
das war Stefanie Höcke nicht?
01:09:33
Denn die Anklage liegt ihr nicht vor!
01:09:36
Die Staatsanwaltschaft Duisburg stĂŒtzt die Anklage unter anderem auf den Vorwurf der Chefarzt Gollwell und der Pflegedienstleiter hĂ€tten Vorkommnisse, die sie mitbekommen haben gar nicht oder nicht vollstĂ€ndig in die GeschĂ€ftsfĂŒhrung gemeldet.
01:09:48
Der Oberarzt Beuge habe wesentliche Informationen wiederum nicht an seine Vorgesetzten weitergeleitet.
01:09:54
Bisher wurde noch kein Verfahren gegen Chefarst-Oberarzt und Pflegerdienstleite eröffnet â auch wenn Anklager erhoben wurde.
01:10:01
Ein Gericht muss jetzt erstmal entscheiden, ob die An Klage ĂŒberhaupt zugelassen wird!
01:10:05
Wieso oft heiĂt es fĂŒr Stefanie Höcke und ihre zwölf Mandantinnen warten.
01:10:10
Im Namen von fĂŒnf Mandantinen, die nach Jahrzehnte erst informiert wurden, hatte Stefani Höcke ja die Staatsanwaltschaft Bielefeld und die Kriminalpolizei Bielefield angezeigt.
01:10:19
Beide Ermittlungsverfahren wurden aber mittlerweile eingestellt.
01:10:23
Aurora hat mal gute- und mal schlechte Tage.
01:10:26
Panikattacken sind ein Teil ihres Lebens geworden.
01:10:29
Auch die Angststörung ist ein stÀndiger Begleiter.
01:10:32
Es gibt Phasen, da braucht sie viel Abstand zu allem was passiert ist.
01:10:36
Das wichtigste fĂŒr Sie ist es Zeit mit Ihren Kindern und ihrer Familie zu verbringen aber wenn sie sich dann doch wieder mit Betel und allem danach beschĂ€ftigt macht sich vor allem Fassungslosigkeit in ihr breit.
01:10:47
Mein Vertrauensbild ist natĂŒrlich seitdem erheblich kaputt gegangen.
01:10:52
man hat die Opfer Die Opfer sind weil sie vergewaltigt wurden nochmal zu anderen Opfern gemacht und das ist mindestens genauso schlimm, weil dieses Ganze wie man damit umgegangen ist.
01:11:07
Also wo ist das Recht eines Menschen in dem Moment geblieben?
01:11:12
Wenn du weiĂt Frau X Y wurde vergewaltigt Oral vaginal der hat nicht verhĂŒtet er hatte Geschlechtskrankheiten.
01:11:23
aber diese Person hat in deinen Augen nicht das recht das alles zu erfahren, da frage ich mich welcher Depter eigentlich am Hohen Hebel sitzt oder wie viel Deppen da an wirklich.
01:11:34
Das ist ja fĂŒr mich... Ich habe aber keine Worte dafĂŒr!
01:11:38
Das ist unmenschlich.
01:11:40
und wir sprechen hier ĂŒber Kommissare, ĂŒber StaatsanwĂ€lte, ĂŒber Richter.
01:11:47
was wenn nicht alle fĂŒr hohe Posten haben?
01:11:48
Ăber ChefĂ€rzte, OberĂ€rzte und Klinikleitungen.
01:11:52
Bei den Verbrechen im Klinikum Betel begangen durch den Assistenzarzt Philipp Geh handelt es sich um die wahrscheinlich gröĂte Vergewaltigungsserie der Nachkriegszeit in Deutschland.
01:12:01
Die öffentliche Aufmerksamkeit hĂ€lt sich dafĂŒr aber in Grenzen.
01:12:05
Das alles wirft vor allem eine Frage auf, wie kann es sein dass Institutionen, die einen schĂŒtzen sollen zu den Komplizen eines Verbrechers werden?
01:12:14
Aurora und ihre Rechtsanwaltin Stephanie Höcke sehen in all dem ein gröĂeres gesellschaftliches Problem, das mit Macht-und Interesse zu tun hat.
01:12:22
Und ein System, das eher mĂ€nnliche TĂ€ter deckt als Opfern zu glauben â und zu helfen!
01:12:28
Da lĂ€sst man halt dann ein paar Frauen ĂŒber die Klinge springen, bevor seine eigene Karriere eben da ins StrauchengerĂ€t.
01:12:35
Und wir hatten hĂ€ufiger uns alle mal die Frage gestellt, wĂ€re das auch so gewesen, wenn es vierunddreiĂig MĂ€nner gewesen wĂ€ren?
01:12:42
HĂ€tte man da auch drĂŒber weggebĂŒgelt!
01:12:45
Trotz dieser ungleichen Machtverteilung bleiben Aurora Höcke und die anderen Frauen kÀmpferisch.
01:12:50
Kommt es zu einem Prozess wollen sie aussagen â Auch Aurora, die erste Frau aus Betel, die Philipp G., angezeigt hat Was wĂ€re passiert, wenn sie den Mut nicht gehabt hĂ€tte?
01:13:00
WĂŒrde Philipp gehen noch weiter praktizieren?
01:13:02
Weiter Frauen vergewaltigen?
01:13:04
Aurora mag sich das nicht ausmalen.
01:13:07
Im GroĂen und Ganzen bin ich einfach froh wie Gott mich geschaffen hat nĂ€mlich dass ich immer versuche das positiv herauszuziehen Aus dieser Situation oder aus diesem Geschehen.
01:13:18
was da passiert ist sich einfach raus Dass ich an zu passenden Zeit da gewesen bin Und mit der passenden StĂ€rke das zur Anzeige zu bringen einige Menschenleben vielleicht noch gerettet habe, wie viele der Vergeweidigungen hĂ€tte man verhindern können wenn man frĂŒher gehandelt hĂ€tte.
01:13:34
Wie viel Leid wÀre manchen Frauen erspart geblieben?
01:13:39
Ja ich bin wirklich entsetzt und empfinde das alles als riesengroĂen Skandal!
01:13:45
Wir haben die Folgen die OhnmÀchtigen genannt.
01:13:47
gar nicht unbedingt weil die Betroffenen unwÀchtig geworden sind, obviously wegen des Propofols.
01:13:52
Sondern weil sie ein zweites Mal quasi handlungsunfĂ€hig gemacht wurden, weil Institutionen sie daran gehindert haben fĂŒr ihre Rechte einzustehen.
01:14:01
allein wie diese ganze Informationsweitergabe unterbunden wurde auf so vielen Ebenen also nicht nur von der Klinikleitung und von der Staatsanwaltschaft Das ging ja sogar da weiter, wo die Frauen dann informiert werden sollten von der Polizei.
01:14:14
Ja also Aurora erfÀhrt aus der Zeitung dass sie vergewaltigt und dabei gefilmt wurde.
01:14:21
Dieses Nicht-Informieren vor allem vom Polizeienstaatsanwaltschaft ist eine zweite Victimisierung und ein Machtnisbrauch.
01:14:30
Und diese systemische Gewalt zieht sich hier durch die ganze Geschichte der Frauen auch das so was im Krankenhaus passiert Sie die GeschwĂ€chten sind, die von jemandem missbraucht werden der in der Situation ja eine AutoritĂ€tsperson ist und dann da auch Macht ausĂŒbt.
01:14:45
Das ist natĂŒrlich auch ein wahnsinnig schlechtes Zeichen.
01:14:47
mĂŒssen wir nicht darĂŒber reden.
01:14:48
fĂŒr KrankenhĂ€user also da arbeiten so viele Menschen ĂŒber ihre Belastungsgrenzen hinaus vernachlĂ€ssigen Familie und teilweise auch sich selbst, ich kenne das vom Freundinnen um anderen zu helfen.
01:15:00
Und natĂŒrlich gibt es dieses Personal auch in Betel.
01:15:02
aber dann kommt halt so ein Philipp Gehl und zerstört das Vertrauen in diese HĂ€user was ja super dramatisch ist weil erkrankte Menschen da ja vertrauen mĂŒssen.
01:15:11
Man fĂŒhlt sich dort teilweise eh schon so ausgeliefert weil man nicht das Wissen hat was die Ărztinnen haben.
01:15:17
Man muss die Kontrolle abgeben Und dann passiert da sowas.
01:15:20
Ich meine, die Frage, die es hier auch wirklich noch zu klĂ€ren gĂ€be in einem Verfahren wĂ€re... Wie ist das ĂŒberhaupt möglich gewesen?
01:15:29
Dass ein Arzt auf einer Station, auf der ja auch noch andere arbeiten so eine Tat
01:15:35
Ich mein, da hat ja dann auch der GynÀkologe angesetzt!
01:15:38
Der meinte ne wir mĂŒssen doch nichts untersuchen, dass ist im Krankenhaus gar nicht möglich.
01:15:43
Auch tragisch dieser Aussage Warum glaubt man ihr ihren Verdacht nicht?
01:15:48
Offenbar war es möglich.
01:15:50
Was ich an dem Fall auch besonders finde, sind diese Videoaufnahmen von Philipp G., denn hĂ€tte er sich nicht selber durch diese quasi ĂŒberfĂŒhrt!
01:16:01
Dann hĂ€tte man hier wahrscheinlich auf wirklich einen Beweisproblem gehabt â im Ăbrigen ist das ja so, dass man von diesen achtzig Frauen auf der Liste weiĂ, dass er zweiunddreiĂig vergewaltigt hat.
01:16:10
Bei anderen gibt's keine Videos bei denen weià man eben nur, dass sie betÀubt wurden.
01:16:16
aber heiĂt keine Videos auch keine Vergewaltigung.
01:16:19
Also die Beweisproblematik ist hier wirklich noch schwieriger als in vielen anderen VergewÀltigungsdelikten, weil es ja keinen Widerstand gab, keine Zeuginnen und nicht mal Erinnerungen.
01:16:30
Und ich glaube wir wollen uns alle nicht ausmalen was das fĂŒr die Frauen geheiĂen hĂ€tte wenn es diese Aufnahmen nicht gegeben hĂ€tte.
01:16:36
Das ist traurig, weil die Aufnahmen natĂŒrlich eigentlich nochmal eine zweite Enddietrigung sind.
01:16:41
Ja also das ist ein Archiv des Grauens, was er da angesammelt hat.
01:16:45
Anders kann man das nicht sagen.
01:16:48
Also wie gesagt, wir halten euch auf dem Laufenden.
01:16:50
Wenn es Neuigkeiten zu Betel gibt, tausend Dank an Aurora und Stefanie Höcke dass sie uns ihr Vertrauen fĂŒr diese Folge geschenkt haben.
01:16:57
Ich hoffe sehr das Sie da wo Sie's noch können Gerechtigkeit erfahren werden.
01:17:04
NÀchste Woche erzÀhlen Laura und ich hier die Geschichte von einem Grab in einem Garten Das ein grausames Familiengeheimnis birgt.
01:17:13
bis dahin Das war ein Podcast der Partner-in-Crime in Zusammenarbeit mit Studio Boomens.
01:17:22
Hosts Paulina Graser und Laura Wohlers, redaktionelle Leitung Jon Hanschen und wir Redaktionen Emily Glaser und wir Schnitt Pauline Korb rechtliche Abnahme und Beratung Abel und Kollegen.